Wie sicher sind Helme mittlerweile?

5 Antworten

Ullrich hat völlig recht. Bei einem Unfall kommt man meist mit dem ganzen Körper auf. Durch den Schwung schlägt dann der Kopf auf den Asphalt. Ohne Helm wäre die Wucht tödlich. Bei einer Geschwindigkeit von 30 km/h mit dem Kopf zuerst aus 2m Höhe, da hilf meist auch nicht der beste und teuerste Helm. Mit der Wirbelsäule hab ich meine eigene Erfahrung: Bin letztes Jahr aus ca. 3m Höhe von der Leiter gestürzt. Mit dem Rücken auf meinen Schraubstock und mit dem Kopf irgendwo aufgeschlagen. Fazit: U.a. Den Kopf mit sieben Stichen genäht und das Rückrad glatt durchgebrochen (4. Brustwirbel). Was wäre bei Tempo 120? Gruß Bonny2

Bei einem Aufprall auf ein hartes, unnachgiebiges Hindernis hast du überhaupt nur eine Überlebenschance, wenn dieser Aufprall schräg, in einem möglichst spitzen Winkel erfolgt, dein Kopf also seitlich abgewiesen wird und wegrutscht. Dafür ist der Helm gedacht. Wenn du frontal im Winkel von 90° auf ein hartes, unnachgiebiges Hindernis prallst, ohne Ausweichmöglichkeuit, bist du Vergangenheit, selbst bei 20 kmh, da hilft dir kein Helm der Welt. Ein Freund hat sich an einer stehenden Kolonne vor einer Ampel vorbeigemogelt. Einer der Fahrer hat die Tür geöffnet worauf mein Freund auf die Verkehrsinsel gekippt ist. Er traf die Säule der Ampel (rund, ca. 30 cm Durchmesser) genau in der Mitte. Er war sofort tot. Geschwindigkeit nicht feststellbar, weil zu gering.

Die Entwicklung von Helmen hat ein Grenze, die können nicht zaubern. Es sind wahrscheinlich eher Neuentwicklungen wie Airbag, Nackenschutz, aufblasbare Westen etc., die auf Dauer eine Steigerung des Schutzes möglich machen werden.

Bei einem Frontalaufprall mit so hoher Geschwindigkeit wird der beste Helm nicht viel nützen und Dein Genick wird brechen. Der Helm schützt den Kopf in erster Linie vor den Verletzungen beim aufschlagen, herumwirbeln und schlittern auf dem Boden und soll verhindern dass einem die Kopf- bzw. Gesichtshaut abgezogen wird und kein Stein oder ähnliches eindringt. Beim herumschleudern und anprallen des Kopfes mit Helm wird durch die Vergrösserung des Kopfumfanges (Hebelwirkung) sogar noch die Krafteinwirkung auf die Halswirbelsäule verstärkt und die Gefahr eines Genickbruches erhöht.

Welche Schäden bei einem Sturz passieren, hängt von vielen Faktoren ab - das Wissen, einen Motorradhelm zu tragen, der ECE-Norm hat, kann und sollte umsichtiges, vorrausschauendes Fahren nicht ersetzen. Ein Freund stürzte zum Beispiel so unglücklich bei einem Rennstreckentraining, das er zwar keine Schramme, keinen Knochenbruch davontrug. Dafür aber schwere Kopfverletzungen, die ihm sechs Monate Koma einbrachten.

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