Wieso lassen sich manche Motorräder ohne gezogene Kupplung starten?

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9 Antworten

Das ist rein schaltungstechnische Sache....... darf jeder Hersteller so schalten, wie er gerne möchte. Solange die Schaltung das losfahren mit ausgeklapptem Seitenständer verhindert. Bei der Kawa, die ich bewege ist ein noch kompliziertere Schaltung vorhanden. Der Seitenständer klappt nicht alleine ein, hat aber einen "Bodensensor" Sobald der Seitenständer entlastet wird, geht der Motor aus, dafür habe ich einen Seitenständerüberbrückungsschalter am Lenker, den ich dann drücken kann, um diesen Sensor zu überbrücken. Wenn ich jetzt Dummerweise den Daumen da drauf lasse und losfahre, bin ich selber Schuld, wenn ich in der ersten Linkskurve nen Stunt mache :-) aber ist ziemlich unergonomisch, mit gedrücktem Schalter, die Kupplung zu betätigen :-))

Nein, darüber gibt es keine Verordnung, wäre auch froh, wenn das so bliebe, Es ist nichts gegen ein Anlassen im Leerlauf einzuwenden, auch wenn die Kupplung nicht gezogen wird. Selbst wenn ein Gang eingelegt ist, ist es praktisch, wenn man den Starter betätigen kann (z.B. bei einem gerissenen Kupplungszug).

Auch wenn ich mir keine Verordnung wünsche finde ich es schon erstaunlich, dass dieser Punkt keine einheitliche Reglung hat. Das macht die Kontrolle durch den TÜV ein wenig lächerlich...

Vor meiner Intruder konnte ich alle Motorräder starten ohne die Kupplung zu ziehen. Eigentlich wollte ich schon bei der Trude diese "Sicherheit" ausbauen, aber aus "Erfahrung" lasse ich es lieber. Ist mir schon ein paar Mal passiert, dass ich den Seitenständer eingeklappt hatte und schnell los wollte (ich brauche immer etwas länger und die Kumpels scharren schon mit den Hufen). Meist habe ich immer den Leerlauf drin, aber wenn es abschüssig ist, mache ich auch den ersten Gang rein. Aufgesprungen, Seitenständer rein und gestartet (meist gibt man ja noch etwas Gas dabei) --- Wenn das Pferd meiner Tochter bei mir mal bockt, ist nichts dagegen. Muss ich nicht mehr haben, besonders wenn noch die Motorräder meiner Freunde dicht vor mir stehen. Gruß Bonny

Zu diesem Thema fällt mir noch eine lustige Geschichte ein, die mir passiert ist, als ich meine "Trude" gekauft hatte:

Nachdem mich der Händler mit "Nachdruck" dazu "überredet" hatte endlich nach zwei Wochen täglichem Probesitzen eine Probefahrt zu machen, wurde es ernst. Ich konnte mich einfach nicht entscheiden ob ich die Intruder oder die Marauder kaufen sollte. Nun stand die Trude vor der Tür und der Händler drückte mir einen Helm in die Hand, startete das Bike und wünschte mir gute Fahrt. Nach ca. 20 Minuten sollte ich zurück sein.

Ich also mit zitternden Knien vor Aufregung los und nach ca. einen Kilometer war klar, die kaufe ich. Natürlich achtete ich in meiner "bescheidenen Art" darauf, ob mich auch alle Fußgänger und Autofahrer auf "meiner" neuen Maschine bewundern und mir nachsehen. --- War leider nicht der Fall. Das kam erst einige Jahre später und hält noch sehr intensiv an. Scheint aber mehr mein Fahrstil zu sein. --- Egal, zurück zum Thema.

Nach ca. einem Kilometer Fahrt mit großer Euphorie hielt ich an und wollte zu Hause bescheid geben für welches Motorrad ich mich nun entschieden habe. Also rechts ran, noch mal mit gezogener Kupplung Gas gegeben damit mich alle sehen und hören konnten. Motor aus und mit Elan das Handy raus. Nachdem das Telefonat beendet war, drückte ich den Startknopf. Nichts passierte. --- Alle Lampen an, Leerlauf, Seitenständer drin und nochmals versucht zu starten. Wieder nichts. Nach mehrmaligen vergeblichen Versuchen gab ich es auf. Ich schimpfte nicht grade leise. Bis zum Händler sind es ja auch noch ca. einen Kilometer zu schieben.

Natürlich stand ich aus "Versehen" vor einem Restaurante wo etliche Leute draußen saßen. Natürlich schmunzelten die Leute und gaben auch einige "Nettigkeiten" von sich. Peinlich, einfach nur peinlich, selbst für mich, dem sonst fast nichts peinlich ist. Ich hatte mich jetzt damit abgefunden das Motorrad zum Händler zu schieben. Aus was für Gründen auch immer, zog ich aus "Versehen" die Kupplung und drückte den Starterknopf. Hurrraaa -- sie sprang sofort an. Mit den Worten in Richtung Lokal: "Neu und schon kaputt, ist ein Garantiefall", verschwand ich dann schnell. Bis kurz vor dem Händler. Da hielt ich wieder an, machte den Motor aus und startete dann mit gezogener Kupplung. Nachdem ich das ausgiebig getestet hatte, begann meine "Probefahrt".

Natürlich dauerte die sehr, sehr lange. Als ich dann beim Händler ankam, stand er mit hochrotem Kopf vor mir und wollte mich wegen der "ausgiebigen" Probefahrt "zur Sau machen". "Die kaufe ich, packen Sie die mir ein!!", brach es aus mir hervor, bevor er über mich herfallen konnte. Nun war er beruhigt. Da es kurz vor Ostern war, war meine Bedingung aber, dass ich "meine" Intruder fix und fertig mit Anmeldung in zwei Tagen abholen kann. "Meine", in "schönem Metallic-Rot" und den vorverlegten Fußrasten, stand ja noch im Schaufenster. Probegefahren war ich ja auf einer in hässlichem "Dunkelweiß" (schwarz). Pünktlich zum Termin konnte ich die dann abholen. Das waren die längsten Tage (außer beim Führerschein) in meinem Leben. Gruß Bonny

a) Seitenständer:

Ein Seitenständer benötigt grundsätzlich keinen Sperrschalter, sondern nur, wenn ihm bestimmte Merkmale fehlen (s. nur Harleys).

Die anders lautenden Hinweise des TÜV Hanse sind falsch: http://www.tuev-sued.de/hanse/tipps_fuer_motorradfahrer

§ 61 Abs. 3 StVZO verweist über den Anhang auf die Richtlinie 93/92/EWG v. 14.06.1993, geändert durch die Richtlinie 2000/72/EG v. 22.11.2000, die zu dieser Frage aber nicht relevant ist. Nach der RL 93/92/EG muss der Seitenständer automatisch in die geschlossene bzw. Fahrstellung klappen (> der bekannte Federzug), sobald das Fahrzeug in die normale/senkrechte Fahrstellung gebracht oder vom Fahrer absichtlich nach vorn geschoben wird. Wenn aber ein Sperrschalter eingebaut ist, ist gerade nach dieser RL ein solcher Automatismus gar nicht erst nötig.

Fazit: Ein Sperrschalter ist nur dann nötig, wenn's an diesem Federzug fehlt. Siehe Harleys.

b) Kupplung:

Hierzu ist mir nichts bekannt, halte ich für eine - allerdings sinnvolle - Einrichtung.

Meine Mopeds konnte ich bisher immer ohne Kupplung starten,außer meinen Roller,das ist aber auch ein Rasenmäher.

Bei meinen Motorrädern die ich in den letzten Jahren gefahren habe,brauchte ich nie die Kupplung ziehen.Und wenn auch die Motorräder auf den Seitenständer gestanden sind sie auch angesprungen.Was Du mit der Kupplung schreibst kenne ich eigentlich nur von Mopeds b.z.w. Roller her.Warum soll sich da EU auch noch darum kümmern,die haben genug mit krummen Bananen und sonstigen Blödsinn zu tun.VG Frank

Offensichtlich ist die EU da noch nicht auf die Idee gekommen, eine Verordnung zu erlassen. Hin und wieder muss der Mensch noch selbständig schalten und walten. Ich glaub, auch ein Auto kann ich starten mit eingelegtem Gang und ohne Kupplung - ist halt blöd, wenn was im Weg steht, also lass ich das lieber, ganz ohne Verordnung. Sorry - aber braucht der Mensch wirklich immer und für alles eine Verordnung?

hallo, vermutlich M.,

in den 60er Jahren ist mir an 2 Pkw das Kupplungsseil gerissen. War damals froh, dass der Motor auch ohne "gedrückte" Kupplung startete. Hätte sonst nicht gewusst, wie ich zur Arbeit hätte fahren sollen.

Sollte mir das beim Möp passieren, würde ich's einfach stehen lassen.

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