Wann legt man sich in eine Kurve, wann drückt man das Motorrad?

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In die Kurve lege ich mich, um bei gleicher Schräglage und gleichem Kurvenradius schneller fahren zu können oder bei gleicher Geschwindigkeit und Schräglage den Radius zu verkleinern (hanging off). Ausserdem ist die Aufstellneigung etwas reduziert, man kann mit weichem Gas-zurücknehmen den Kurvenradius in der Kurve verkleinern, ohne einen zusätzlichen Lenkimpuls geben zu müssen (hookturn-technique) . Ich persönlich fahre sich zuziehende Kurven deshalb sehr gerne im hanging off, bei normalen Kurven bin ich dafür aber offen gestanden meist zu faul und lasse es lieber kratzen.

Ich drücke das Motorrad, um sehr schnell kleinere Kurskorrekturen zu machen, die einen aber nie an die Schräglagengrenze bringen dürfen. Man kann das Drücken auch dazu benutzen, um den Kurvenradius zu verkleinern (z.B. mit Motorrädern mit grossem Wendekreis beim Wenden), indem man sich nach aussen lehnt (bzw. auf dem Sitz nach aussen rutscht) um bei langsamer Kurvenfahrt ein Gegengewicht zum runtergedrückten Bike zu haben, der Kurvenradius ist dann bei vollem Lenkeinschlag kleiner als wenn das Bike aufrecht (ebenfalls bei vollem Lenkeinschlag) um die Kurve rollen würde.

Für uns "Normalos" ist die beste Sitzposition die gerade, senkrecht über der Fahrzeugachse. Von dieser Position aus hat man im Schnitt den besten Überblick, die Maschine hat man unter Kontrolle und kann am schnellsten auf irgendwelche Gemeinheiten des Motorradfahrerlebens reagieren. Diese herumturnerei bringt nicht viel. Drücken bringt allenfalls bei Supermotos was in ganz extrem engen Kurvenfolgen.

So sehe ich das auch :-)

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Moin Detlef,

ich "lege" mich in die Kurven, wenn die Strecke frei einsehbar ist. Da aber in Nordeutschland sehr viele Strecken von sogenannten "Knicks" gesäumt sind ( http://schleswig-holstein.nabu.de/naturvorort/knicks/ das Foto ist sehr Aussagekräftig), dann "drücke" ich das Moped, um während der Kurvenfahrt aufrechter zu sitzen. Dadurch erhalte ich einen besseren Überblick, welche Hindernisse auftauchen könnten.

Ich bin mir aber nicht besonders sicher, ob ich mich verständlich ausgedrückt habe.

Den Ausdruck „Knick“ kannte ich in dem Zusammenhang noch nicht. Kann es mir aber vorstellen. Auf Deine Erklärung mit dem aufrecht Sitzen bin ich nicht gekommen, gibt einen neuen zusätzlichen Aspekt. Ich hatte völlig andere Gründe benannt. Um nicht vorzugreifen schreibe ich die wenn die Diskussion in vollen Touren ist. Gruß Detlef

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Grüss dich, alter!

Als Wahlhamburger und Kurzzeitholsteiner 'Quitsche' weiss ich wohl, wovon du sprichst. Wenn Bonny es sogar versteht, müssten es die anderen auch 'schaffen'! Wobei auch dein Link äusserst wissenswerte Lücken füllt - Lob dafür & Gruss ;-)

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@deralte

Giesselrade bei Ahrensbök, wenn du es genau wissen willst: ne ländliche und schöne Gegend mit vielen Knicks: war mit ner Tierärztin bisschen verbandelt, streifte mit 2 grossen Hunden durch Felder & Wälder...an die beiden denke ich heute noch gern...'lol'.

ps: danach folgte noch'n gutes Jahr an der Trave...liess mir den Wind beim berühmten Holstentor zu Lübeck n'büschen um de Nase wehn, meen Jung ;-)

Jou, schöne Zeiten...-- Klappe zu, geht mir verflixt nah! Jan

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Wird es jemals wieder das gleiche sein?

Hallo zusammen! Vor gut 4 Monaten hatte ich leider einen Motorradunfall im Schwarzwald, wobei ich mir das Schlüsselbein 5 mal und 4 Rippen gebrochen habe. Gehirnerschütterung und diverse Prellungen durften natürlich nicht fehlen. Kurz nach dem Unfall wusste ich einige Wochen nicht was passiert war und da es leider auch keine Zeugen gab, konnte mir niemand so recht sagen was passiert war ausser, das ich selbst Schuld bin. Ich musste Tag für Tag an den Unfall Denken. Eines Tages als ich wiedermal meine Gedanken kurz vor dem Sturz hatte, kahm mir alles wieder in den Sinn. Während ich zulange auf den Tacho schaute (warum auch immer) sah ich eine Kurve natürlich nicht auf mich zukommen und bin, wie es auch nicht anderst kommen konnte, von der Strasse abgekommen. Dabei prallte das Motorrad in einen Abwasserschacht (weiss leider nicht was es genau war) und ich absolvierte einen grandiosen Kunstflug zurück auf die Strasse. Das ich nur über die Strasse gerutscht bin und nirgends reingedonnert bin, war glaube ich das grösste Glück, welches ich jemals hatte. (Motorrad Totalschaden)

Vor dem Unfall bin ich mit der grössten Leidenschaft, Motorrad gefahren. Wann ich nur konnte setzte ich mich auf meine Maschine, es gab für mich nichts schöneres. Nach dem Unfall kahm für mich natürlich die grosse Frage aller Fragen, wirst du wieder fahren? Nur zu gerne würde ich wieder aufs Motorrad steigen, aber ich stelle mir Tag für Tag die Frage ob es jemals das gleiche sein wird, wie vor dem Unfall. und vorallem ob die Angst mitfahren wird oder ob ich diese wieder verlieren werde. Die Tatsache das mir natürlich alle in meiner Familie und im Freundeskreis sagten wie gefährlich das Motorradfahren sei, macht es mir nicht viel leichter. Ich bin froh das ich einen super Chirurgen erwischt habe, welcher fast alles wieder so hinbekommen hat, wie die Natur das einmal gedacht hatte. Leider bin ich da es jetzt Winter ist, nichtmehr dazu gekommen einmal eine Runde zu drehen. Es nimmt mich wirklich brennend Wunder, wie es sein wird, dass erste mal wieder auf einem Motorrad zu sitzen. Aber das muss wohl bis nächstes Jahr warten.

Ich hoffe jemand kann mir von seinen Erfahrungen mit einem Unfall erzählen und mir hoffentlich, mit ein paar Tipps, einwenig Mut machen.

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Schutzausrüstung fragen eines newbie?

Hallo, ich bin über 25 und mache gerade den Motorradführerschein da ich Ü25 bin kann ich direkt den offenen machen und das mache ich auch.

Um die Zeit zu nutzen die ich bis zu meinem Führerschein brauche schaue ich schon in diversen Motorradläden vorbei und natürlich ist das auch eine kostenfrage Führerschein + ein Bike ist nicht gerade billig und man will ja sparen was mich zwangsläufig auf die Frage nach der Schutzausrüstung bringt.

Versteht mich nicht falsch aber! Nehmen wir an ich fahre mit 200 kmh auf der Autobahn, ein Autofahrer sieht mich nicht schert aus ich falle vom Bike, alles passiert so schnell dass der nachfolgende Verkehr nicht so schnell reagieren kann und mein Körper kommt unter die Räder, ich bezweifel sehr stark dass mir da die schutzausrüstung auch nur irgendwas helfen kann. Ich werde wahrscheinlich tot sein, nächstes Szenario ich fahre mit 30 oder von mir aus auch 60(um es einfach mal zu verdeutlichen) in eine Kurve gebe ausversehen zuviel gas und mich legt es hin. Mein Motorrad landet im Acker und ich schlitter durch die Fahrbahn bevor ich irgendwo zum stehen komme. Was ich zu befürchten habe sind Brüche oder abschürfungen, unangenehm aber nicht Lebensbedrohlich und zumindest die schürfwunden sind vermeidbar, da gebe ich euch auch recht.

Aber ansonsten kann mich doch auch die Schutzkleidung vor keinem Bruch schützen und mein Leben im extremfall doch nicht retten. So wie ich dass jetzt sehe und verstanden habe ist eine Schutzkleidung einfach nur dafür da um blessuren vorzubeugen und einen minimalen Schutz zu gewährleisten, nicht aber im ernstfall Lebensrettend ist.

Um es auf einen Satz zu reduzieren, was ich mit schutzausrüstung überleben würde, würde ich auch ohne überleben, bei was ich ohne schutzausrüstung sterben würde, würde ich auch mit schutzausrüstung sterben.

Oder sehe ich das falsch?

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