Frisst ein Kettenkasten Leistung oder warum gibt es keinen geschlossenen Schutz für die Kette mehr?

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10 Antworten

Es gibt einen sehr praktischen und zwingenden Grund auf geschlossene Kettenkästen zu verzichten. Wirklich Sinn macht es nur, wenn man einen dichten, hermetrisch abgeschlossenen Ölbadkasten verwendet. Die Dinger sind aber kaum dicht zu kriegen und sehr teuer und schwer. Bei starken Maschinen in einem Schmierkasten wird die Kette schon nach wenigen Km zerstört. Der Grund ist die Temperatur. Da die Kette nicht mehr dem Fahrtwind ausgesetzt ist, wird sie enorm erhitzt. Das Fett wird dünnflüssig wie Wasser und durch die Fliehkräfte weggeschleudert. Es verteilt sich gleichmäßig innen am Kettenkasten. Die Kette selbst läuft trocken. Durch die modernen O- und X-Ringketten sind die geschlossenen Kettenkästen völlig überflüssig und sowieso nur bei relativ schwachen Maschinen verwendbar, die nicht mit hohen Dauergeschwindigkeiten gefahren werden. Die Firma Becker hat jahrelang Kettenkästen für alle möglichen Typen produziert und mußte die Produktion einstellen, weil man das Hitzeproblem nicht in den Griff bekam.

Wieder was gelernt ;-) Danke für die interessanten Ausführungen!

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@Chapp! Nach anfänglichen Problemen mit dem sehr dickflüssigen Lithiumseifenfett, das Yamaha bei Einführung der TR1 zur Schmierung empfahl, gab es dann später den Verbesserungsvorschlag, ein Drittel des Schmierstoffs als Getriebeöl bei zu mengen, um die von Dir beschriebenen Probleme des Becker Fettkettenkastens zu eliminieren. Ok, ich fahre maximal 130-150 km/h Höchstgeschwindigkeit, und kann weder Öl/Fettaustritt, noch erhöhte Temperatur am Kettentrumm feststellen. Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit der Konstruktion. @blauerhimmel Der Radein- oder ausbau wird in keinster Weise behindert, da bei den allermeisten Konstruktionen, das Kettentrumm am Fahrzeug befestigt ist, und das Rad wie beim Kardan via Verzahnung aufgesteckt wird.

Sorry für die späte Beantwortung meines Spezialgebiet´s war leider ne Weile Offline :-)

Ein Kettenkasten, zumindest bei MZ und Jawa, erschwert keineswegs den Hinterradausbau. Nachdem die Steckachse herausgezogen wurde kann das Rad herausgenommen werden, wobei das Kettenrad und die Kette fest montiert und gespannt bleibt. Der Einbau ist dadurch auch sehr einfach.

Bei der Bauart mit Gummischläuchen geht möglicherweise etwas Leistung verloren, aber weil ich lieber fahre anstatt zu basteln kann ich damit sehr gut leben.

Außerdem bleibt das Rad von Kettenfett verschont!

Meine Kette konnte ich bisher noch nicht sehen. Die ist schön verkleidet in dem runden roten Kettenkasten. Das Kettenfett habe ich aber schon erneuert. Einfach auslaufen lassen und oben neues rein. Gruß Bonny

Ein blöder Hund unsere Katze. :-))

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Eine ähnliche Frage gab's schon vor einiger Zeit. Dabei befassten wir uns mit den Vor- und Nachteilen geschlossener Kettenkästen. Meine Meinung dazu ist geteilt. Einerseits sehe ich schon einen praktischen Nutzen, andererseits finde ich sie irgendwie unschön. Ich käme mir vor, wie auf einem Hollandrad.

Genau die Fahrräder haben solche Kästen.

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Um auf Deine Frage direkt einzugehen "Frisst ein Kettenkasten Leistung...":

Nein! Die Kette ist immer optimal geschmiert und läuft somit auch immer optimal. Damit ist der Kettenkasten eher zuträglich für ein wenig mehr Leistung. Zudem kann auch eine Standardkette installiert werden, die wiederum auch etwas leichter als "O" bzw. "X" -Ring läuft... und das auch noch mit einer überragenden Laufleistung!

Unter dem Strich also eine prima Sache... nur das Auge isst halt mit... und da scheiden sich die Geister. Wie Du auch selbst schon sagst kommt dann auch noch die Wandlung des Motorrades zum reinen Freizeitgefährt hinzu.

Eine Maschine, die noch mit Kettenkasten serienmäßig gebaut wurde fährt hier der Kollege Turboklaus ... es ist die Yamaha TR1.

In Anmerkung zu Chapp's perfekter Antwort: jedes zusätzliche System benötigt zusätzlichen Mehraufwand an Wartung und Pflege (hier z.B. Ölwechsel)- und stellt eine weiter mögliche Störquelle da (undicht, Ölverlust usw.). Also ist oft weniger mehr - und vom optischen brauchen wir ja nicht zu reden.

Das meinst du doch nicht ernst? Der Kettenkasten erfordert doch keine Extrapflege! Das ist ein ganz normaler Kasten mit Fettfüllung (nicht Öl). Da gibt´s deshalb auch keinen Ölverlust und du ersparst dir x Kettenwechsel. Frage mal den turboklaus hier dazu, der fährt schon 80 Tkm mit einer Kette.

Kopfschüttelne Grüße, der T.J.

PS: ich glaube du hast so ein Dingen noch nie gesehen!

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@Endurist

Sind gerade 88000 km geworden........ und die Ersatzmaschine mit revidiertem Motor, der erst 120.000 km auf der Uhr hatte, besitzt nach den Aufzeichnungen des Vorbesitzers immer noch die erste Kette, und die bleibt auch drin......

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Hier ein Bild der ersten Ausgabe der TR1 mit Kettenkasten, der in meinen Augen durchaus noch "moderat" designt ist...

Von dieser Seite aus noch moderat...!

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Ich will so eine Kiste nicht haben,die nervt doch nur,das ist was für Fahrräder!

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