Gehen ABS-Pumpen kaputt, wenn man das ABS nie benützt?

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6 Antworten

Für den Laien zur Erklärung:

Die ABS Pumpe wird beim Bremsflüssigkeitswechsel nur dann ordnungsgemäss gewartet, wenn ich in einer Markenwerkstatt war. Die allermeisten Freien Werkstätten können diesen Service nur bedingt durchführen. Möglich wäre dies nur, wenn sie ein Diagnosegerät ih eigen nennen , welches die Ansteuerung Spülen der ABS Pumpe ermöglicht. Zur Erklärung: Beim Bremsen werden zwar die Leitungen zur ABS Pumpe, und von der ABS Pumpe zum jeweiligen Bremskreis durchflutet, die Pumpeneinheit selber wird aber leider nur zum kleinsten Teil davon berührt.

Daher sollte z.b. Beim einem PKW bei einem Bremsflüssigkeitswechsel mit ABS Kreis minimum 2 Liter auf der Rechnung stehen. Dann wurde die Bremse auch ordentlich gewartet.

Beim Zweirad, wird die Hälfte der Menge ausreichen.

Also immer genau nachfragen, wie die Werkstatt das durchführt. Es ist das gute Recht des Kunden das genau zu hinterfragen und erklärt zu bekommen. Nur einfach Schlüssel abgeben, und später wieder in Empfang nehmen, geht in 50 % der Fälle schief. Man sollte sich bei der Fahrzeugannahme genau artikulieren, und nach Durchführung der Wartung / Reparatur die einzelnen Positionen detailliert erklären lassen.

Allzeit Gute Fahrt!

Jetzt bin ich vor lauter Erklären nicht auf den Konsens der Frage eingegangen:

Ja, es ist durchaus möglich, das die ABS Pumpe an den Pumpenkolben sowie den Ventilen durch Wassereinlagerungen im Bremskreis einen Defekt erleidet.

Die Folge Rost, und Zerstörung der Präzisionsgefertigten Teile, die meist einige wenige Tausenstel mm Fertigungstoleranzen haben.

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Hallo Turbo

Wir hatten a. ein Handrad und b. eine Maschine, die präzise Drehzahlen abgab. Anlage einbremse, beaufschlagt man dann einen Geber, gehen die anderen Achsen erst einmal in Störung. Stoppt man dann die Drehzahl am Prüfgerät, fängt an der geprüften Achse der Regelzyklus an. Das Ganze funktioniert auch mit einer Stahldrahtbürste. Wenn man es weiß…. ;-)

Gruß Nachbrenner

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"Die ABS Pumpe wird beim Bremsflüssigkeitswechsel nur dann ordnungsgemäss gewartet, wenn ich in einer Markenwerkstatt war." - Kollege meinte dass er NUR in der Vertragswerkstatt seine Maschinen warten lässt. Aus Wut über den hohen Reparaturpreis hat er der die Maschine gleich da gelassen - sie der Werkstatt gleich verkauft, und sich geschworen nur noch neue Maschinen zu kaufen. Und die nur solange zu fahren, bis die Garantie abläuft.

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@badboybike

ICh will´s mal so sagen: Leider wissen immer noch nicht alle Werkstätten, was bei einem Bremsflüssigkeitswechsel bei einer ABS Anlage gemacht werden muß, um das System ordnungsgemäss zu warten, leider....... Da kann auch eine Markenwerkstatt nur so gut sein, wie das geschulte Personal, obwohl man es bei denen eigentlich voraussetzt :-/

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Hallo badboy

Nichts ist für die Ewigkeit, aber es erscheint mir, bei regelmäßiger Wartung, recht unwahrscheinlich.

Ich kenne jetzt das ABS von Eisenbahnwaggons und die haben Luftbremsen und die kann man mit dem Modus Prüflauf testen. Nun kann die zu viele Luft vom Bremszylinder einfach ins Freie entweichen und wenn das Rad wieder greift auch genügend Bremsluft nachgefüllt werden, was bei einer hydraulischen Bremse eher nicht geht. Darum ist diese Pumpe da, die muss die „abgelassene“ Bremsflüssigkeit wieder in das System zurück pumpen, sonst steht dein Bremshebel bald am Lenkergriff an. Jetzt wäre es bisserl gefährlich, müsste der „Testfahrer“, wenn kein Prüfstand in der Werkstatt vorhanden ist, das ABS auf dem Hof oder der Straße testen. Sicher haben moderne Anlagen auch so einen Prüflaufmodus, der über Laptop oder Ähnliches gefahrlos probiert werden kann.

Das Prinzip ist folgendes: Du baust über den Bremshebel Druck auf dem Bremszylinder auf. In der Bremsleitung befinden sich zwei Ventile. Ventil eins sperrt den Druck vom Hebel ab, das 2. öffnet und nimmt Druck vom Bremszylinder. Dreht das Rad wieder öffnet Ventil 1, Ventil 2 schließt und Du baust neuen Druck im Bremszylinder auf, bis das Spiel wieder von vorne beginnt. Daher kommt auch das Pulsen im Bremshebel. Das Prinzip des Gebers ist identisch.

Gruß Nachbrenner

Wie würde Radio Eriwan anworten?

Im Prinzip hast Du das richtig erkannt, nur sind in modernen ABS Systemen Routinen in der Software eingebaut, die erfolgreich Manipulationen unterbinden, oder dies zumindest versuchen.....

Man kann sich natürlich die Mühe machen, und mit einfachen Mitteln eine Prüfroutine ausarbeiten, um das ABS im Stand zum regeln zu bringen, aber eigentlich fängt ein ABS System erst ab 6-8 km/h an zu arbeiten, drunter wird die Bremswirkung ungefiltert an den Radbremszylinder weiter gereicht. Ich habe verschiedene ABS Sytemschulungen mit gemacht, einschliesslich der ASR und ESP Komponenten, und ärgerte mich nach Rückkehr in die Werkstatt immer wieder, das ich verschiedene Unzulänglichkeiten nicht direkt im Schulungscenter auf´s Tablett gebracht habe. Zum einen sind die Systeme viel zu anfällig gegen Einflüsse von aussen, und zum anderen ist die Software manchmal so lahm, das einem schlecht wird, wenn man erkennt, was dann das ABS System daraus in Gefahrensituationen macht.

Mein erstes Auto hatte ein 3 Kanal ABS System, das "einkanalig " auf der Hinterachse wirkte, was logischerweise zu manchem Quersteher in Kurven, die etwas zügig angebremst wurden, führte.

Im Einsatz musste ich mehrere ABS Systeme Prüfen, und Fehler orten, die mit dem "Laptop" nicht zu erkennen waren. Das fing an bei Hinterachsbremszylindern die urplötzlich ohne Warnung in schnellgefahrenen Kurvenabschnitten, bei raschem Kurvenwechsel ein Rad zum blockieren brachten. Die Ursache war ein auf 3mm abgefahrener Reifen auf der einen, und ein nagelneuer auf der anderen Seite...... Wo steckt da die Logik in der Softwareroutine?!?

Dann kommt vor einigen Tagen ein Freund, und fragte, ob ich mir mal die Bremsanlage seines Kumpels anschauen könne, die Werkstatt habe keine Fehler gefunden....... Französischer Kleinwagen, sag ich nur. Wieso bekommen Hersteller das nicht gebacken, einen simplen Gusszahnring, der auf der Antriebswelle sitz und die Impulse an den Geber abgibt, so zu montieren, das er nicht vom Rost unterwandert wird?!? Es ist bestimmt kein Einzelfall, das die Werkstatt nicht geschnallt hat, das der aufgebrochene Ring sich hin und wieder auf der Welle dreht, verhakt, und dann urplötzlich das betreffende Rad bis zum Stillstand abbremst..... ........ bis das System aussteigt, weil es keine Impulse mehr bekommt.

Ähnliche Probleme hatten wir bei den Anfangssystemen bei BMW an den Zweirädern. Erst mit Einführung der K-Modelle waren die ABS Routinen weniger mit Problemen behaftet.

Ich könnte Stundenlang über ABS Fehler schreiben, aber ändern kann ich nicht´s dran :-(

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@user5432

Das ist schon klar. Ich habe mir mal ein Wabco ABS in einem Transporter angesehen, da wurden die Ventile über Relais angesteuert, so grob geht das bei der Bahn natürlich nicht, die müssen fein bis <2km/h regeln, sonst gibt es „Schweißpinkel“ auf der Lauffläche und dann muss die Achse raus. Außerdem kommt man leichter zum Auslesen und an Vorder- und Hintergrundspeicher. Und Schulung (pah) oder Unterlagen…. Selbst ist der Mann. Am Ende hatte ich mir ein Prüfgerät gebaut, da konnte ich alles manipulieren, auch die Grenze von unterschiedlichen Raddurchmessern, nur Verbesserungsprämie, niente. Nach der offiziellen Berechnung hätte ich mich zur Ruhe setzen können, denn so eine Achse kostet zum überholen 10.000€. Ähnliches bei den Prozessor gesteuerten Geräten. Da ging eine Serie mit vertauschten Bremskurven raus, das habe ich mit simpelsten Mitteln festgestellt, doch da ist die Macht der Hersteller und die vorgeschalteten Krawattenträger der Bahn zu groß, da kommt man zu nichts, egal.

So ein Laptop kann natürlich auch nur so viel, wie der Programmierer und der an der Tastatur, doch für die Pumpe sollte es genügen. Die Geber überprüfen ging bei der Bahn mit Oszi natürlich einfacher, weil man an Schnittpunkte leichter ran kommt. Letzten Endes liefern die aber auch nur Rechtecksignale an den Rechner und wenn man will, trickst man den aus. Bleibt nur die Frage, wie man ohne entsprechende Unterlagen die eingespeicherten Fehler wieder raus bekommt. Interessant wäre auch; wie der Rechner dauerhaftes Kurvenfahrten kompensiert.

Jedenfalls eine interessante Materie und nichts für Bastler.

LG Wolfgang

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wenn der Kollege sein Moped regelmäßig zur Wartung in die Werkstatt brachte, sollte auch gewähleistet sein, dass von der Werkstatt eine Probefahrt gemacht wird. Eine Probefahrt sieht nach meiner Meinung so aus, dass alle Fahrfunktionen getestet werden und, dazu gehört auch die ABS.

Ich würde diese Werkstatt künftig meiden !

Dem kann ich nur beipflichten!

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Hm. Klingt nicht völlig abwegig... andererseits sollte ja wohl beim Bremsflüssigkeitswechsel das ABS-Geraffel mit gespült werden. Das Auslösen des ABS würd ich auch als Häkchen auf der jährlichen Wartung vermuten... insofern seltsam.

ABS-Pumpe und Ventile sind Mechanik - und die mag ab und an bewegt werden. Ich hab's zwar auch schon eine Weile nicht mehr gemacht, aber zumindest mal am Anfang einer Saison fährt man auf nen Platz und bremst ein paarmal ordentlich "beide voll!" (mit ABS). Dabei darf dann auch das ABS an gehen, wozu hat man's schließlich.

Grüße, Michael

Nach dieser Aussage müssten hunderttausende von PKWs mit defekten Bremsen unterwegs sein, weil die noch nie eine ABS Bremsung hinter sich hatten. Zwar kann der ABS Block auch einen Defekt haben, aber wird er immer beim Bremsen durchspült. Es kann sein das eines der Magnetventile sich verabschiedet hat aber dies hat meiner Ansicht wenig mit zu-wenig-bremsen zu tun.

Oder aber die Bremsflüssigkeit wurde noch nie gewechselt und durch den hohen Wasseranteil ist das gute Bauteil schlicht festgegammlt.

Angeblich wurde die Bremsflüssigkeit regelmäßig gewechselt, nur hieß es dass die nur dann das ABS-System durchspült, wenn man das ABS beim Bremsen auch "fordert".

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Jungs ich staune über euer technisches Wissen. Wenn ich so was ERFINDEN müsste, würde wahrscheinlich wie bei Opa`s Fahrrad ein Gummiklotz einfach von oben an den Reifen drücken;-)) lg Romana

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