Ist wirklich *jedes* Motorrad Gespann tauglich ?

Mein Moped - (Rahmenkonstrukt Gespannbau, Voraussetzung Gespannbau)

4 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Jaaaaa, ein ganz klares JA!

Grundsätzlich muss dann aber je nach vorgegebener Grundkonstruktion einen dazu passenden Hilfsrahmen konstruieren, und das ist bei 50% der Motorräder halt erforderlich.

Nimm meine Trine, die hat auch keinen Doppelschleifenrahmen, und wurde als Gespann umgebaut.

Die Gespannbauer haben da am meisten Erfahrung, und wissen, wie sie vorgehen müssen, und auch wenn in fast allen Fahrzeugpapieren drin steht: "Für Gespannbetrieb nicht geprüft", so kann dies durch eine Einzelabnahme doch als Gespann abgenommen werden.

O-Ton aus Wiki:

Sofern der Motorradrahmen nicht ab Werk seitenwagentauglich ist, erhält dieser für die Anbringung des Beiwagen einen verschraubten Hilfsrahmen oder Rahmenverstärkungen; alternativ wird ein Spezialrahmen angefertigt.

Zu lesen unter Technik auf der Seite:

http://de.wikipedia.org/wiki/Motorradgespann

Der Text wird für einen Abend auf der Couch reichen :-) Gruß aus der Eifel

Klaus

Klaus, ich weiß nicht so recht,...ich hatte gefragt, ob als Voraussetzung für einen Beiwagen ein Doppelschleifenrahmen vorhanden sein muss. Du sagst "JA", schreibst aber gleich, dass deine Trine zum Gespann umgebaut wurde. Worauf bezieht sich nun dein "JA"?

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@deralte

Bezog sich auf folgenden Text :

Ist wirklich jedes Motorrad Gespann tauglich ?

:-)

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@user5432

Auch wenn man den Originalrahmen beibehält?

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@deralte

Schau Dir in dem letzten Link die Fotos an, siehst da einen anderen als den Originalrahmen ?!?

Also, da wird nur ein Hilfsrahmen angefertigt, der dann die Aufnahme des Boot´s ermöglicht, i.d.R. wird die Konstruktion nur an den original Haltepunkten am Rahmen / Motor angeschraubt :-) Mehr nicht!

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@Nachbrenner

Wolfi, ich denke, die Frage hatte eher einen Wissbegierigen Hintergrund, und es ist ja auch gut, wenn man weiß, was geht. Kann mir Kostja nicht wirklich auf einem Gespann vorstellen ;-)

Hab mittlerweile auch die ein oder andere Frage durch ein Gespräch klären können. Probleme macht die Abnahme eines Gespanns dann, wenn man Serien Alu Gussräder montiert hat, da die anscheinend nicht für die bei Gespannen auftretenden Querkräfte geeignet sind. Das hat zur Folge, das man auf Speichenräder, oder den üblichen PKW Stahlfelgenumbau ausweichen muss. Den Anschluss an einen Rahmen, egal ob Stahl, oder Alu besorgen Adapterplatten, die die Kraftschliessende Verbindung zum Boot mittels Quer, - und Verbindungsstreben besorgen. Das da auch u.U. ein Hilfsrahemn montiert werden muss, kann durchaus vorkommen .......

Also kann man abschliessend formulieren: Jedes Bike ist Gespanntauglich, das eine mehr, das andere weniger. Das spiegelt sich dann in den Lösungen, die dann auch sehr teuer werden wieder, was am Ende letztendlich für ein Umbaupreis heraus kommt.

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Hallo Kostja

Alles geht, nur die Frösche hupfen. Da Du gerade deine SV vorstellst, da wird ein Hilfsrahmen gebaut. Die Gabel wird auch geopfert und eine geschobene Schwinge verbaut, usw. Es ist nur eine Frage des Geldes. Hilfsrahmen: kannst Du dich noch an den Ludwig mit seinem Ford Capri in der DTM erinnern? Da musste das original Federsystem verwendet werden, es durfte allerdings modifiziert und „Hilfsfedern“ eingebaut werden. Der Capri hatte hinten Blattfedern. Die waren beim Ludwig aus Plastik oder ähnliches.

http://www.gespanntechnik-schmid.de/

der ist bei mir um die Ecke.

Grüßle

Ich möchte da auch Klaus etwas widersprechen - zumindest in der Formulierung. Da Gespannbau heute so weit geht, dass vom Originalmotorrad fast nur noch der motor verwendet wird, kann man - bei entsprechendem Aufwand - fast jede Maschine in ein Gespann umbauen, sofern die Motorleistung ausreicht. Das beginnt bei den Bremsen, den Rädern und der Bereifung, geht über Tank und Rahmen, Getriebabstufung, Sekundärübersetzung bis zur Vorderradaufhängung, Tank und Schwinge. Wir reden also über einen Komplettumbau. Das funktioniert auch bei den DUC s. Nur, die Dinger sind sauteuer und sind ein technischer und fahrtechnischer Anachronismus. Sie haben alle Nachteile des Motorrades und des Autos zugleich. Ich mag die Dinger nicht.

Ja, und Nein !

Beim konventionellen Umbau eines bestehenden Motorrades zu einem sagen wir mal Low-Cost Gespann, (und es wird trotzdem nicht billig) werden vorhandene Räder, Gabel und Schwinge unverändert gelassen, der Hilfsrahmen verbindet das Boot mit dem Mopedrahmen, und ne Beiwagenbremse gibt es meistens nicht, insofern gebe ich Dir absolut recht, was den fahrtechnischen Anachronismus angeht ! :-)

Ein richtig gutes Gespann hat aber keine normale Gabel und wird i.d.R. mit PKW-Reifen, und ggf umgestrickten Autofelgen zum Hochleistungsdreirad gepimpt, und da sind Zahlen in 5 Stelliger Summe eher das normale.

Dafür kann man danach eckig um die Kurve fahren, und wer mal ein Dnepr Gespann gefahren ist, würde nie vermuten, das auch 200 km/h oder mehr sehr sicher drin sind ! Ich durfte bei verschiedenen VEranstaltungen als Beiwagenturner in richtigen Renngespannen mitturnen :-) Ab und an hab ich mir fast ins Hosenbein gemacht ....... denn bei der Dnepr war alles sooooo lahm!

Im Gelände habe ich TR1 Gespann pilotiert, was nochmal ne andere Nummer war.

Bei diversen Ausfahrten durfte ich, nachdem ich meine Gespannfahrtauglichkeit erst mal als Beifahrer beweisen musste, in einem V-Max Gespann fliegen...... wusste gar nicht wie viel Power in einem gut gemachten V-Mäxchen drin sein kann ! Bei nahezu 170 Pferden geht auch ein Dreirad recht zügig !!

Einen Schwenker durfte ich ausprobieren, aber da muss man sich wirklich erst dran gewöhnen, aber Genial ist es trotzdem.

Wenn man als Zweiradfahrer auf einem Gespann nicht als Autofahrer denkt, hat man verloren, den ich muss Chapp Recht geben, die Vorteile sind das geringe Gewicht, die Nachteile die Breite :-))

Der Rest ist reine Übung und Routine!

Aber irgend wann hab ich auch mal eins............

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