Wo kann ich Benzin „alt“ (ca. 4 Monate) gegen neues Benzin tauschen?

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7 Antworten

Wie alles, altert auch Kraftstoff, besonders in Verbindung mit Sauerstoffzufuhr wie beim Motorradtank.

 

Aral beantwortet das Allgemein: http://www.aral.de/de/forschung/faq/faqs.html

Beim Ottokraftstoff können leichtflüchtige Bestandteile verdampfen und so Kaltstart sowie Fahrverhalten der Motoren verschlechtern. Da die leichten Bestandteile eine relativ hohe Klopffestigkeit (Oktanzahlen) haben, verschlechtert die Klopffestigkeit des Ottokraftstoffes auch. Bedingt durch Wärmeeinwirkung und Luftzutritt unterliegen Kraftstoffe auch einer natürlichen Alterung bzw. Oxidation durch Kontakt mit Sauerstoff

 

Beim Nachbarn habe ich die Tage ca. 2 jahre altes Benzin aus dem Tank geholt, Farbe grasgrün und wurde nicht bei BP getankt.

Die heutigen Bioanteile machen eine Langzeitlagerung auch nicht besser, zumal ein Motorradtank quasi "offen" ist, d.h. es findet eine stetige Reaktion mit Sauerstoff statt. Eine Lagerung im luftdichten Blechbehälter wäre erheblich besser.

"Zündwilligkeit" an sich ist eher ein Begriff für Dieselkraftstoff und bei Benzin streng genommen sogar falsch. Bei Superbenzin verflüchtigen sich schnell die leichtflüchtigen Bestandteile, die besonders bei Vergasermotoren in Verbindung mit einem Kaltstart die Gemischbildung und damit das Anspringverhalten und Motorlauf verbessern sollten.

 

Aral sagt hier: http://www.aral.de/de/forschung/faq/faqs.html

Allerdings können sie ihre Beschaffenheit bei Einwirkung von Luft (Sauerstoff), Feuchtigkeit und Temperatur im Laufe der Zeit verändern. Beim Ottokraftstoff können leichtflüchtige Bestandteile verdampfen und so Kaltstart sowie Fahrverhalten der Motoren verschlechtern. Da die leichten Bestandteile eine relativ hohe Klopffestigkeit (Oktanzahlen) haben, verschlechtert die Klopffestigkeit des Ottokraftstoffes auch. Bedingt durch Wärmeeinwirkung und Luftzutritt unterliegen Kraftstoffe auch einer natürlichen Alterung bzw. Oxidation durch Kontakt mit Sauerstoff.

Ich hatte mal vor Jahren einen Bericht gelesen, der sich mit der regierungsseitigen Notbevorratung beschäftigt, finde diesen aber leider nicht mehr.

 


 

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Kommentar von Bonny2
16.03.2017, 14:40

Super! --- Damit kann ich jetzt wirklich etwas anfangen. Das längere Lagerung die Zündwilligkeit verringert, hatte ich schon mal gelesen, aber die Ursache bisher noch nicht. Besonders über den  Unterschied zwischen Kanister und Tank habe ich mir keine Gedanken gemacht. Nun bin ich wieder etwas "klüger" geworden. Danke. Gruß Detlef

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Kommentar von geoka
16.03.2017, 15:22

Aus dem Buch "Technischer Lehrgang Motorkraftstoffe" auf Seite 22:

"Bei der Lagerung von Benzin kommt es zur Oxidation und Polymerisation bestimmter Kohlenwasserstoffverbindungen. Dadurch bilden sich große Moleküle, die nicht mehr löslich sind. Schließlich setzen diese sich ab oder verursachen Verstopfungen an Filtern, Vergaserdüsen usw. Man bezeichnet die Anhäufung derartiger Makro-Moleküle als "Gum" (Verharzungsprodukte).

Vor allem die ungesättigten Kohlenwasserstoffe (Olefine) bilden Gum, und da Benzin Olefine enthält, ist es für eine lange Lagerung nicht so gut geeignet."

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Ist schon lang her, ein Kumpel (amerikanischer GI) hat mir mal mit einem Kanister Sprit (20 Liter) ausgeholfen, die er aus einem Jeep mit Motorschaden ausgesaugt hatte, mein VW-Käfer ist damit nicht so toll gelaufen,  man musste immer das Gas im Stand halten, sonst ist der Motor ausgegangen. Hab dann aber die Fuhre mit Super nachbetankt (weiss nicht wieviel, vielleicht nochmal 20 Liter) , dann ging es einigermassen. Meiner Honda (glaube das war die 500four zu der Zeit) hätte ich das aber nicht zugemutet.

Der Jeep (also die Quelle) hatte schon etwa 1 Jahr rumgestanden, vielleicht länger, Reifen platt, alles mögliche aus- oder abgebaut.
 

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Das ist doch ein Schmarrn! Bei ein paar Monaten passiert doch nichts. Ich habe erst letzte Woche 2 Maschinen ( 2 Takter Stampfer und Motorflex) die ich seit 2 Jahren nicht mehr angelassen habe, gestartet. Der eine nach dem 3 . Mal anziehen, die Flex vielleicht beim 6.-10. Mal. Wenn das Benzin mal mehr Jahre im Tank ist, dann riechts auch anders und schaut auch anders aus. Dann geht´s nicht mehr.

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Kommentar von geoka
16.03.2017, 21:09

2-Takt Gemisch ist wieder eine andere Baustelle.

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Ich hatte einen 80ccm-Sfera gekauft, der 4 Jahre lang nicht bewegt wurde. Er sprang zwar an, war aber unfahrbar - Vergaser war verharzt.

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Servus Bonny

HH Hafen, am Kai für Luxusliner, die verzündeln jeden Dreck.

Du kannst, bei dem Wetter ja mal kurz vorbei fahren, nur darauf achten, dass Du das alte Benzin, auf die Fahrt dorthin, nicht aus Versehen abfackelst. Du kannst mit Löschpapier den alten Saft aufsaugen oder gleich den Schiet drinn louten und Die Zündunfähigkeit ignorieren. Das mach ich immer so, denn HH ist von mir aus doch recht weit. Da ist der ICE ein fach praktischer.

Grüßle


Ah, in meiner Jawa ist noch so ein Saft, rostbraun, Bj. 1956...

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Vielleicht mal eine Erklärung weilviele denken wenn ich mal eine Frage habe wäre das eine „Spaßfrage“.   ---- Neee, diese Frage habe ich wirklich ernst gemeint. Ich habe hier schon oft von „altem Sprit“ gelesen wenn das Moped nicht anspringt. Ich selber habe auch schon solche Antworten gegeben. Aber die eigentlich nur „nachgeplappert“. Selber, oder aus Gesprächen im Bekanntenkreis, habe ich da keine praktischen Erfahrungen. Auch nicht wenn das Fahrzeug mal einige Monate steht. Deshalb würde ich schon mal ernsthafte Erfahrungswerte lesen.Egal ob alter Sprit tatsächlich so schlecht ist, oder ob es eigentlich nur eine etwas „überzogene“ Möglichkeit ist warum der „bockige Bock“ nicht anspringt. Ich bin überzeugt diese Frage interessiert sicher so einige, besonders nach Saisonbeginn. Gruß Bonny


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Kommentar von geoka
16.03.2017, 14:10

Habe ich auch nicht als Spaßfrage aufgefasst.

Dass bei Dir alles lief/läuft mag auch daran liegen, dass du meist den Sprit nicht im Tank sondern in verschlossenen Kanistern aufbewahrt hast.

Insbesondere im Bereich Boote mit benzinbetriebenen Außenbordern taucht das Thema stets auf, diverse Firmen bieten Zusätze bzw. "Stabilisatoren" an.

Ein weiteres Problem bei längerer Lagerzeit können auch Ablagerungen sein, die Bohrungen zusetzen können oder gar Dichtungen angreifen könnten.

In manchen Foren spricht man auch insbesondere bei Vergasermotoren von fehlendem Dampfdruck bei der Gemischaufbereitung und Kaltstart, da hier durch die verflüchtigten Bestandteile kein ordentliches Gemisch mehr hergestellt werden kann. Hierzu konnte ich jedoch nichts finden, zumal nach DIN EN 228 zw. frischem Normal und Super Plus scheinbar keinen Unterschied bei den Dampfdruckwerten besteht.

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Meine Motorsäge wollte nur frisches Benzin,sonst lief das Teil nicht.

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