Führerschein Klasse A, Ich habe Angst!

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****Vorab: Respekt ist gut, Angst ist schlecht. **** (mehr dazu später)

Hallo Large,

ich denke deine Probleme sind am Anfang völlig normal.


Das Abwürgen ist nur eine Übungssache. Aber das geht eh schon.

Die zu großen Bögen beim Abbiegen können durch viele Punkte ausgelöst werden. Ganz spontan würde ich sagen, dass du dich vom Kopf her gegen Schräglagen wehrst, was am Anfang ganz normal ist. Weiters könnte auch die Technik nicht passen. Das wäre aber dann etwas, was die FS sehen müsste.

Verkehrsregeln - hehe... schön wäre es, wenn man nach denen fahren könnte, doch du wirst sehen, manch ein Autofahrer denkt, er hätte immer Vorrang.

Zu der Geschwindigkeit: Ich kann dir da leider nicht meine eigene Entwicklung sagen, da ich nie genug Speed und Schräglage haben konnte. Es ist für mich immer noch so, dass ich eine extreme Selbstbeherrschung brauche, wenn ich auf das Motorrad steige. Aber zurück zu dir: Ein paar Freunde haben mir erzählt, dass sie Geschwindigkeiten ab 70km/h auf dem Motorrad wie 150+ im Auto empfunden haben. Da ich mit denen öfters mit dem Mountainbike unterwegs war und wir dort oft 60+ gefahren sind, denke ich, dass es etwas Zeit braucht, bis man sich daran gewöhnt. Und du darfst nicht vergessen, dass du ja am Motorrad den Wind spürst. Das ist einfach gewöhnungsbedürftig.

Und um dich wegen den 100km/h aufzumuntern (Achtung Sarkasmus!): Ob du mit 70/100 oder so in ein Auto donnerst, es ist nicht empfehlenswert. Wenn du mit 70 oder 100 einen Rutscher hast und am Asphalt rutscht, hilft dir eine Lederkombi. Als eigener Erfahrung kann ich sagen, dass man so oft ohne größere Verletzungen davonkommt (Voraussetzung: man ist körperlich fit und aufgewärmt). Um dein Problem zu bekämpfen würde ich sagen, dass du dir evt vor der Prüfung extra Stunden nimmst, wenn du dich überhaupt nicht aussiehst. Und dann kannst du dich ja langsam an höhere Geschw. herantasten. Gute Bekleidung (welche nicht flattert) gibt dir ein sichereres Gefühl bei höheren Geschw.

Thema Asphalt: Solange du gerade aus fährst, ist es nicht so wichtig. Beim Bremsen und Beschleunigen kann es ein wenig lästig werden. Bodenmarkierungen, Bitumenstreifen sind absolut böse. Ausnahmsweise liegt da die Fahrschultheorie mal richtig. Wenn du dir mal nicht sicher bist, ob der Boden griffig ist oder nicht, kannst du ja deinen Stiefel kurz runterhalten.

ch denke, bis zur Prüfung wird das schon und ich kenne keinen Fall, wo der Prüfer etwas gegen 80/90 kmh auf der Landstraße hatte. Solange du nicht total den unsicheren Eindruck machst.

Die Spurrillen sind nicht so schlimm, wenn es nicht gerade aus Eimern regnet. Und wenn es regnet und du nicht 120 fahren willst (wer hat dir diese Werte gesagt), fahr einfach langsamer. Das Gesetz verbietet es dir nicht (außer du fährst so langsam, dass du ein Hindernis bist). LKWs fahren ja auch nur 80/90 auf der Autobahn. Wenn du jetzt nur 100 fährst, passts doch auch.

Warum der kleine A? Ich bin mir sicher, wenn du mit dem Auto gerne schnell fährst, wird sich das ziemlich schnell auf das Motorrad übertragen. Aber wie weiter oben geschrieben kommen halt div. neue Dinge wie Fahrtwind, Schräglage usw dazu.

Abbrechen? Sicher nicht! Es ist einfach so, dass man sich mit zunehmenden Alter mehr Gedanken über Gefahren macht, die man vl. früher nicht einmal gesehen hätte.


Was ich sonst noch loswerden möchte:

Wenn man seinen Blick nicht direkt vor die Maschine richtet, kommt dir die Geschw. auch nicht so schnell vor. Dauernde Blicke auf den Tacho sind auch suboptimal.

Der Lenker ist ein Instrument, kein Haltebügel. Versuch locker auf der Maschine zu hocken und entspannt zu sein.

Die Füße sollten korrekt auf den Rasten platziert sein. Also nicht wie mit dem Stiefelabsatz einhaken. Je nach empfinden sollte der Fußballen auf der Raste sein. Die Haltung ist zwar nicht so fein wie einfach mit den Absätzen an den Rasten einzuhaken, doch so gehts aus vielen Gründen besser. Ich fahre nur dann mit den Absätzen auf der Raste, wenn ich lange Strecken überwinden muss, bis ich zu interessanten Kurven komme.

Bei Kurven, Kehren und beim Abbiegen ist es fein, wenn man mit Gas fährt. Die Maschine ist im Rollen nicht so stabil.

Man muss die Wohlfühlgeschw. ein paar mal überschreiten, dann gehen auch die 100-120 leicht. WICHTIG: Du solltest mit dem Fahrlehrer darüber reden, damit man vl. eine Strecke fährt, welche dir dabei hilft, die Angst zu überwinden.

Hat man euch beigebracht, was "DRÜCKEN" ist? Wenn nein, damit kann man ein wenig tricksen, wenn man Angst vor Schräglagen hat. Frag mal den Fahrlehrer danach.


Was kann man mental machen? Du könntest dir zb. bei geschlossenen Augen den Übungsparcours vorstellen. Fahre ihn dann geistig ab und stell dir vor, wohin du schaust usw. Selbiges für div. Straßen.


Ich wünsche dir noch viel Spaß und Glück mit dem Fahren.

"Wenn du dir mal nicht sicher bist, ob der Boden griffig ist oder nicht, kannst du ja deinen Stiefel kurz runterhalten."

@LargeAMount: Diesen Satz ignorierst du! Wenn dein Stiefel auch nur für eine Milisekunde verhakt, kann es bedeuten, dass du absteigst.

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@deralte

ähm Einspruch.

Vl. habe ich es blöd formuliert, aber natürlich nicht den Stiefel runterdrücken und belasten. Auch über Kanten und Kanaldeckel, etc... nicht sehr empfehlenswert.

Aber ganz vorsichtig den Absatz vom Stiefel schleifen lassen. Dies kann eben den wertvollen Hinweis geben, dass es rutschig ist. Etwas anderes sagt das aber nicht aus. Nur weil man ein Ziehen am Fuß spürt (man rutscht nicht gut über den Asphalt), heißt das noch nicht, dass der Reifen auch Grip hat. Es kann wirklich nur als Indikator für eine rutschige Straße verwendet werden.

Und ich denke, es hängt schon stark vom Stiefel ab, ob man wo verhakt. Die meisten Motorradstiefel (Sport oder Touring) haben eig. kein richtiges Profil. Wenn man natürlich eine Sohle a la Bergschuh hat, könnte ich mir das eher vorstellen.

Natürlich lasse ich mich gerne belehren.

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@RosineAUT

Ich mach das auch mit dem Stiefel, klappt gut, man kann schnell herausfinden, wieviel Grip man hat, besonders, wenn die Reifen noch nicht warm sind (da merkt man es am Widerstand gegen den Lenkimpuls)

Man darf dazu natürlich nicht während der Fahrt absteigen ;-)

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Erstmal vielen Dank für die vielen Antworten und sorry das ich so lange nicht geantwortet hab. RosineAUT hatte völlig Recht, vom Kopf her habe ich mich gegen Schräglagen gewehrt, zumindest gegen große. Die 100km/h sind nun auch kein Problem mehr, ich denke es lag an wenig Erfahrung und der Tatsache dass ich die Landstrassen alle nie kannte (bin zugezogen).Ich habe mittlerweile den Führerschein im ersten Anlauf bestanden, hatte meine praktische letzten Montag an dem Orkan-Tag. Das schlechte Wetter war wohl mein Glück, hatte dadurch eine sehr einfache Prüfung. Was deine Fahrad-Kollegen gesagt haben kann ich nur unterschreiben. Ich fahre ebenfalls Mountainbike, auch gerne Abfahrten mal mit 50+ km/h. Die Geschwindigkeit auf dem Motorrad kam mir trotzdem immer viel heftiger vor. Das hat sich jetzt schon gelegt. Ich denke mein Unwohlsein lag auch an der Fahrschulmaschiene. Eine Yamaha FZ6 ist einfach nix für einen 1,96m Kerl. Habe seit ich meinen Schein habe nun bereits 120km auf einer Suzuki DR650 zurückgelegt. Ich weiß, dass das nicht viel ist, hab den Schein aber auch erst 7 Tage. Mit diesem Motorrad traue ich mich viel mehr Schräglage und habe auch das Gefühl sie besser zu beherschen. Natürlich ist das ein bisschen wie Äpfel mit Birnen zu vergleichen glaube ich, aber von meinem Gefühl her ist das so. Ich werde mir nun auch eine Enduro zulegen und nächstes Jahr wenns Wetter wider besser ist, anfangen im Gelände zu fahren. Vorher wollte ich ein oder zwei Enduro Trainings absolvieren. Ich bin auf jeden Fall kein km Fresser der auf der Autobahn heizen will. Denn ganz ehrlich, wenn ich schnell fahren will nehme ich den BMW. Ich denke auch dass es nicht ohne Grund AUTObahn heisst und nicht Motorbahn. Am Motorrad Fahren reizt mich eher der Offroad Gedanke. Ich hab zwar kein Problem mehr mit der Geschwindigkeit beim Motorrad aber ab 120-130km/h hört für mich auch irgendwie der Spass bzw. Komfort auf. Ist einfach viel zu anstrengend ;) Also nicht falsch verstehen, ich hab nix gegen Motorräder auf der Autobahn, ich kann den Reiz daran auch nachvollziehen aber für mich ist es halt nix. Wenn ich ein Fazit ziehen soll: Ich denke Angst muss immer mitfahren, aber Sie muss halt überwunden werden. Das ist mal einfacher, mal schwerer. Für mich kam es mit der Übung. Und wahrscheinlich auch durch die Nachtfahrt. Da habe ich nämlich ein Karnickel überfahren und gelernt: Es ist alles gar nicht so schlimm, solange man es nicht übertreibt. Vorher habe ich nämlich am Tage immer auf jeden Gulli oder sonstiges "Hinderniss" gestarrt und viel zu viel überlegt. Da man Nachts den Zustand der Straße eh nicht mehr so genau sieht, gab mir das die Erfahrung die nötig war um vieles lockerer anzugehen. Am Endes des Tages bin ich also richtig froh den Schein gemacht zu haben. Ich denke alles andere wird nun mit der Zeit kommen.

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@LargeAMount

Vorab: Glückwunsch zum Schein.

Wenn du dich auf einer Maschine wohl fühlst, bist du gleich lockerer und somit sicherer unterwegs. Bin gespannt, was es für eine Maschine wird.

Div. Trainingstage können durchaus nützlich sein. Sei es um nach dem Winterschlaf wieder warm zu werden oder weil man etwas Neues probieren will. Du musst halt schauen, welches Training für dich am nützlichsten ist.

Ich hab zwar nichts gegen Geschwindigkeit, aber Autobahnen langweilen mich. Ich kann die Autobahnheizer sowieso nicht verstehen. Auch div. Raser sind mir ein Rätsel. Bis auf 2 Fahrer kann ich ausnahmslos sagen, dass bei denen, die ich gesehen habe, die Leistung der Maschinen enorm war, die Fahrtechnik sah aber zum Kaputtlachen aus. Immer wenn es dann kurvig wurde, speziell bei Kehren, Spitzkehren oder auch schönen "Tieffliegerkurven" wurde deren Rückstand immer größer, obwohl ich nachwievor so unterwegs war, dass es im Straßenverkehr noch vertretbar war.


Aber ich drifte ab... ... Wenn man sich anschaut, was so alles auf den Straßen unterweg ist, kann man schon eine Gänsehaut bekommen. Bei dir wird sich der Stress auch noch legen. Ein paar KM fahren und deine größte Angst wird der steigende Spritpreis sein.

Ansonsten wäre noch zu vermerken, dass doch die Erfolge, für die man hart gekämpft hat, die Schönsten sind. Am Anfang denkt man sich oft "das geht nie; wie soll ich das schaffen" und wenn sein Ziel erreicht hat und auf die Strapazen zurückdenkt, ist man einfach nur happy und stolz.

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Man desensibilisiert mit der Zeit und wird dann immer schneller (Tag für Tag). Am besten lernt man Motorradfahren, wenn man erst einen Tick langsamer fährt als man meint es zu können... dann kommt man in einen Flow-Zustand und fährt schneller und schneller, viel schneller als wenn man gleich von Anfang krampfhaft versucht hätte, bewusst so schnell zu fahren.

Wegen deiner Angst:

es gibt ein gutes Buch (weiss nicht, ob es das auch auf deutsch gibt, ist aber egal, der Titel sagt eigentlich schon alles, was man wissen muss) :

Feel the fear and do it anyway

Denk mal etwas über den Satz nach :-)

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Ich hab eigentlich nicht die Kompetenz hier groß Fragen zu beantworten.... hab mich aber über deine Frage etwas gewundert..

Das hört sich ggf. jetzt böse an - ist aber nett gemeint:

Wenn's kein Spaß macht, iss es ja auch keine Pflicht Motorrad zu fahren - ich hab auch mords Respekt vor starken Maschinen* .- wenn ich mich aber überwinden muss, dann lass ich's doch einfach (!?)..

Was du beschreibst macht ja keinen Unterschied ob du offen oder leistungsbeschränkt unterwegs bist. (von wegen der kleine A tut's auch)

Jetzt krieg ich zwar haue - aber so unter uns - mit 180km/h "kilometerfressen" kannst du mit dem Auto klar entspannter - beim mopped macht's halt Spaß rel. sinnfrei durch die Gegend zu knattern....

*oder eigentlich mehr davor, das es im Hanglenk dann doch juckt...aber totfahren kann man sich auch auf nem 25'er Roller

Das ist die anfängliche Sicherheit bzw Unsicherheit. Mit steigender Routine verlässt dich diese Angst :)

Diese Angst ist übrigens gut, denn sie bewahrt dich vor zu schweren Fehlern und schützt dich!

Prinzipiell gilt übrigens: Du bist der Fahrer und sollst dem Wetter und den Umständen entsprechend angepasst fahren. Das heißt, wenn du entscheidest: nein, hier kann ich keine 120 fahren, dann ist das so.

Du sollst natürlich nicht kriechen, aber eben dem Wetter angepasst dich verhalten. Und mit 120 auf der Autobahn bei Regen ist eben leichtsinnig.

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