Wie verhält es sich technisch / physikalisch gesehen bei einer schnellen Kurve mit Schräglage

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Rein physikalisch betrachtet, muss die kraft, die nach aussen wirkt, durch die Kraft, die nach unten wirkt ausgeglichen werden. Dadurch entsteht die Schräglage.

Die Kraft, die nach unten wirkt, ist einfach proportional zum Gewicht, und immer gleich (Erdanziehung). Die Kraft, die nach außen wirkt, ist auch einfach proportional zum Gewicht, aber quadratisch abhängig von der Geschwindigkeit, und antiproportional zum Kurvenradius.

Mit anderen Worten:

1) Wird die gleiche Kurve mit mehr Gewicht bei gleichbleibender Geschwindigkeit befahren, so bleibt der Winkel, in dem man stabil durch die Kurve fährt gleich (die Massen gleichen sich aus durch die einfache Proportionalität in beiden Kräften).

2) Fährt man schneller durch die Kurve bei gleichem Gewicht, muss man sich weiter rein legen.

3) Wird die Kurve enger, also der Kurvenradius kleiner bei gleicher Geschwindigkeit und Gewicht, muss man sich weiter rein legen.

Das zusätzliche Gewicht macht also rein physikalisch betrachtet keinen Unterschied.

Technisch gesehen wird das Fahrwerk mehr beansprucht, weil in Kurven die Kräfte das Motorrad senkrecht zur Motorradachse nach unten drücken. Sprich die Reifen haben in Kurven mehr Anpressdruck, das Motorrad kann aber auch weiter nach unten durchfedern.

wow, sehr gut, da hast du aber in Physik gut aufgepaßt, Kompliment..:-)

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@helmutwinbeck

Danke :) Ich leide derzeit unter einem sehr physikalischem Studium, was aber nicht immer schlecht sein muß ;)

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wow, sehr gut, da hast du aber in Physik gut aufgepaßt, Kompliment..:-)

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Ich habe grade noch ein wenig weiter über die Frage nachgedacht, daher noch eine kleine Ergänzung:

Der Grip, den die Reifen erzeugen, ist abhängig vom Anpressdruck nach unten, der Haftreibung und der aufliegenden Fläche.

Die Fläche ist aufgrund der Wölbung der Reifen immer gleich (es sei denn man neigt sich so sehr, daß man auf der Kante fährt; dann haben aber meist schon die Fußrasten kontakt).

Wird die aufliegende Fläche verkleinert (sehr starke Neigung, oder zu hoher Reifendruck), dann kann die Fläche zu klein werden, um den Reifen auf der Strasse zu halten -> Verlust der Haftreibung, Lowsider.

Die Haftreibung nimmt mit zunehmenden Anpressdruck zu. Sollte aber zwischendurch der Strassenbelag schlechter werden, folgt wieder der Lowsider.

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@SMDStefan

Physikalischer Grundsatz: die Größe der Reibungskraft ist unabhängig von der Größe der Reibungsfläche. Du mußt noch einmal genauer nachlesen.

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@SMDStefan

Hinzu kommt, daß die Fragestellung etwas irreführend ist. Im Kern lautet die Frage: ist mit dem zusätzlichen Gewicht des Beifahrers eine höhere Kurvengeschwindigkeit möglich als mit einem leichteren Gefährt? Die Antwort lautet eindeutig NEIN ! Die Höhe der möglichen Kurvengeschwindigkeit hängt nur und ausschließlich vom Reibungskoeffizienten zwischen Reifen und Straße und von der Bodenfeiheit der Maschine ab. Normalkraft(Gewicht) und Größe der Reibungsfläche haben keinen Einfluß.

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Das ganze hat zwar mit der Physik nur indirekt was zutun, ich bin allerdings mal bei einem recht stark übergewichtigem Fahrer mitgefahren. Seine Stoßdämpfer waren nicht mehr im besten Zustand und durch die doppelte Belastung(eher dreifache...) sind die Fußrasten schon bei reicht moderater Schräglage aufgesetzt... Gruß

Theorie hin,Theorie her,ich weiß nur das ich ohne meine Frau hinten drauf wesentlich schneller und besser durch die Kurven kommen,die Schräglage ist auch besser,gestern erst ausprobiert.

Ja da spricht der Praktiker. ;-)

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