Vorderradbremse greift zu spät

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11 Antworten

Wenn ich das richtig sehe, dann hast du 2 Probleme, die primär mal nichts miteinander zu tun haben:

1) den zu langen Hebelweg

2) die schwache Bremswirkung

Zu 1) ein zu langer Hebelweg kommt normalerweise von einer falschen Übersetzung im Bremssystem. EDu hast Komponenten vertauscht. Bist du dir sicher, daß die Durchmesser der Geber - und Nehmerzylinder die selben sind wie original und zusammenpassen?

Zu 2) Durch Stahlflexleitungen wird die Bremswirkung nicht besser. Lediglich der Druckpunkt kommt früher und ist prägnanter. Der Rest ist Psyche. Manche ABS dämpfen bewußt bei leichter Bremsung die Bremswirkung. Greif schnell und fest zu, damit das ABS auch deine Absicht erkennt. Ich habe das ABS in meiner Suzuki B King mit Mißtrauen begrüßt. Die Bremswirkung ist aber wider Erwarten brachial und ich komme auch mit dem Druckpunkt (auch ohne Stahlflex) gut zurecht. Allerdings bremse ich immer reltiv spät, dann aber kräftig.

Zwischenstand:

zu2) Werkseitige Verbauung nie von mir geöffnet.

zu1) Danke, dieser Ansatz wird weiterverfolgt.

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Noch was zum Zwischenstand:

Nach etlichen Gewaltbremsungen hintereinander aus bis zu ca. 200 km/h unveränderter gleichmäßiger Griff, Hebelweg wird aber länger, nähert sich dem Handgriff bedenklich.

Insgesamt ist die Bremse mir nicht giftig genug oder anders gesagt zu sanft. Überhaupt kein Vergleich zB zur GSX - ziehen, steht.

ABS-Intervalle m. E. zu lang - Vorderrad wird unruhig. Kürzer geht's aber nicht, blockiert sonst bei geringerer Geschwindigkeit.

Mit dem Reingreifen habe ich kein Problem, vertraue auf die Technik. Und kann auch intuitiv lösen, wenn nötig.

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Diese Antwort hat zur Differenzierung veranlasst. Chapp, vielen Dank!

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@silberflott

Tja - leider ist auch der herbeigerufene Werkskundendienst ratlos. Scheiben neu, Bremssättel zerlegt und alles neu, das Grundproblem bleibt trotzdem. Mit leben müssen ist die schlechteste Lösung.

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Wie my666 schon geschrieben hat kannst Du ABS nicht mit normalen Bremsen vergleichen,das geht nicht.Meine 10ner hat auch kein ABS und die Zangen greifen zu wenn ich am Hebel ziehe,die Honda meiner Frau hat ABS und es ist immer eine große Umstellundg für mich ,wenn ich die Honda fahre.Nach einiger Zeit geht es dann,nur wenn ich dann auf die 10ner wieder steige,muß ich schon aufpassen,da ist dann wieder Fingerspitzengefühl beim bremsen angesagt.Eigentlich ist das alles eine Gewöhnungssache.

Das mit der zu schwachen Bremsleistung würde ich in Richtung "falsch eingestellte Bremse" (Beläge zu weit von der Scheibe entfernt) sehen, darauf deutet auch der zu lange Hebelweg hin. Mit ABS hat das eher weniger zu tun - sonst würde der Tausch der Bremsbeläge nicht die Griffigkeit der Bremse verändern. Evtl. Scheibe und/oder Beläge verunreinigt (verölt?), mal mit etwas Fettlösendem gründlich reinigen.

Zum 28. Mal für die Anti-ABS-Fraktion: ein ABS ist kein Anti-Überschlag-System sondern ein Anti-Blockier-System. Es wird der Zustand erkannt, wann ein Rad blockiert und die Bremse dann gelöst. Schiebt bitte nicht schon wieder Fehler im Bremssystem aufs ABS, um dann später voller Überzeugung behaupten zu können, es wäre "erwiesen", dass ABS Bremswege verlängern würde etc.

Und zum 29. Mal für die ABS-Fetischisten:

FAKT ist das viele ABS-Systeme sehr wohl einen "Überschlagsschlags-Schutz" integriert haben - auch wenn der wohl keine 100%ige Sicherheit dagegen bietet!

Und genauso FAKT ist das viele ABS-Systeme dazu nur den MAXIMALDRUCK im Bremssystem einfach Begrenzen!

Und das das dann nicht sooo super für die maximal mögliche Verzögerung + einen stabilen Druckpunkt sein kann ist dir aber schon klar, oder? :-/

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@michlm

Nur eine Ergänzung: Ein ABS reagiert (öffnet/schließt) VOR dem Blockieren, nicht WÄHREND des Blockieren. Wenn das Rad unzählige Male beim Einsatz des ABS blockieren würde, würde der Reifen eine Bremsspur "fabrizieren".

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@deralte

Ich habe doch nix Gegeteiliges behauptet, oder? :-o

..aber vermutlich meinst Du wohl den Beitrag vom disabler... :-)

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@michlm

Dein Beitrag + mein Beitrag = 1 Beitrag/Kommentar auf die Antwort von Disabler.So war es gemeint. :-)

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@deralte

Klugscheissmodus an @kostja: genaugenommen steht bei mir nirgendwo drin dass das Lösen der Bremse NACH dem Blockieren stattfindet. Andererseits, meine persönliche Erfahrung von einer Gefahrenbremsung auf nasser Straße mit Bitumenstreifen drauf war eine "Stotterpartie" - das Vorderrad ist immer mal wieder einen Tick gerutscht (nach vorne, nicht seitlich), zumindest fühlte es sich so an.

@michim: die meisten Leute, die "FAKT ist, dass..." sagen (alternativ: "Es ist offensichtlich, dass..."), können diesen Fakt nur durch ihre inbrünstige Überzeugung utnermauern. Hast Du ein paar Zahlen, also wieviele und welche der am MArkt befindlichen Systeme diesen "Übercshlagschutz" haben, und wieviele davon einfach die maximale Bremsleistung begrenzen?

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@michlm

Danke, gibt zu denken. Meine ist allerdings jünger. Und der Druckpunkt als solcher hat sich schon verbessert nach den Zusatzarbeiten - nur kommt er viel zu spät. - Nun, eins nach dem anderen abarbeiten ...

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Was ist das denn für ein Motorrad? Hat die nen Bremskraftverstärker verbaut? Luft habt ihr dann ja wohl alle raus. Wenn der Kolben nicht ganz zurück geht, würde der ja schleifen und noch eher an die Scheibe drücken. Habt ihr beim Zusammenbau geprüft ob alle Kolben leicht gleiten? Wie alt ist die Bremsflüssigkeit? Mal den Feuchtigkeitsgehalt gemessen?

Ganz normale 12er Bandit. Die "üblichen" Funktionen und Notwendigkeiten sind immer und immer wieder erfüllt. So was wie hier habe ich noch nie erlebt. Wohl der Fall 1:100.000, aber bisher konnte ich alles lösen, was keine Werkstatt mehr fand. Und jetzt? - Es geht - spezifisch - um die oben gestellte Frage. allgemeines hilft wirklich nicht mehr.

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Nur BMW hat mal Bremskraftverstärker verbaut.

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@deralte

Dem Mist haben sie zum Glück schnell wieder rausgeschmissen...

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Den Vergleich zu Deiner alten ABS-losen Maschine kannst Du vergessen. Äpfel mit Birnen quasi. Die Bremsungen sind schließlich andere. Hast Du auf beiden die gleiche Bereifung? Wieviele km hast Du denn bisher mit der Neuen gefahren?

Was mich mal interessiere würde: hast Du das geiche Modell wie Deines, also mit ABS, gleiche Reifen, eingefahrene Bremsen usw. mal bei einem Suzuki-Händler probegefahren um zu prüfen, wie die sich verhält?

Abgesehen davon wird ein wirklich guter Bremser und genau definierten Bedingungen ohne ABS evtl. einen kürzeren Bremsweg erzielen.

Das Du das hochkommen der Maschine mit persönlicher Sicherheit verbindest irritiert mich etwas. Vermute mal, Du hast Dich noch nie vorwärts beim Bremsen überschlagen?!

Wenn Du den Bremssattel unbedingt zerlegen möchtest - was kein Problem ist - kannst Du das ja versuchen. Dichtungssätze gibt's beim Händler. Du presst die Kolben einfach mit Druckluft heraus. Lege ein Brettchen dahinter, damit sie nicht beschädigt werden und damit sie gleichmäßig kommen. Ist einer alleine raus, fehlt der Druck für den anderen. Ziehe die Kolben nicht mit einer Zange raus, da dabei u.U. die Oberfläche beschädigt wird.

Aber mein erster Tipp: vergleiche Deine Maschine erst mal mit anderen gleichen. Bremsentuning kannst Du später immer noch machen.

Noch eine Ergänzung: ich fahre in meiner W auch Sinter-Racingbeläge. Anfangs fand ich die Wirkung brachial, mittlerweile ist sie einfach nur noch gut. Ich denke, der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Steck mal wieder die Originalbeläge rein und teste dann...

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@my666

Kamen und kommen immer die Originalbeläge rein.

Äpfel und Birnen: Verglichen wird nur der Erfolg. Dass eine modernere Maschine desselben Fabrikats und derselben Baureihe deutlich später zum Stehen kommt, leuchtet jedenfalls mir nicht ein.

Hinten hoch: Soll bedeuten "Bremse voll im Griff".

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@my666

Kamen und kommen immer die Originalbeläge rein.

Äpfel und Birnen: Verglichen wird nur der Erfolg. Dass eine modernere Maschine desselben Fabrikats und derselben Baureihe deutlich später zum Stehen kommt, leuchtet jedenfalls mir nicht ein.

Hinten hoch: Soll bedeuten "Bremse voll im Griff".

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Hmm, also eine Suzuki, somit scheidet das "Problem" der Kombibremse wie bei den Honda Modellen wohl aus oder hat die Suzi doch sowas?

Kenne dieses Problem mit dem zu langen Hebelweg eigentlich nur vom Fahrrad mit Hydraulikbremsen, hier ist meist Luft im System der Grund oder zu weite Abstände der Bremsklötze zur Scheibe.

Was mir zu diesem Thema noch einfällt, das der Bremsflüssigkeitsbehälter zu schräg montiert ist oder zu wenig Flüssigkeit für die Montagestellung hat und bei jeder Bremsung Luft ins System drückt. Ich vermute jedenfalls eine Luftblase im Bereich des Bremszylindergebers und da hilft auch eine zusätzliche Entlüfterschraube nicht, weil diese wahrscheinlich nicht an der höchsten Stelle, sprich dem Ausgleichsbehälter montiert ist?!

Zusatzentlüfter in der Tat noch unterhalb des Lenkers.

Bremsflüssigkeitsbehälter nach oben statt nach unten leider keine Veränderung, selbst nach Tagen nicht. Allerdings kam zwischendurch doch noch mal ne Luftblase hoch, wenn gleich klein. Bleibt in Beobachtung.

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Und jetzt die Überraschung:

Nach einem soeben erfolgten Reifenwechsel (also Vorderrad raus) greift die Bremse wieder ohne Hebelweg und gut. Damals als sie sofort griff, war das ebenfalls nach einem Reifenwechsel, allerdings damals zugleich neue Bremsbeläge.

An der Bremse selbst wurde rein gar nichts gemacht als nur Aus- und Einbau, einschl. ABS-Fühler.

Und nun sollte man noch wissen, woran das nun wieder liegt ...

Bremsflüssigkeit wechseln und/oder ABS regelt zu früh.

Mal ein ganz simpler Versuch :

Ist die Scheibe leicht verölt?

Hast Du sie mal gründlich mit Aceton o.Ä. gereinigt?

Auch Du liegst mit der Frage wirklich richtig. Aber an der Reinigung liegt's leider nicht (mehr).

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hallo Silberflott,

ist doch ganz einfach. Du hattest bei Deiner Letzten kein ABS und die kam bei ner Vollbremsung ganz einfach hinten hoch. Nun hast Du ABS. Die wirste nie so richtig hinten hoch kriegen, weil das durch ABS verhindert wird.

Gute Antwort! 100 Extrapunkte. :-)

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@deralte

Nein, keine Extrapunkte ;-)

Ein ABS schützt nicht zuverlässig vor Überschlag!!! Das ist ein Irrtum. Es gibt Systeme, die es versuchen, aber auch die werden u.U. von der Physik ausgetrickst...

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@19ht47: Hm, da gibt's noch zwei Überlegungen: Die (nicht mehr ganz) Neue müsste stehen, wo die Alte stand (tut sie nicht), und hinsichtlich des Hochgehens stellt sich noch die Frage des Überschlagreglers, zusätzlich zum ABS, zB BMW.

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@silberflott

Na, das Problem kommt mit aber sehr bekannt vor!

Einfachere ABS Systeme begrenzen oft nur den maximalen VR-Bremsdruck um so ein zu starkes Bremsen und somit den Überschlag zu verhindern!

Das davon der Bremsweg bei optimalen Grip-verhältnissen nicht kürzer wird liegt wohl auf der Hand!

Deswegen bin ich auch noch immer der Meinung das ABS nicht ABS ist, und solange man nicht die allerneuerste Technik (Honda's Race-ABS oder BMW's Vollintegral-ABS) an Bord hat bringt ein 0815-ABS auch einige Nachteile mit sich und genau deswegen kommt für mich als überzeugter Gebrauchtkäufer und fahrer z.Z. (noch) kein ABS in Frage!

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@19ht47:

Wenn Du hart in die Eisen gehst, dann kommt das Hinterrad hoch, blockiert und das ABS löst dort die Bremse wieder, was aber den Überschlag in keiner Weise (mehr) verhindert.

ABS heisst Anti-Blockier- aber nicht Anti-Überschlagssystem!

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@demosthenes

Wie bitte? Das Hinterrad blockiert und ich mache deswegen einen Überschlag?

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Aber wenn es den ersten Tag nach dem Belagwechsel zufriedenstellend funktioniert hat, dann kann´s ja eigentlich auch nicht am ABS liegen... Oder?

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Erst mal vielen Dank für die Super-Anregungen; werde ich sorgsam durchdenken und abarbeiten. Das eine oder andere ging ja auch in die Richtung meiner Vermutung.

Die Bewertung lasse ich noch etwas offen.

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