Gelingt es, bei einem Sturz eine Schutzhaltung einzunehmen?

5 Antworten

Man kann Reflexe bis zu einem bestimmten Grad „antrainieren“. Das heißt, immer und immer wieder die Situation durchspielen. Wenn jemand aber mit dem Motorrad so oft stürzt, sollte er das Motorradfahren sein lassen. Selbst „Stundmänner“ können Stürze trainieren aber die sind geplant und er weiß genau, wie er zu reagieren hat. Kommen die in eine unvorbereitete Situation reagieren sie auch nicht anders als andere. Bei meinem Sturz auf der Ölspur hatte ich eigentlich gewusst, dass ich stürzen würde, hatte aber dennoch „krampfhaft“ versucht dies zu verhindern. Wie sieht denn die „Verarbeitung“ eigentlich aus? Man erkennt die Situation, --- jetzt spielt das Gehirn aus den gehörten oder gesehenen bzw. den eigenen Erfahrungen die Situation durch. Instinktiv leitet es jetzt die „Schutzmaßnahmen“ ein. Jetzt müssen die Muskeln der Arme und Beine aktiviert werden. Das alles dauert natürlich so seine Zeit. Bis dahin kann man die Reaktionszeit durch Training etwas verkürzen. Nun ändert sich aber etwas und die „neue“ Situation muss wieder von vorne „analysiert“ und verarbeitet werden. Dann wird die Zeit zu knapp. Es gibt ganz selten die Situation, dass man eine „Schutzhaltung“ einnehmen kann. Ist bei einigen „Motorradrennfahrern“ schon geschehen. Da hat aber das Gehirn die Situation schnell aus der Erfahrung erkannt und reagiert. Trainieren kann man das aber nicht. Es sei denn, man trainiert solche Stürze täglich. Gruß Bonny

Ich habe es am 01.10.2011 nicht geschafft. Der einzige Reflex war, die Augen zu schließen, als ich die Euro-Palette mit dem Vorderrad erwischte und dadurch wie eine Kanonenkugel abhob. Welche "Schutzhaltung" hätte mich vor den 9 Knochenbrüchen bewahren sollen?

Hallo sintermann

Das dürfte von Mensch zu Mensch verschieden sein. Bin mal vom MTB bei ca. 60km/h in die Brombeeren abgetaucht. Die Erkenntnis und der Flug waren erstaunlich gelassen, ganz ohne Panik. Interessant vor allem, dass mein desolater Rücken noch so biegsam war, was ich wohlwollend zur Kenntnis nahm, auch der armdicke Ast, den ich durchschlug, machte nur ein Aha. Irgendwann tauchte ich aus den Brennnesseln und den Strünken wieder auf, ließ den Blick schweifen und als niemand in Sichtweite war, lachte ich erst mal laut los. Dann sortierte ich meine Knochen, griff nach der Geldbörse, war am Mann, suchte mein MTB und dann ging es mit einer gesunden Portion Antirheuma Serum wieder weiter. Dann bemerkte ich mein blankes Hinterteil, die niegelnegelneue und teure Radlhose hatte das zeitliche gesegnet und da man da eben naggisch reinschlüpft, war ein Trostbier auch nicht mehr drinne.

Das Verhalten ist bei mir aber typisch, der Schock kommt, wenn überhaupt erst Stunden später. Da kann es mir nachträglich sogar die Beine wegziehen, war aber vor 36 Jahren, bei einem fürchterlichen Unfall, den ich als Beifahrer erlebte, das letzte mal.

Bewusst nahm ich die Schutzhaltung nicht ein, war irgendwie, als ob ich als neutraler Beobachter meiner selbst fungierte, muss ich aber nicht mehr haben.

Gruß Nachbrenner

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