Angst vor Stürzen?

2 Antworten

Hallo Marcus,

Vor Stürzen Angst zu haben ist eigentlich erstmal nichts Schlechtes. Wenn die Angst aber so groß ist, dass du unsicher wirst, ist das natürlich ein Problem.

Ich kann dich aber beruhigen, Motorradfahren ist gar nicht so gefährlich wie man immer hört. Fussballer kosten die Krankenkassen sicherlich mehr. In den meisten Fällen kommt man auch ganz ohne größere Verletzungen davon.

Ich weiß wovon ich spreche, ich hatte schon unzählige Stürze hinter mir. Und auch mit Geschwindigkeiten von 200km/h. Schwer verletzt habe ich mich dabei nie. Ich muss aber fairerweise ergänzen, dass ich mich nie in öffentlichen Straßenverkehr hingelegt habe. Dort zu stürzen ist leider deutlich gefährlicher.

Wenn du gestürzt bist, kannst du nicht mehr viel falsch machen. Meistens geht das sowieso so schnell das du kaum aktiv reagieren kannst. Ich habe mir angewöhnt beim Sturz die Arme auf die Brust zu legen und erst dann aufzustehen wenn man nicht mehr rutscht. Auf keinen Fall irgendwo festhalten oder versuchen beim rutschen zu lenken, dann kann man sich überschlagen und schwerer verletzen.

Im öffentlichen Straßenverkehr könnte ich mir Situationen vorstellen in denen es Sinn macht zu versuchen abzuspringen. Wenn dir zum Beispiel ein Auto dir Vorfahrt klaut und du nicht mehr bremsen kannst, wäre es wohl besser darüber zu springen als reinzuknallen.

Du kannst aber vorher viel machen: Richtig fahren lernen. Das Motorrad in gutem technischen Zustand halten und natürlich: vernünftige Sicherheitsausrüstung. Dabei muss man einfach bereit sein Komfortabstriche zu machen und Geld auf den Tisch zu legen. Klapphelm ist ja schon und gut, aber es hat seinen Grund warum die auf Rennstrecken verboten sind. Genauso wie Textilbekleidung, Handschuhe ohne Protektoren und dünne Stiefelchen, die vielleicht bequem aber nutzlos sind.

Wenn dir Komfort wichtiger ist, ist das natürlich völlig in Ordnung. Aber lass dir nix erzählen, du würdest hier keine Sicherheitseinbußen haben.

Hallo JakoSupermoto,

danke für deine ausführliche Antwort. Und ja, es geht mri tatsächlich eher um Stürze im Verkehr... ähnlich war die Situation ja damals. Mein FL war genauso blass wie ich :o

Und an meiner Ausrüstung wird es nicht liegen: Alpinestars GP-Force 2-Teiler mit Rücken- und Brustprotektoren, IXS Handschuhe mit Protektoren und Integralhelm sowie Firefox Racingstiefel (wobei ich eher der gemütliche bin...).
Also wenn da noch ein Prüfer sagt, man könne sich noch besser schützen.. null Ahnung, wie ^^
Wie meinst du das mit dem abspringen? Das geht doch gar nicht so fix, wenn man das bemerkt, oder ?

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@marcnb

Deine Ausrüstung stimmt soweit. Die Handschuhe kenne ich jetzt zwar nicht, aber IXS ist zumindest mal eine ordentliche Marke. Integralhelme sind auch nicht alle gleich gut ;) Bei den Stiefeln wäre noch Luft nach oben. Gerade die Stiefel sollte man nicht unterschätzen. Klar Verletzung am Fuß ist nicht so schlimm wie am Kopf, aber der Fuß ist statistisch gesehen häufig betroffen bei Stürzen.

Ja das mit dem Abspringen ist meistens auch nicht mehr möglich. Weil man natürlich auch den letzen Meter zum Verzögern nutzen sollte. Nur ist es logischerweise immer besser ins Freie zu rutschen statt irgendwo gegen. Alle Verletzungen die ich hatte, entstanden dadurch, dass ich irgendwo reingekracht bin. Wenn man also noch irgendwie verhindern kann gegen das Auto zu krachen, sollte man das auch tun. Aber wie gesagt, meistens ist sowieso nicht mehr viel zu machen.

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@JakoSupermoto

Hi, was für Stiefel würdest du denn empfehlen?
Ich empfinde die Firefox schon als sehr sicher und auch bequem zugleich ?

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Bei meinen Stürzen, die aber schon ewig her sind, hat mich immer eine fast gespenstische Ruhe erfasst, dafür meditieren manche Leute tagelang ;)

Aber Spass beiseite, mit deinen Ölflecken und ähnlichen Geschichten: es ist wichtig, dass du weisst, dass ein Motorrad bei einer ganz leichten Beschleunigung am stabilsten ist. Wenn denn der Ölfleck kommt (sehen tut man den bei Regen eh kaum) nimm das Gas nur ganz leicht zurück, auf keinen Fall erschrecken und es ganz rausnehmen. Wenn du es abrupt rausnimmst, geht dir das Vorderrad weg (nicht so gut), wenn du es aber etwas stehen lässt, kommst du über den Fleck drüber und sie schwänzelt hinten vielleicht ein bisschen rum, was aber beherrschbar ist. Wenn du das mal raushast machen dich auch Bitumenflecken und ähnliches nicht mehr so nervös.

Und mit dem stürzen, tja... auf jeden Fall nicht am Motorrad festhalten.. das ist vielleicht der wichtigste Ratschlag.

Auch hier danke für die Antwort :)
Also da würde ich dann doch eher meditieren... nicht das irgendein Arzt noch auf die Idee kommt, man macht Unfälle zum entspannen xD
Gut, das mit dem Gas werde ich mir auf alle Fälle merken, danke für den Hinweis :)
Das mit dem nicht festhalten meinst du vermutlich so, wie Jakomoto es schon beschrieben hat ?

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@marcnb

Muss zu meiner Schande gestehen, dass ich die anderen Antworten gar nicht gelesen hatte. Wenn du auf ein Auto aufschlagen wirst, stell dich leicht in die Rasten, dann machst du einen gepflegten Überflug... hilft natürlich nicht bei einem Kastenwagen. Ansonsten, ja, wie ich gesagt habe, nicht festhalten am Bike. Ein typische Unfall, der immer wieder passiert, ist dass jemand eine Kurve unterschätzt, dann das Gas abrupt rausnimmt, dann geht das Vorderrad weg, und das Bike landet unter der Leitplanke; wenn man sich dann am Lenker festhält, wirbelt es einen rum und man landet mit dem Rücken zuerst unter der Leitplanke. Solche Instinkte (festhalten, Gas abrupt rausnehmen, auch voll bremsen) muss man sich abgewöhnen... man kann das natürlich schwer üben, es reicht aber, wenn man Situationen vorher durchdenkt, sie wie in einem Film (Kopfkino) übt.

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@marcnb

P.S. : mit "stell dich leicht in die Rasten" (vor einem direkten Aufprall auf eine Hindernis) meine ich nicht, dass du dich aufrecht hinstellen bzw. gar aus dem Sitz aufstehen sollst! Nur bewusst deine Körperspannung auf die Beine/Füsse konzentrieren und natürlich nicht am Lenker festhalten.

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