Radnabenlenkung

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5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Daß aufgeladene Motoren (Turbo oder Kompressor) auch im Motorradbau immer mehr aufkommen werden, ist nur folgerichtig. Die Motoren werden kleiner, leichter und sind in ihrer Leistungsentfaltung fast beliebig manipulier - und steuerbar.

Das Auto macht es vor. Hier sind Lader längst eine Selbstverständlichkeit.

Ob die Achsschenkellenkung bei Solomaschinen (bei Gespannen ist sie Klasse) das Ei des Kolumbus ist, wage ich zu bezweifeln. Zu kompliziert, zu teuer, zu viele Gelenke, die ausschlagen können und zu viele Defekt - und Fehlerquellen. Außerdem sieht sie Sch...eisse aus. Das wichtigste Kriterium, nämlich die Reduzierung der ungefederten Massen, erfüllt sie auch nur sehr bedingt.

Sie ist schlichtweg überflüssig.

Nur dem letzten Satz möchte ich widersprechen.

Überflüssig sind Radnabenlenkungen schon deshalb nicht, weil sie trotz aller Nachteile einfach eine Priese Salz in der faden Einheitssuppe sind. So wie eigentlich alles, was zum Gucken, Staunen oder Kopfschütteln animiert. Ansonsten könnten wir auch alle MZ ETZ 250 fahren :-)

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@my666

Im Prinzip gebe ich dir Recht, aber muß ein Motorrad unbedingt wie eine Heuschrecke aussehen, nur um interessant zu sein?

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@chapp

Es gibt auch noch einen anderen, echten Nachteil. Durch solche Konstruktionen geht der direkte Fahrbahnkontakt verloren und die Rückmeldungen der Straße in die Handgelenke stimmen nicht mehr. Das ist auch das Problem der, ansonsten sehr guten, BMW Lenkung. Es ist kein Zufall, daß Wettbewerbsfahrer normale USD Gabeln verwenden.

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@chapp

Bergsteiger steigen auch nur auf Berge, weil die eben da sind ;-)

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@my666

Ich werde alt. Früher war ich auch von Technik begeistert um der Technik willen. Jetzt bin ich da etwas weniger begeisterungsfähig. Es ist zumindest auffallend, daß selbst Bimota diese Technik nicht auf der Rennstrecke einsetzt. Das legt den Verdacht nahe, daß es nur ein Werbegag ist, ohne praktischen Nutzen.

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Radnabenlenkung: Bin nicht so angetan von dem Look, sehe auch technisch keinen Vorteil in der Technik.
Turbolader: Sicher, warum nicht, wenn es die Motoren aushalten, die Lebensdauer nicht darunter leidet und besonders die Leistung einigermassen proportional zur Drehzahl steigt hätte ich kein Problem damit. Turboaufladung ist wahrscheinlich langfristig die einzige Möglichkeit, 1-Liter Superbikes >= 200 PS im unteren Drehzahlbereich noch gut zu fahrbar zu halten... wobei sich da natürlich auch langsam die Sinnfrage stellt... habe meine Blade in 2 Jahren vielleicht 3 oder 4 mal wirklich ausgedreht.... wenn es hinterher sowieso wieder eine Traktionskontrolle braucht, um nicht dauernd Gefahr zu laufen per High- oder Lowsider abzufliegen könnte ich auf 200+ PS gut verzichten. Mir macht es gerade Spass, mit Gefühl zu fahren und meinen Fahrstil zu verbessern, im "Rain-Mode" (Traktionskontrolle) kann jeder Schimpanse in der Kurve voll beschleunigen, da kann ich auch mit der Playstation spielen.

Gerade diese Fahrbarkeit und der gefühlvolle Antritt aus niederen Dehzahlen läßt sich mit aufgeladenen Motoren gut erzielen. Ich schreibe mit Absicht so allgemein, weil es keinesqwegs entschieden ist, ob das nun Kompressoren oder Turbolader sein sollen.

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Hallo hansi

Bei Rohrrahmen ist der Lenkkopf der „Schwachpunkt“. Von da aus kann Unruhe ins Fahrwerk kommen und hat es sicher auch getan, z.B. bei der ersten Goldwing. Heute kann man solchen Verwindungen mit Dehnmessstreifen auf die Spur kommen. Die Achsschenkellenkung dürfte das bessr können, aber allein der größere Wendekreis ist schon ein kräftiger Nachteil. Ich denke mit Carbon könnte man das am besten und teuersten lösen, schlage daher Hondas Götterdämmerungsmodell die Valkyre als Erprobungsträger vor. http://www.focus.de/auto/motorrad/honda-valkyrie-rune_did_10516.html?slide=10

Gruß Nachbrenner

@Nachbrenner

Die Achsschenkellenkung hat nur den Zweck, die dynamischen Kräfte vom Rad vom Lenker wegzuführen. Diese Ansätze gibt es bereits in unterschiedlichen Ausprägungen in der Praxis (z.B. ist der Telelever bei BMW "fast" schon eine Achsschenkellenkung). Die Radnabenlenkung hingegen entbindet die Feder/Dämpfungseinheit völlig von Drehbewegungen. Diese findet eben nur noch an der Achse statt. Die beiden Lenkungen sehen sich sehr ähnlich, haben aber nur die Einleitung der dynamischen Kräfte in den Rahmen gemeinsam. Das Prinzip der Lenkung ist komplett unteschiedlich und damit auch die Vor- und Nachteile wie z.B. der maximale Einschlag.

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@Lupusz

Ich finde das Telelever- System auch gut, nur beklagen Tester immer die fehlende Rückmeldung. Ich persönlich vermisse detaillierte Messungen im Fahrwerksbereich, z.B. das verbiegen und verdrehen der Telegabel bei Vollbremsungen, welche sich im Zentimeterbereich bewegen.

.Fahrwerkskrücken ala Pan European, oder die alten Goldwings, sollten heute nicht mehr möglich sein. Da andere Reisedampfer diese Metier beherrschen, sollte das die Pan European eigentlich auch können.

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@Nachbrenner

Ich habe mit einer Meßuhr die Verwindungen im Rahmen statisch gemessen und sie sind tatächlich im Bereich von mehreren Millimetern. Leider ist mir kein zuverlässiger Meßaufbau eingefallen, bei dem man die Verwindung einer Teleskopgabel beim Bremsen messen könnte (da wäre die Verwindung aber vermutlich am schönsten zu sehen). Zeitschriften über Motorräder lese ich nicht, Testern glaub ich kein Wort bzw. traue vielen keine qualifizierte technische Beurteilung zu. Fehlende Rückmeldung durch Tele- und Paralever kann ich nicht bestätigen, es ist eher eine andere Rückmeldung und das fehlende Einknicken beim Bremsen sowie Beschleunigen sehe ich als riesigen Vorteil - man sieht den Vorteil auch an den hervorragenden Verzögerungswerten bei Telelever Systemen.

Für mich war es auch eine Umstellung über viele tausende Kilometer vom herkömmlichen System zum Telelever, aber das System ist für Landstraßen einfach überall besser, wenn man die Gewichtserhöhung toleriert. Für den Renneinsatz und schweres Gelände gibt es andere Anforderungen und damit auch bessere Systeme.

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