Fahrverhalten bei Wind/Windboen

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12 Antworten

Hi Maria,

da kannste aktiv nicht viel machen sondern nur reagieren. Schön mittig in der Spur fahren damit Platz nach beiden Seiten bleibt. Fährt man in den windabgewandten Teil (Lee) von Lkws ein einfach damit rechnen ein Satz zum Lkw zu machen. Beim Verlassen vom Windschatten ist´s genau andersherum. Übung macht den Meister/die Meisterin. Mich erschrecken starke Böen auch nach über 30 Jahren Krad-Fahrpraxis bei über 300.000 Km immer noch.

Als Thema zu deiner Frage habe ich mal "Seitenwind" hinzugefügt. Da gibt´s auch einiges zu lesen s.

www.motorradfrage.net/tag/seitenwind/1

Gruß T.J.

moppedden125 08.09.2011, 10:49

Danke für die Ergänzung und auch für den zughörigen Link.

Bei mir geht es da jetzt weniger um die Luv-Lee-Seite zu LKW's, gehört aber natürlich dazu. Ich selber bin des öfteren auf Überlandstraßen unterwegs, wo die Boen einfach ungehindert durchblasen können. Zuletzt passiert vor ca. 3 Wochen, dazu noch Gewitterregen - grauslich.

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moppedden125 09.09.2011, 06:11

Ihr habt mir's schwer gemacht, die "beste" Antwort auszuzeichnen. Danke euch allen für eure Hilfestellung und Ratschläge.

Ihr seid eigentlich alle die "Besten" :-))

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Hallo Moppeden

Mich trifft der Segen der Trägheit der Masse. Nahe der See wirkt das anders als im Gebirge, ich kenne beides und als erstes rate ich: Gas weg. Tempo runter und die Sensoren geschärft und vor dem Sturz lieber anhalten und Schutz suchen.

Auf Sizilien hat der Passat unsere Mädels an der Küste schlicht weggeblasen. Im Gebirge ging es anschließend den fleischlosen Jungs auch nicht besser und sie versteckten sich hinter meinem breiten Rücken. Verlässt man den Windschatten der Felsen, kann so eine Böe einem glatt von der Straße blasen und das sollte man keinesfalls unterschätzen. Besonders übel können da Gewitter sein.

Mich hat mal im Bürgerkäfig auf der BAB eine Böe gepackt und um fast 90° gedreht. Zum Glück war mein Tempo wegen Starkregen nahe 0km/h und ich konnte mich noch in einem naheliegendem Tunnel retten.

Die Natur ist immer stärker.

Gruß Nachbrenner

Hallo Maria, ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, also greife ich erst einmal den "Herbst" auf: Durch die Anführung vermute ich, daß Du "Herbst" mit "Wind" gleichsetzt. Natürlich gibt es auch in Schleswig-Holstein im Herbst Wind, aber es gibt keine Jahreszeit, die ich als "Windarm" bezeichnen kann.

Meterologisch ist es dadurch begründet, daß S-H recht schmal ist (100 km im Durchschnitt wird schon passen)und durch Nord- und Ostsee begerenzt wird. Darum ist "Wind" in S-H die normalste Sache der Welt. Vielleicht sind 4 Windstärken für Dich schon "Sturm", für mich ist es eine "Brise".

Eine landschaftliche Eigenart in Norddeutschland sind die sog. "Knicks", die recht guten Windschutz bei Seitenwind bieten, aber laufend unterbrochen werden, sei es nur durch eine Feld-ein/-ausfahrt. Bei diesen Feldzugängen bekommt man, abhängig von der Windstärke und der eigenen Geschwindigkeit, eine "gewischt".Insbesondere die "Helmtreffer" sind unangenehm und nervig, aber nicht gefährlich. Bei z.B. Windstärke 4 und 100km/h wird das Moped schon etwas nach links oder rechts gedrückt, aber nicht bedrohlich. Wenn der Fahrstreifen dadurch nicht "zu eng" wird, lenke ich nicht gegen, zumindest nicht bewusst. Die Folge ist, daß ich mehr oder weniger permanent "Schlangenlinie" fahre (wohlbemerkt bei beispielhaften 4 Windstärken. Es gibt in S-H durchaus auch Tage, an denen man auch draußen Zeitung lesen kann :-) ) Das Moped korrigiert quasi von alleine die eingeschlagene Fahrtrichtung.

Bei Kurven-(kombinationen), die in Deiner Heimat natürlcih häufiger anzutreffen sind, hilft nur, dauerhaft die Geschwindigkeit zu reduzieren. Wenn Du eine Kurve mit einer gewissen Schräglage durchfährst und eine Windböe trifft Dich vom Kurvenaussenrand, dann wirst Du in die Kurve gedrückt. Dann bist Du gezwungen, gegenzudrücken und Fahrtrichtungskorrekturen in Kurven sind nunmal "Gift". Und dann kann es sehr schnell passieren, daß die Fahrstreifenbreite nicht mehr ausreicht. Also in der Kurve möglichst mittig fahren und nicht die Kurvenränder "anpeilen", weil sie die Ideallinie darstellen, damit Du bei erforderlichen Korrekturen "Luft" hast.

Ich hoffe, daß diese Zeilen etwas hilfreich sind. Allgemeingültige Tipps für das Fahrverhlaten bei (starkem) Wind kann man m.E. nicht abgeben, da der Wind und sein Verhalten extrem Landschaftsabhängig ist (z.B."Fallwinde").

Ein lieber Gruß aus Kiel von Kostja :-)

moppedden125 08.09.2011, 18:27

Lach Kostja, schon klar - ihr da hoch im Norden habt natürlich immer Wind ;-)

Herbst und Wind assoziert man halt mal gern miteinander und natürlich gibt es auch bei uns zu jeder Jahreszeit Wind (sonst wär das Segeln im Sommer ja fad).

Zu deiner Aussage: bei z.B. Windstärke 4 und 100km/h wird das Moped schon etwas nach links oder rechts gedrückt, aber nicht bedrohlich eine Frage: was verstehst du unter "bedrohlich"? Muss zugeben, hab das zu meinen Rollerzeiten nie erlebt, das erste Mal hat es mich ziemlich erschreckt (war im Nachhinein gesehen nicht so schlimm, was auch gut war, hab da ja noch alles falsch gemacht, was man falsch machen kann in so einer Situation).

Danke auf jeden Fall mal für deine Antwort.

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Wie du schon sagtest, der wichtigste Punkt ist sich nicht am Lenker festzuhalten und bewusst keine Lenkimpulse zu geben, das Bike stabilisiert sich bei Seitenwind weitgehend selbst, da brauchst du garnichts zu tun, ....durch das "Versetzen" steuert das Bike selbst gegen.

Hallo Maria !

Wie der Rheinländer sagt: " Et iss wie et iss."

Erschrecke mich auch jedes mal wieder ! Da wird einem kurz die Gewalt über das Möppi genommen, als ob eine unsichtbare Hand am´Lenker wackelt. Vielleicht beim aus dem Haus gehen schon mal das Wetter betrachten und sich sagen, was auftreten könnte. Gruß Rainer.

Glücklicherweise ist der Moment ja nur kurz und das Motorrad richtig sich von alleine wieder auf, ich bin bisher dabei noch nie besonders weit versetzt worden, habe mich mehr erschreckt.

moppedden125 08.09.2011, 10:30

Was verstehst du unter "nie besonders weit"? Und - ja - das Erschrecken ist es ja, was für mich diese Situation am gefährlichsten macht.

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fritzdacat 08.09.2011, 10:42
@moppedden125

Das ist ein übrigens ein wichtiger Punkt,den du da ansprichst. Man erschrickt nur über Sachen, die man nicht erwartet hat und/oder von denen man meint, man könnte sie nicht bewältigen. Bei Problemen am Lenker festhalten, bremsen, abrupt das Gas wegnehmen, ein Hindernis anzufixieren und nicht daran vorbeizuschauen sind die klassischen Angstreaktionen, die sich ein Biker gezielt abtrainieren sollte.

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moppedden125 08.09.2011, 10:52
@fritzdacat

Ja, du hast recht - ich übe auch fleißig dran, irgendwann mal ein "Biker" zu werden ;-)

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Das wichtigste ist hier, sehr genau die Umgebung zu beachten, denn Windböen sieht man meist schon kommen und wenn Du aus einer Waldabdeckung aufs freie Feld gelangst, dann musst Du natürlich ohnehin damit rechnen.

Und wenn eine Bö einschlägt, dann solltest Du sofort qua "Lenkimpuls" dafür sorgen, dass Du Dich samt Bike etwas dagegen lehnst, um dann in Schräglage weiter geradeaus zu fahren und wenn die Bö nachlässt, natürlich das Ganze umgekehrt, um Dich wieder aufzurichten.

moppedden125 08.09.2011, 11:59

Böen haben es (bei uns) so an sich, dass sie plötzlich und oft sehr kurz auftreten. Hmm - sehen tu ich die irgendwie nicht, rechnen damit natürlich. Das mit dem Dagegenlehnen funktioniert ganz gut bei andauerndem Seitenwind - aber bei Böen? Die sind zu schnell für mich (oder ich zu langsam?).

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Bei starkem Seitenwind lege ich das Moped in Schräglage,bleibe aber selber gerade sitzen.Kommen aber Windboen,fahre ich etwas schneller, dann bin ich schneller durch die Boe durch,ist wie beim Wasserschlauch,rennst Du schnell durch den Wasserstrahl,wirst Du auch nicht so naß.

fritzdacat 08.09.2011, 17:54

Richtig so, immer Gas geben, das ist das Breitbandantibiotikum des Motorradfahrers <G>. (Meine das nicht ironisch!)

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moppedden125 08.09.2011, 18:09
@fritzdacat

Hmm - wie jetzt? Gas geben - langsam fahren? He, ihr sollt mich nicht verunsichern ;-)

Und nicht vergessen, ich fahr ne 4-Takter und 125er, da ist mit Beschleunigung schnell mal Ebbe (bleiben wir bei der Seemannssprache, Luv und Lee hatten wir ja schon).

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Kaheiro 08.09.2011, 18:35
@moppedden125

Ich kann Dir nur sagen wie ich das mache,herausfinden was das beste für Dich ist,muß Du schon selber.Wenn Du die Bäume,Streucher,Gräser usw beobachtest,kannst Du Dich auch auf eine Windboe einstellen,das geht schon.

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moppedden125 08.09.2011, 18:50
@Kaheiro

Lach - o.k. - diesen Rat werd ich jetzt mit Sicherheit befolgen ;-)

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immer vorsichtig sein -- und richtig reagieren je länger du fährst desto besser werden deine reaktionen

Bleibt stehen, geh einen Kaffe trinken bis der Wind vorbei ist und dann fährst weiter. Wenn es länger dauert, nimm einen Kuchen dazu.

moppedden125 08.09.2011, 20:19

grins Antwort à la Dante :-)

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Dante 08.09.2011, 21:15
@Endurist

So würde ich es jedenfals machen. Wollten vor 2 Wochen Timmelsjoch, kurz vor der letzten Steigung hats angefangen zu regnen. Wir sind stehen geblieben, haben Speck, Schüttelbrot und Wein bestellt und haben gewartet bis es aufhört. Als es nach einer Stunde nicht aufhörte, haben wir umgedreht und das Timmelsjoch, Timmelsjoch sein lassen, die Woche drauf wars auch noch da und mit strahlendem Sonnenschein :-)

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Endurist 08.09.2011, 21:42
@Dante

Na gut, vor 14 Tagen wollten wir auch von Westen kommend einmal um die http://de.wikipedia.org/wiki/Hohe_Tatra fahren. Das Hochgebirge war an dem Tag aber auch eine Wetterscheide. Im Süden (SK) gab´ ein Unwetter mit Regen, Blitz und Donner also sind wir im Norden (PL) um Zakopane bei stahlendem Sonnenschein geblieben. :-) Gruß T.J.

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moppedden125 08.09.2011, 21:48
@Endurist

Naja - in dem Fall wohl die beste Entscheidung.

Bei mir geht es aber nicht um "Urlaubsfahrten", da geht es darum, dass ich wo hin fahre, wetter ändert sich (geht oft schnell bei uns), und ich muss wieder heim, hab 2 Kinder daheim - egal ob Blitz oder Donner :-)

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moppedden125 08.09.2011, 22:03
@Endurist

Lach - dann darf ich ja gar nicht mehr in diesem Forum schreiben - sind ja dann keine 2 Räder mehr ;-)

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moppedden125 08.09.2011, 22:12
@Dante

Autsch - Treffer ;-)

O.k. - anders: will meine Kinder nicht der Gefahr aussetzen - Beiwagen sind ja noch gefährlicher als Mopeds ;-)

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Dante 08.09.2011, 22:17
@moppedden125

Beiwagen an sich, sind nicht gefährlich, die stehen da rum und tun niemanden was, das Problem sitzt eigentlich immer auf dem Sitz des Motorrads :-)

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Das ist auch für erfahrene Motorradfahrer nervig bis beeinträchtigend - Naturerscheinung eben mit der man eben leben muß. Besonders bei großflächig verkleideten Motorrädern kann es auch schon mal ein bischen kritisch werden. Aber mit steigender Er"fahrung" bekommt man auch darin eine gewisse Routine.

Was man vermeiden sollte, ist bei solchen Winböen dann zusätzlich noch Gas wegzunehmen. Das verstärkt den folgenden Schlenker nur noch.

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