Kann ich ohne ABS eigentlich einen ähnlichen Bremsweg wie ein Motorrad mit ABS erreichen?

4 Antworten

Es gibt ein interessantes youtube-vid mit Bremsvergleich zwischen BMW mit ABS und KTM ohne ABS siehe http://www.youtube.com/watch?v=7oWRARxRQgc. Tests von absoluten Profis auf optimaler Fahrbahn unter kontrollierten Bedingungen und mit vorhergesehener Gefahrbremsung. Die KTM ohne ABS kam bei zwei von drei versuchen 30cm-50cm vor der BMW zum stehen. Wenn also die Bedingungen stimmen, kann man auch ohne ABS entsprechende Werte erzielen. Möglich, aber für normale Fahrer nicht wahrscheinlich.

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Der Film sagt ja gar nichts aus da mit versch. Motorradtypen gebremst wird. Aussagekräftig wäre ein Bremsvergleich mit einem Modell und abschaltbarem ABS.

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Ich denke mal, dass es gut ist, dass es ABS gibt. Auch bei Motorrädern. Alledings macht es nicht überall sinn, denke ich. Wer wie ich Chopperfahrer ist, kommt schon aufgrund der entspannteren Fahrweise nur sehr selten in Situationen, die ein ABS fordern würden. Ich war noch nie in einer solchen Situation und ich fahre seit 1973 unfallfrei Motorrad (Knock on wood)

Aus meiner Erfahrung beim ADAC-Fahrsicherheitstraining im Mai 2009 kann man folgendes feststellen.

6 Motorräder (4 mit ABS, 2 ohne) waren in meiner Gruppe, der Fahrlehrer montierte ein Verzögerungsmessinstrument vor jeder Bremsfahrt. Jeder Fahrer hatte drei Versuche. Aufgabe war es erst auf trockener Fahrbahn bei 80-100 km/h ab einem bestimmten Markierung auf der Fahrbahn eine kontrollierte Vollbremsung durchzuführen. Das Gerät hat jeweils die gefahrene Geschwindigkeit und die Bremsverzögerung gemessen und den Bremsweg:

Die amtlichen Ergebnisse (jeweils bester Wert):

Yamaha R1 ohne ABS 7,7 m/s2, 101 km/h, 59 Meter Bremsweg

Honda Hornet ohne ABS 7,8 m/s2 , 94 km/h, 49 Meter Bremsweg

Aprilia Caponord mit ABS 8,6 m/s2, 111 km/h, 58 Meter Bremsweg

FJR 1300 mit ABS 9,2 m/s2, 100 km/h, 41 Meter Bremsweg

BMW 12er GS mit ABS 9,5 m/s2, 110 km/h, 50 Meter Bremsweg

Gewinner des Tests:

  1. BMW K12R mit ABS 10,1 m/s2, 109 km/h, 47 Meter Bremsweg

Entscheidend ist jeweils die durchschnittliche Verzögerung, da die Geschwindigkeiten zum Bremszeitpunkt unterschiedliche waren.

Aber man kann an obiger Tabelle sehen, daß meine BMW K12R mit ABS einen 2 Meter kürzeren Bremswert hat, als eine deutlich leichtere Honda Hornet und das trotz einer Geschwindigkeitsdifferenz von 15 km/h.

Aus meiner Erfahrung bei den Bremstest, kann der normale Motorradfahrer in JEDER Situation mit ABS besser bremsen, d.h. der Bremsweg verkürzt sich erheblich!

In einer Schocksituation zieht der Fahrer ohne ABS entweder seine Bremse zu viel zu, dann fliegt er ab oder er zieht nicht stark genug, weil er das Abfliegen vermeiden will (wie der R1 Fahrer oben).

Die 6 Fahrer oben sind alles Tourenfahrer, die mehr als 10000 km/p,a, seit teilweise 15 Jahren fahren. Also keine Anfänger!

Die EINZIGE Ausnahme ist das Bremsen auf der Rennstrecke, abgesperrte Strecke, kein Gegenverkehr und der Fahrer kann sich Runde um Runde an den besten Bremspunkt rantesten.

DAS ist absolut nicht realistisch und übertragbar auf das BEwegen eines Motorrads auf öffentlichen Strassen.

Übrigens gibt es auch dazu vom ADAC eine Untersuchung, die beweißt, dass es 100 Tote weniger geben würde, wenn alle Motorradfahrer mit ABS fahren würden!

Was spricht eigentlich gegen ABS? Was ist daran schlecht? Weil kein STOPPI möglich ist?

Das ist hier im Forum schon ein Reizthema geworden. Mich würde mal interessieren warum hier so viele gegen ABS gebremste Motorräder sind? Beim Wagen ist das heute Standart und JEDER WILL EINEN ABS GEBREMSTEN WAGEN. (Ist schon beinah peinlich wenn keins dran ist) Klärt mich auf. Warum stossen sich so viele am ABS? Sind hier so viele Rennfahrer im Forum die im SLIDE (wo ABS natürlich hinderlich ist) auf die Kurve zuwetzen? Jeder der mal im Regen oder im Herbst auf feuchtem Laub eine Notbremsung, oder eine SCHRECKBREMSUNG machen musste, weiss wie unangenehm das ist. Mit ABS ist das kein Problem, ohne ABS ist das verdammt haarig.

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