Soll eine Vordergabel fast bis zum Anschlag einfedern, wenn sie optimal eingestellt ist?

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8 Antworten

Meine Gabel wurde von der Firma Sport Evolution Franzen (die fahren in der Moto Gp 2) mit Öhlinskomponenten wie gefrästen Dämpferkolben, Ventilen und einer meinem Gewicht und dem Einsatzzweck angepassten Feder abgestimmt.

Das Fahrwerk wurde komplett vermessen und die Negativfederwege und die Dämpfung optimal für den reinen Strassenbetrieb eingestellt.

Wenn ich bei hohen Geschwindigkeiten eine absolute Vollbremsung hinlege bleibt immer noch ein Restfederweg von knapp 2 cm an der Gabel übrig, das kann ich am montierten Federwegindikator ablesen.

Egal wie stark ich bisher gebremst habe, noch nie wurde dieser Wert unterschritten. Allerdings habe ich für die Rennstrecke eine andere Empfehlung der Einstellung der Dämpfung für Gabel und Federbein von Franzen mitgeliefert bekommen.

Ich denke weniger Restfederweg als diese knapp 2 cm wäre absolut gefährlich und ist nicht daher nicht empfehlenswert.

Da hast Du recht.....leider gehen die meisten nicht-supersportler-seriengabeln schon so ab 60-70%-einer TROCKEN-Vollbremsung (schon bei normalgewichtige!) auf Block!!

Bei Sportler ist es i.d.R. etwas besser ! :-(

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@michlm

Bei meiner Seriengabel an der CBF600S geht nichts auf Block, selbst bei Trockenvollbremsung aus ca. 80-90kmh (da kam ich um die Kurve und da standen sie...). Ich wiege knapp 70kg.

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@disabler

Warum bist Du dir da soooo sicher? Nur "gefühlt" oder auch gemessen? Fühlen kannst Du nämlich vergessen, da alle moderneren Gabeln unten einen sog. "Hydro" mit ansteigender Kennliene haben ("weicher Anschlag") wegen dem man das "unten anstehen" kaum bis gar nicht meht im Lenker spürt! Falls gemessen: Und woher nimmst Du den Wert für die freie Gabelbewegeung? ;-)

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Das Problem, den passenden Restweg für eine bei der Bremsung schon "fast" voll ein gefederte Gabel zu definieren, dürfte schwierig sein. Wer kann den voraus sagen, welche Strassenunebenheit als nächstes kommt. Ist es eine starke Vertiefung, wie ein evtl querender Wassergraben, oder ein größeres Schlagloch, dann könnte es knapp werden mit Deiner Daumenbreite....... Im Rennsport haben wir immer ca 4/5 des zur verfügung stehenden Gesamtfederweges (den Negativfederweg nicht einberechnet) für die Vollbremsung definiert, und das letzte "Fünftel" war die Reserve für alle ggf auftretenden Eventualitäten. Wenn Du eine Rennstrecke hast, die keine Unebenheiten hat, kannst du diesen Bereich natürlich noch verringern. Da Du aber auf der Straße fährst, würde ich Dir raten, eine größere Reserve zu schaffen. Das kann zum einen, durch strammere Dämpfung, härtere Federn, oder Distanzstücke über den Federn erreicht werden. Ist die Dämpfung strammer, wird die Gabel nicht so leicht durchhauen. Einfluß hat auch das Gabelöl, da es auch für die Dämpfung zuständig ist. Vil Spaß beim Experimentieren.

Prinzipiell darf die Gabel bei einer Bremsung (inklusive der Gefahrenbremsung) nicht auf Block und auch nicht kurz davor sein, sonst läufst Du Gefahr, bei einer starken Bremsung in Kombination mit einer Bodenwelle (oder einem Schlagloch), dass di Gabel dann auf Block geht und das Hinterrad abhebt - da hilft übrigens kein ABS gegen, denn das Vorderrad blockiert ja nicht.

Was passieren kann, wenn (vermutlich - eine genaue Klärung fehlt da irgendwie) die Gabel auf Block geht, ist hier beschrieben: http://www.motorradfrage.net/frage/unfall-bei-fahrschuleuebung

Klar, es kann auch harmlos "klong" machen.

Hallo Machinehead

Neulich bin ich in einem Abzugsgraben gedotzt, der meine Fahrbahn querte, das Klongdong von Gabel und Federbeine deutete akustisch die Federwegbegrenzung an, was der maximalen Ausnutzung der Selben entsprechen dürfte. Wenn bei einer Vollbremsung die Gabel komplett eintauchen würde, wäre für eine eventuelle Bodenwelle keine Reserve mehr vorhanden. 2/3 ein federn wäre für mich o.k.

Gruß Nachbrenner

Kommt halt drauf an, wie nah dieses "fast" am Total-Anschlag ist, wenn du auf schlechten Strassen unterwegs bist und voll bremsen musst blockiert das Vorderrad wenn der Dämpfer voll durchschlägt (es sei denn du hast ABS, bei ABS wird der Bremsweg länger).

Dein Kollege hat schon recht- die Frage ist eben nur : Wieviel ist "fast" ?

Ich meine aber auch das 10-15mm Durchschlagsreserve für die Straße reichen sollte...

Aber da gibt es 2 Schwierigkeiten:

  1. Eine ausreichend harte Gabelfeder finden die noch ca. 1/3 Negativfederweg beim normal fahren und gleichzeitig noch 10mm reserve vor dem "Block" bei einer Vollbremsung besitzt (Wilbers, Wirth und auch Öhlins sind dazu in den allermeisten Fällen zu schwach, vor allem wenn der Fahrer mehr als 60-70kg wiegt!! (Ich lass' mir nicht umsonst meine Gabelfedern maßfertigen!)

  2. Wissen WANN DIE GABEL tatsächlich auf Block geht! Nur die werte aus dem Handbuch kannst vergessen.... da hilft nur mal Feder ausbauen und per Hand ganz zusammen und ganz auseinander und den weg dazwischen messen! (Hatte noch NIE ein Bike bei dem die Herstellerangaben genau gestimmt hätten!! Bei meiner z.B. 120mm im Handbuch, tatsächlich aber nur 108mm bis zum Anschlag !!)

  3. Wichtig ist das die Federhärte selbst stimmt, weil mit der Vorspannung oder stärkeren Druckstufe kann man das einsinken beim Bremsen kaum beeinflussen ohne andere Dinge (wie richtiger Negativfederweg oder zu harte Druckstufe = stuckern) negativ zu beeinflussen!

Und nur wenn Du wirklich weißt WANN deine Gabel echt auf Block geht kannst Du mit der "Kabelbindermethode" auch wirklich messen wieviel Reserve du jetzt hast oder nicht !!

Die entscheidende Frage ist ja, was Du hier unter "Maximalbelastung" verstehst.

Die kannst Du kaum im Stand ermitteln, denn wenn Du etwa im Stehen und in Vorlage über den Lenker durch ein tiefes Schlagloch donnerst, dann kann das Einfedern schon sehr weit gehen und zu Blocks sollten die Federn auch dabei in keinem Fall kommen.

Und von Sprüngen mit dem Bike wollen wir hier lieber gar nicht erst reden.

Die Idee mit dem Kabelbinder ist schon gut, aber Du solltest wirklich auch mal den Extremfall (s.o.) damit testen und dann trotzdem noch ein klein wenig Reserve lassen.

Normal ist der schlimmste Fall für die Gabeleinfederung die Vollbremsung. Wenn Du die auf möglichst ebener Strecke mit 1-2cm reseve hinbrinst langt es dann normal mit der Federhärte für alles andere auch. :-)

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Das sehe ich auch so. Wenn Deine Gabel z.b. 120 mm Federweg hat, wäre es doch Blödsinn, nur 60 mm zu nutzen.Die Gabel sollte nicht auf Block gehen, die Handgelenke freuen sich darüber, wenn es vermieden wird.Ein Gruß vom "Alten".

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