Kann man mit Hanging off schneller um kurven fahren?

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kommt drauf an, wieviel Grip die Reifen haben. Wenn du aufrecht sitzend in maximaler Schräglage bist und der Reifen könnte noch mehr Seitenkräfte vertragen kannst du durch hanging off den Kurvenradius verringern oder noch schneller bei gleichem Kurvenradius um die Kurve fahren.

Solltest es aber nicht einfach nachmachen sondern es dir mal von einem Instruktor beibringen lassen, man kann da soviel falsch machen  und man muss auf soviele Kleinigkeiten achten, Sitzposition, Position der Füsse auf den Rasten, Haltepunkte an Tank, wann Position verlagern wann nicht... all solche Sachen. Du musst praktisch auf dem Bike so verankert sein, dass du, wenn du die Hände vom Lenker nimmst nicht runterfällst. Wenn du das nicht alles automatisiert hast bringst du nur Instabilität in die Fuhre und im Endeffekt fährt jemand, der dir aufrecht sitzend eine Zeitlang hinterhergefahren ist einfach an dir vorbei.

Auf der LS bringt es sowieso nicht viel weil man, um den Vorteil überhaupt ausnutzen zu können, sehr ans Limit gehen muss.. und wenn einem dann in einer Rechtskurve einer entgegenkommt der die Kurve geschnitten hat machts Krawumm und ähmm .. die Motorradsaison ist zu Ende...wie man das  auch immer interpretieren mag.

Ah ok, danke :)

Das mit dem Hanging - Off werd ich sowieso vorerst lassen - lieber erst mal Fahrpraxis sammeln und das Legen in die Schräglage langsam steigern. Und ich hatte auch vor, wenn es soweit is, auf die Renne zu gehen und es mir da zeigen zu lassen.

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Hallo scotch01,

Einen Vorteil muss es haben. eingeführt haben das im Weltcup Zirkus Bill Ivy und Cal Caruthers in den 70ern. Trotzdem zog Mike Hailwood die mit dem klassischen Stil noch mal ab, glaube auf der Ile of Man.

Gab unter den „Ästheten“ eh ein Shocking.

Jetzt baumelt beim Abbremsen ein Beinchen rum, und da im GP Zirkus Telemetrie Daten empfangen werden, wird auch das was bringen.

Maskottchen sollen das ja auch und so lange sie nicht stören…

Ich selbst flag auf der Wumme wie der Ätsch Lätsch und bin mir schnell genug.

Grüßle

No was,

damals waren noch viele Kurse reine normale Straßen, wie Imatra in Finnland, da wurde sogar ein Bahnübergang gekreuzt und ein Fahrfehler endete recht oft tödlich.

Bill Ivy starb kurz nachdem er Ago besiegt hatte, unter einer Leitplanke.

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Moin scotch,

warum nicht das eigene theoretische Wissen um's Motorradfahren vergrössern? Du stellst jedenfalls gute Fragen, Daumen Hoch, mach weiter so!

fritzdacat liess es bereits anklingen, dass der "Hanging Off" ein Himmelfahrts- kommando auf Strecken im üblichen zweispurigen Strassenverkehr wäre! Dem kann ich nur beipflichten, denn diese Technik hat NUR auf Rennstrecken ihre Berechtigung. Dort ist Gegenverkehr ausgeschlossen, jedenfalls in 99,99% der Fälle :-P

Eine Kritik scheint mir vorab nötig: du redest von maximaler Geschwindigkeit bei Kurven, nicht wahr? Ich denke, wir meinen dasselbe, aber das muss erst klar sein: Kurven sind das Salz eines jeden Rennens. Gäbe es sie nicht, wäre der Start-Ziel-Sieg sozusagen an der Tagesordnung..inklusive das Gähnen beim Publikum. Also aufgepasst: Kurven wollen von Rennsportlern so effektiv gemeistert werden, wie nur möglich!

Jede Kurve stellt ein Hindernis im "Geradeaus-Galopp" dar. Hier entscheidet sich, wer die Nase vorn hat! Dass jede Werksmaschine 100%-ig auf dem Stand der Racingtechnik ist, davon darf getrost ausgegangen werden. Dennoch ist bei jedem Rennen die Wahl der Reifen ein ebensolch wichtiges Instrument wie etwa die Fahrweise des Motorradrennfahrers. Die Zusammensetzung eines Rennreifens ist ne völlig andere als die der Reifen für den Strassenverkehr. logisch.

Der Hanging Off kennt hauptsächlich drei Vorteile: nen geringeren Neigungswinkel des Motorrads bei Innenkurven bei gleichzeitig grösserer Auflagefläche des Rennreifens und eine damit einhergehende frühzeitigere Beschleunigung aus der Kurve heraus in die Gerade. Dies ermöglichen die akrobatischen Künste des Motorradfahrers beim Balanceakt des ausgestellten Innenknies samt Knieschleifer samt dem ausbalancierenden rechten Bein plus die heutige Bauweise der Breitschlappen, die diesem Akt entgegenwirkt!

Zu behaupten, Kurven könne man mit maximaler Geschwindigkeit fahren, ist natürlich Käse. Was für die Gerade gilt, kann nicht für die Kurve gelten. Die V-max für die Kurventechnik obliegt dem jeweiligen fahrerischen Können des Rennsportlers. Wird es dadurch etwas klarer, scotch?

VG Jayjay / Jan

Wie kann man Brenzlige Situationen am Kurvenausgang meistern?

Nun, die Saison ist ja dieses Jahr recht früh gestartet, zumindest für die, die keine "unpassenden Saisonkennzeichen" am Moped montiert haben ;-)

Passend zum schönen Osterwetter hab ich für einen Kollegen eine wunderschöne XS 650 elektrisch wieder auf Vordermann gebracht , und es ging an die Probefahrt.

Nach dem Entfernen diverser Amerikanische Fehler, die wohl vom Vorbesitzer ( die Maschine kam aus den USA) aus Unwissenheit oder falschem Eifer produziert wurden, pflege ich immer mit einer Zweiten Maschine hinter dem Restaurierungsobjekt her zu fahren, man kann ja nie wissen, ob man was übersehen hat ;-)

Ich will von mir behaupten, das ich ich schon einiges an Motorrädern gefahren habe, auch Kardanmaschinen. Aber was mir dann dieses mal mit einer VS800 passierte, das wünsche ich keinem Fahranfänger ........

Nach etwa 120km Probefahrt, über teils enge Eifelsträßchen, hatte ich mich ein wenig an die Unarten des Schoppafahrwerks gewöhnt. Auf der Heimfahrt kam ich natürlich zu meinen Lieblingskurven, die ich mit sehr vielen Maschinen bereits in beide Richtungen auch zum Teil bis herunter auf die Fußrasten durchfahren habe. Immer dem Strassenzustand, und der Witterung entsprechend. Und, auch von der Geschwindigkeit, immer im vorgegebenen Limit.

Mein Fahrstil ist zügig, ohne Hang zum Rasen, und gestern Abend war es mild, trocken, aber bereits dunkel. Ich visier also eine langgezogene Linkskurve an und bin kurz vor einer Gehöftdurchfahrt, die mit Tempo 70 gekennzeichent ist, durch Motorbremse, von 90 km/h langsam auf die 70km/h am abbremsen, lege die Maschine nicht all zu weit in die Kurve, und lege zusätzlich meinen Oberkörper etwas nach links, mit leicht nach rechts abgewinkeltem Knie, um im Fahrwerk noch Reserven zum tieferen in die Kurve legen zu haben, und Krätsch, setzt der vermaledeite Fußrstenhaltebügel, den alle Truden unter dem Auspuff haben nach einen leichten Bodenwelle auf, und hebelt mich fast in Fahrzeugmitte leicht aus der Kurve. Als hätte ich es nicht geahnt, gab ich leicht Gas, und legte meinen Oberkörper weiter Richtung Kurveninneres, und drückte die Maschine von mir weg, bei gleichzeitigem Drücken am rechten Lenkerende.

...................... puh, hat mich wohl gerettet !

Die nachfolgenden Kurven bin ich dann etwas langsamer an gegangen, setzte aber in einer 180 Grad Rechtskehre dann wieder aber nur sehr knapp mit diesem Spaßverhinderungsbügel auf.........

Jeder hat bestimmt schonmal ein leicht rutschendes Hinterrad, ein gerade ausbrechendes Vorderrad, oder durch Sand, Split, auf der Strasse, quer gehendes Motorrad wieder unter Kontrolle bekommen.

Wie geht ihr mit solchen Situationen um?

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