Warum ist der Gasgriff meist „rechts“?

3 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Die meisten Menschen haben, egal ob Rechts - oder Linkshänder, im rechten Bein mehr Kraft. also wurde der Kickstrter rechts angebracht. Aus technischen Gründen ist der Hinterradantrieb auf der, dem Kickstrter gegenüber liegenden Seite - also links. Wenn man rechts kickt, steht man auf dem linken Bein. Deshalb hält man auch den Lenker mit der linken Hand. Diese Hand muss festen Halt haben, den sie nur auf am Blindgriff findet. Also gibt man rechts Gas. Früher hatten fast alle Maschinen die Schaltung rechts, was auch mit der Getriebekonstruktion zusammenhing. Wenn der Motor lief, war der erste Hebel, den man betätigen musst, der Kupplungshebel. Der ließ sich leichter mit der Hand betätigen, die den Lenker fest im Griff hatte - links. Die Handbremse hatte früher nur die Bedeutung der Notbremse - die Standardbremse war hinten. Also baute man die Handbremse auf der Seite an, die durch das Gasgeben etwas labil war.

Heute gibt es den Hinterradantrieb auf beiden Seiten, weil durch die Elektrostarter die Seite egal ist.

In Ländern mit Rechtsverkehr gab es noch einen weiteren Grund, warum der Hinterradantrieb links war. Wenn man eine Kettenpanne hatte, was sehr oft vorkam, dann konnte man die Reparatur von der linken Seite aus leichter ausführen, weil man rechts im Straßengraben oder in der Wiese gelandet ist. Bei dem dünnen Verkehr war das unproblematisch. Heute haben aus Sicherheitsgründen Autos, die in Ländern mit Rechtsverkehr konstruiert und gebaut wurden, den Tankdeckel fast immer rechts, weil es sehr gefährlich ist, wenn man bei Benzinmangel auf der Strassenseite mit dem Benzinkanister steht.

Autos aus Japan werden in der Basisversion für Linksverkehr gebaut und haben deshalb den Tankdeckel fast immer links.

0
@chapp

Super! Das ist eine Erklärung, mit der kann ich etwas anfangen. Die „leuchtet“ mir am besten ein. Ach die Erklärung mit dem Tankdeckel ist super. Gruß und Danke, Bonny

0
@Nachbrenner

Die wollten dich wohl loswerden. ;-))

Bis vor nicht allzu langer Zeit war der Tankdeckel auf der rechten Seite in Deutschland Bestandteil der ABE. Mittlerweile vermischt sich das alles und durch die EU - Zulassung ist so gut wie alles zugelassen, was nicht direkt lebensgefährlich ist. Vielleicht wurde für euch ein günstiger Sonderposten von eigentlich für den Export bestimmten Autos günstig eingekauft.

2

Die meisten Menschen haben, egal ob Rechts - oder Linkshänder, im rechten Bein mehr Kraft.

Da muss ich Dir widersprechen. Zumindest nach dem was ich gelernt habe, ist das stärkere Bein das Linke. Beispiele dafür gibt es genügend:

  • die meisten Leute springen links ab und benutzen das recht eBein als Schwungbein (bei Scherensprung z.B.)
  • die Standardstandposition auf einem Snowboard ist mit dem stärkeren linken Bein vorne, heißt auch "regular" (die Position mit "rechts vorn" heißt "Goofy")

usw usw usw

0
@disabler

Das ist, abgesehen von individuellen Besonderheiten, schlicht falsch. Beim Snowboarden ist das Linke Bein vorne, weil es dort gestreckt ist und weniger Belastung aushalten muss als das hintere, auf dem das Hauptgewicht und die Steuerkraft liegt. Ich kenne das vom Windsurfen - dort ist bei fast allen Surfern die Schokoladenseite die, bei der das rechte Bein hinten ist.Ich selbst surfe seit 30 Jahren.

Wenn sich Leute in der Wüste verlaufen und ohne Orientierung meinen, geradeaus zu laufen, beschreiben sie in Wirklichkeit immer einen Bogen nach links und kommen irgendwann wieder dort an, wo sie losgelaufen sind. Der Grund ist, weil sie mit dem rechten Bein größere Schritte machen und weniger leicht ermüden, weil sie dort mehr Kraft haben. Die meisten Menschen benutzen beim Treppensteigen das rechte Bein als "Führungsbein" und erzeugen damit den meisten Schub. Bei ungleichem Treppenabstand ist fast immer das rechte Bein das mit dem man die nächste Stufe erklimmt, mit dem linken Bein macht man den ebenen Schritt bis zur nächsten Stufe.

0

Wollte nur hinzufügen, dass mein Kickstarter links ist und meine Kette rechts:)

0
@Raphaaa

Das ist bedeutungslos. Heutzutage spielt das keine Rolle mehr. Die Entscheidung - Kupplung und Festgriff links und Gas und Bremse rechts ist vor mehr als 70 Jahren gefallen und wurde seither nicht mehr in Frage gestellt.

Ich bin einige Zeit mit der umgekehrten Gasrichtung gefahren - Vollgas nach vorne. Es hat gut funktioniert, ausserdem fahre ich seit fast 40 Jahren mit umgekehrter Schaltung. Erster Gang oben, die anderen unten.

0

Vielleicht hat das wirklich damit zu tun, dass die meisten Menschen Rechtshänder sind :)

Oder aber es ist wie bei vielen Dingen: Es ist einfach so ohne Hintergedanken eingeführt worden und dabei blieb es. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier :).

Weil 90 % der Fahrer Rechtshänder sind und man mit möglichst viel Gefühl Gas geben muss. Ein Linkshänder muss das erst trainieren, übrigens auch das Bremsen mit der Vorderradbremse. Ein Linkshänder kann sich natürlich auch daran gewöhnen und fährt sicherlich nicht schlechter.

Man kann die Sache vergleichen mit dem bremsen mit dem linken Fuss in einem Automatik-Auto, wer das mal (ungeübt) versucht hat weiss wie schimpfende Autofahrer im Rückspiegel aussehen ;-)

Uli, du kannst mir glauben, dass ein Linkshänder es nicht trainieren muss. Linkshänder sind nicht behindert. :)

2
@deralte

Sicherlich nicht, aber ich könnte mir vorstellen, dass es am Anfang (bei Fahrstunden) für Linkshänder leichter wäre, wenn das Gas/Bremse links wären. Wollte niemanden diskriminieren :-)

0
@fritzdacat

Nein, es wäre nicht leichter gewesen, denn es gab einfach keine Alternative. Wenn ich jetzt etwas ausschweifen darf: Ich habe mich genauso an Scheren für Rechtshänder gewöhnt. Mein Vater meinte es mal gut und schenkte mir eine Papierschere für Linkshänder. Ich konnte damit nicht umgehen.

1

Frisieren oder nicht?

Auf Grund vorhergehender Kommentare frage ich mal, was mich seit langem hier bewegt.

In meinen Anfängen mit motorisierten Zweirädern gab es nur den Führerschein Klasse Vier bis 50ccm, ab 16 Jahren. Danach kam der "Große Führerschein Klasse 1" mit 18 Jahren und unbegrenzter Leistung (80 ccm - Kl 4, Leistungsbegrenzung auf unter 100 PS). Viele tödliche Unfälle sorgten für die Einführung der unübersichtlichen Stafflungen der Führerscheinklassen.

Viele hatten damals ihre 50ccm "Eierfeilen" frisiert, meinten sie zumindest. Der einzige Erfolg war meist nur lauter und Leistungsverlust. Ist auch logisch wenn man nur das Ritzel oder Kettenrad verändert. Größere Düsen im Vergaser und man wunderte sich, das fast nichts mehr richtig läuft. War auch bei mir so, bist ich die "richtigen Tuner" kennenlernte. Da gab es dann auf meiner Kreidler oder Hercules richtig Leistungszuwachs. Wir reden hier zwischen 2-5 PS. Das war aber schon eine Leistung, die wirkliches Motortunning erforderte. Die 50 ccm "Kleinkrafträder hatten ja grade etwas über 6 PS. "Echte" 117 Km/h mit meiner Hercules auf der Avus. Allerdings nicht lange, dann hatte sich irgendwann nach einigen Monaten der Motor "verabschiedet". Egal, hat Spaß gemacht und da wurde auch der Grundstein meines Wissens über Motorradtechnik gelegt.

Worauf will ich nun hinaus? Die "Kleinkrafträder" waren damals viel robuster. Die haben auch mal einen "Wegrutscher" ohne Schaden überstanden. Die Rahmen waren fast "gleichwertig". Heute sind es "zusammengeschusterte Billigteile in Leichtbauweise", die kaum mechanische Beanspruchungen über den Testwert vertragen. Da ist "echtes" Tuning lebensgefährlich. Ich weiß wie man wirklich tunt, aber bei den heutigen Kleinkrafträdern würde ich nichts mehr in dieser Art machen. Bin doch nicht suizidgefährdet. Aber fast alle vertrauen nur der Werbung bei der "Rennauspuffe /Sportauspuffe" mindestens 20% mehr Leistung bekommen. Die sind nur lauter und "gaukeln" dadurch mehr Leistung vor. Diejenige, die wirklich etwas vom Tuning verstehen, wissen auch was es bringt und vor allem was es kostet. Die machen so etwas nicht leichtfertig (jedenfalls nicht die Meisten). Die aus dem Tal der Ahnungslosern, die mal jemand kennen, der jemand kennt, der mal einen Artikel über Tuning gelesen (aber nicht verstanden) hat, sind diejenige, die hier Fragen wie man tunt oder angeben was der Sportauspuff so leistet. In meinen Augen nur gefährlich weil die "verbastelten Karren" auseinanderbrechen oder Teile abfallen. Außerdem nur laut und peinlich. Deshalb hier weiter keine Tuningtips. Gruß Bonny

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?