Allgemeine Fragen zu Sicherheitssystemen bei aktuellen Motorrädern von Honda ggü. älteren Bikes?

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4 Antworten

Seht ihr Kurven-ABS + Traktionskontrolle vom Sicherheitsplus in der Summe in etwa wie ABS oder ist letzteres immer noch das Allerwichtigste und von der Wertigkeit höher?

Interessante Frage. Meine persönliche Meinung dazu: ABS ja (also plus), aber Kurven-ABS und TC nein . Warum? ABS ist ein defensives Tool für Notfälle, man kann es nicht offensiv einsetzen, um z.B. weiter in Kurven hinein zu bremsen. Kurven-ABS hingegen wiegt Fahrer in einer falschen Sicherheit, weil sich der Kurvenradius beim Bremsen nicht verringert und man z.B. bei einem entgegenkommenden Fahrzeug, das die Kurve schneidet,  lieber ohne zu bremsen ausweichen sollte... ein Kurven-ABS-ler, d.h. jemand der nicht mit einem konventionellen Motorrad aufgewachsen ist, wird einfach bremsen und mit dem Fahrzeug kollidieren... TC finde ich noch schlimmer, anstatt zu lernen, wie man mit dem Gas umgeht wird man zum "binären" Gasgeben animiert, also wie ein Roboter bis zum Scheitelpunkt in die Kurve rollen und dann Vollgas, die Minna wird's ja schon richten. 

Ich vermute, die aktuelle Fireblade hat auch Combined-ABS. Ist es da so, dass beim Betätigen egal welcher Bremse auch immer die andere Bremse mitgebremst wird oder nur so, dass hinten mitgebremst wird, wenn man vorne bremst oder ev. so, dass vorne mitgebremst wird, wenn man hinten bremst?

Bei der SC77 weiss ich es nicht,  bei der SC59 wird, wenn man auf die Hinterradbremse tritt, nach etwa einer halben Sekunde vorne mitgebremst, vorne ist es umgekehrt genauso.  Bei einer Notbremsung sollte man wirklich hinten gleich mitbremsen, macht einen dramatischen Unterschied, auf trockener Strasse könnte man sich, wenn man gleich hinten mitbremst, das ABS fast ganz schenken.

Ich habe gelesen, bei der älteren Hornet / CB1000R ist letzteres der Fall. Wäre es nicht viel besser, wenn das umgekehrt wäre, also dass hinten mitgebremst wird beim Betätigen der Vorderradbremse? So hat man ja bspw. in Kurven den Nachteil, dass es gefährlicher ist, wenn man die Hinterradbremse nutzt, um zügiger um die Kurve zu kommen, weil ja auch vorne mitgebremst wird, was leichter zum Sturz führt, als wenn man nur hinten bremst. Sehe ich das richtig? D.h. beim Roller wie dem SH300i ist das eig. besser, weil da eben hinten mitgebremst wird?

Ja, das siehst du für Notbremsungen schon richtig, man möchte aber in der ersten halben Sekunde dem Fahrer die Wahl überlassen, man kann ja auch das alleinige Bremsen (vorne oder hinten) für gewisse Fahrmanöver nutzen, ohne das die Elektronik alles wieder gleich macht. Z.B. für Trailbraking ist die Hinterradbremse nur mit Vorsicht zu geniessen, eigentlich sollte man die Fuhre sofort, wenn man von der (Vorderrad-) Bremse ist, wieder am Gas haben, sonst ist das Bike in diesem Niemandsland zwischen bremsen und gasgeben ausgefedert und nicht stabil.

Die alten CBF500/600 hat ja nur das gewöhnliche ABS mit einem Bremskolben. Welche Nachteile hat das ggü. den aktuellen ABS-Systemen? Sind die einfach nicht so feinfühlig bzw. ruppiger oder ist vielleicht sogar der Bremsweg deutlich länger oder ist das vernachlässigbar und das ABS damals erfüllte auch schon seinen Zweck und ist relativ gut?

Ich persönlich mag dieses entkoppelte ABS (nicht Combined!) lieber, habe es auch an meiner CBF1000, und zwar schon allein deshalb weil ich mit dem Combined-ABS von der Blade (SC59) schon einige kritische Situationen erlebt habe, das ABS an der CBF hat mich aber nicht ein einziges mal im Stich gelassen. Die Bremserei ist auch nicht irgendwie ruppiger, nein.

YMMV ;)

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Beim Honda CBS wird, unabhängig vom ABS, immer auch ein Teil der Bremsanlage am anderen Rad mitgebremst.

Wird die Fußbremse betätigt, dann bremst auch z.B. die linke Bremse am Vorderrad leicht mit, wenn dort 2 Bremsscheiben vorhanden sind, oder halt nur einer von mehreren Bremskolben wird betätigt. D.h. hier wird nicht der volle bremsdruck erzeugt, sondern es wird nur mitgebremst.

Bei der Handbremse verhält es sich ebenso.

Bei der angesprochenen Kurvenfahrt mit gefühlvoll betätigter Fußbremse wird zwar auch leicht am Vorderrad mitgebremst, aber weit entfernt von der Gefahr des Blockierens.

In der Praxis hat sich dieses System bewährt und zeigt keinen negativen Einfluss/Unfallgefahr bedingt durch den Einsatz von CBS in Kurven.

Ich selbst fahre dieses System schon seit Jahren spazieren und abgesehen von einem vielleicht etwas erhöhten Bremsbelagverschleiß konnte ich bislang keine Nachteile feststellen.

ABS finde ich schon sinnvoll wie ich selbst erfahren habe, Kurven ABS kenne ich selber noch nicht.  Wer allerdings ABS & Co im Straßenverkehr benötigt, hat oft selber schon vorher etwas falsch gemacht indem man z.B. zu schnell war, zu unaufmerksam oder sonst was.

Mit sensiblen Händchen erreicht man ohne ABS bessere Bremswege, allerdings nicht in plötzlich auftretenden Situationen. Mein Bike vermittelt mir ein gutes Gefühl, wenn ich auch plötzlich auch aus 190km/h voll in die Handbremse betätigen kann und die Kiste ohne Überschlag einfach nur verzögert. Da brauche ich mir keine oder wenig Gedanken machen über Bremskraft, Fahrbahnbelag, Wasser usw.

Traktionskontrolle ersetzt m.M. nach eher eine unsensible Gashand, die den zu forschen Reiter vor Ungemach schützen soll, ESP beim Bike gibt es m.W. nicht.

 

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Servus

Ich probiers mal.

Das moderne ABS hat einen Gryo-Sensor, der die Schräglage und damit die Fliehkraft erkennt. Das ist besonders wichtig, weil die Haftkraft der Reifen durch die Fliehkraft mächtig reduziert wird, so das für die eigentliche Bremsung deutlich weniger Haftung übrig bleibt. Dem trägt das moderne ABS Rechnung im Gegensatz zum ABS ohne Gryo-Sensor.

Wenn ich mich nicht vertue, werden Vorder und Hinterrad gemeinsam gebremsat, aber getrennt geregelt.

Das ASR verhintert beim Beschleunigen das Hochgehen des Vorderrades und ESP ist für Autos, dass das Ausbrechen der Dose verhindert.

Grüßle

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Das Motorrad-ABS ist dafür ausgelegt, die Fahrstabilität bei Geradeaus-Vollbremsungen aufrechtzuerhalten. 

Neuere Systeme (ab der 3. Generation) gelten als eingeschränkt kurventauglich, voll kurventaugliche Systeme befinden sich noch in der Entwicklung. Bosch spricht auch bei der neuesten Generation (Bosch MSC) nicht von Kurven-ABS, „da es Situationen gibt, wo MSC nicht weiterhilft“. 

Das physikalisch und systembedingte Problem des eindrehenden Bremslenkmomentes bei einer Kurvenbremsung bleibt jedoch bestehen.

Ältere Systeme sind ohne Überschlagschutz (Rear-wheel-Lift-off-protection) ausgerüstet. 

Insbesondere die hohe Schlupfregelung von bis zu 30 % der zweiten ABS-Generation kann im Extremfall bei haftfähiger Fahrbahn, kurz vor dem Stillstand, zum Überschlag führen. 

Auch neueste Systeme können auf welliger Fahrbahn oder bergab zum kurzzeitigen Öffnen des Bremsdrucks am Vorderrad führen, obwohl der Reifen noch nicht an der Haftgrenze angelangt ist.

Überschlagschutz: Verliert das Hinterrad bei einem Bremsvorgang kurzfristig den Bodenkontakt, regelt das ABS den Bremsdruck am Vorderrad herunter und verhindert dadurch einen Überschlag, verlängert dabei aber (unverhofft) den Bremsweg was ohne ABS nicht passiert  .

Würde mir kein Bike kauf wo ABS oder sonst so ein Blödsinn drin ist oder es muss zu 100 % abschaltbar sein der Mist als so ganz aus ist ein Bekannter der ABS hatte ist deswegen tödlich verunglückt auf Grund des ABS und ich fahr seit über 35 Jahren ohne den MÜLL .

Den wen man das ABS braucht ist es meist aus wegen der Bordspannung unter 12 Volt schaltet sich ABS immer ab das hat auch dem das Leben gekostet .WEG mit der ABS Plicht und Aufpreis wer den Mist haben will . 

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