Freund vom Motorradfahren abringen, oder reagiere ich über?

9 Antworten

Hättest du weniger Angst, oder nennen wir es Befürchtungen, wenn er Basejumping, Bungee- oder Fallschirmspringen, oder MTB Downhill Rennen als Hobby hätte?

Gut, er verbringt erheblich mehr Zeit auf dem Bock, als die meisten hier in 3 Jahren. Andererseits bringt ihm gerade dieser Umstand eine gewisse Erfahrung ein, die ihn mit dem 7.,8. Sinn vor gefährlichen Situationen bewahren können.

Angst ist leider eine sehr unsachliche Emotion und natürlich ist dieses Hobby risikobehaftet.

Anbei eine Statistikseite. Wusstest du, dass der überwiegende Teil von tödlichen Unfällen und überhaupt Verletzungen im häuslichen Bereich passieren? Und dass danach erst "Freizeitunfälle" kommen? http://www.baua.de/de/Informationen-fuer-die-Praxis/Statistiken/Unfaelle/Gesamtunfallgeschehen/Gesamtunfallgeschehen.html

Will damit sagen, das Risiko ist überall. Wenn Dein Freund jetzt noch neben diesem Hobby, auch noch Fahrrad fährt, oft zu Fuß unterwegs ist, Drogen konsumiert usw. dann steigt insgesamt sein Risiko, aber eben nicht in Addition auf 100% Ausfallwahrscheinlichkeit, sondern vielleicht nur statistisch gesehen von 20 auf 30%.

Du hingegen gehst bei diesem Hobby aus Angst gleich von 100% aus und das ist ganz bestimmt nicht so. Auch die Tatsache, dass nun die doppelte Leistung ansteht, erhöht das Risiko eben nicht um 100%

Was wenn du auf der Leiter stehst und Fenster putzt, ungesichert ohne Haltegurt? Oder Dich beim Kochen verbrühst, oder die Kellertreppe herunter fällst oder, oder oder....

Bezüglich des Abbringens vom Motorradfahren, sehe ich es genauso wie viele andere hier. Auf die Dauer würde dies eure Beziehung belasten.

Bei mir ist es meine Mutter, die sich große Sorgen macht, wenn ich mit meinem Motorrad unterwegs bin. Ich musste ihr versprechen, immer mit Schutzkleidung zu fahren, was ich dank gut ausgeprägtem Selbserhaltungstrieb sowieso schon mache ;-)

Sobald sie im Fernsehen oder irgendwo anders etwas über neue Schutzausrüstung für Motorradfahrer hört, gibt sie mir den Auftrag, mich darüber zu informieren und mir das Teil ggf. zuzulegen. Seit letzter Saison fahre ich nun auch mit einer Airbagweste, die zwar nicht sehr kleidsam ist aber dafür gut schützt. 

Fahrsicherheitstrainings sind übrigens auch sehr schöne Geschenke, die dem Fahrer im Straßenverkehr nützen. Jedes Jahr mache ich mindestens ein Training, sei es ein FST, Kurven- oder Rennstreckentraining.

Nach jeder Tour, soll ich mich wieder bei ihr "anmelden", was ich ihr zuliebe auch mache. 

Mit ein paar Kompromissen beiderseits kann man also das Hobby Motorradfahren genießen und besorgte Familienmitglieder teilweise beruhigen.

Btw. mein Vater hat mir, als ich 18 war, verboten, den Schein zu machen. Wie du siehst, hat das ja suuuuper funktioniert ;-)

Ich finde es verdammt schwer, auf diese Sorgen angemessen zu reagieren.

Du hast Sorgen und Du hast ein recht darauf ernst genommen zu werden. Egal, ob diese objektiv gerechtfertigt sind oder nicht.

Gute Schutzkleidung und Fahrsicherheitstrainings sind ein wichtiger Baustein um das hohe Risiko zu reduzieren.

Ach ja. Ich steige nicht mehr ohne Rückenprotektor auf eine Leiter höher 2 Meter. So etwas ist wahrscheinlich objektiv gefährlicher als ein Mopped mit 200 PS.

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