Drehzahlbegrenzer beim Runterschalten?

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4 Antworten

Nene, also wenn Du brutal runter schaltest kannst Du so viele Drehzahlbegrenzer haben wie Du willst, der Motor würde überdreht, die Ventile schlagen an den Kolben an, bei genügend hoher Drehzahl dehnen sich die Pleuel übermässig, und es macht "KLATSCH" und entweger bricht ein Ventil, ein Kolbenhemd, oder ein Pleuel schaut vorwitzig zum Motorblock raus. Mit Gewalt bekommt man alles kaputt. Dann erst fängt das Hinterrad an zu blockieren, es wird beim runter schalten allenfalls leicht rutschen, bis die Geschwindigkeit der Kurbelwelle sich über die Kupplung dem Hinterrad anpasst.

user5432 27.06.2009, 08:03

Bei PKW´s gibt es einen Aufzeichnungsparameter , der die höchste Drehzahl abspeichert, in wie weit es das bei den modernen Motorradsteuergeräten schon gibt kann ich nicht sagen. Nur, damit sind Garantieschäden sehr schnell abgelehnt !!

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Rein theoretisch müsstest Du bei hoher Geschwindigkeit einen sehr niederen Gang hineinknallen um zu erreichen, dass die beschleunigte Masse des Motorrades so viel Energie entwickelt um den Motor zu überdrehen, aber dann wirst Du höchstwahrscheinlich mit einem stempelnden bzw blockierendem Hinterrad einen kräftigen Abflug machen. Der Drehzahlbegrenzer würde allerdings die Zündung unterbrechen, jedoch hätte das keinen positiven Einfluss auf das fürchterliche Bremsmoment am Hinterrad. Möglicherweise würde auch ein Ventilschaden das Ergebnis von so einem Versuch sein.

Hallo greenday, erst mal andersrum. Beim Hochdrehen schaltet irgendwann die Zündung ab. Mein Moped hat zwei Zündspulen für vier Zylinder. Erst schaltet die eine ab und ein paar hundert Umdrehungen später auch die andere. Wäre das nicht so, würde der Motor weiter drehen. Bis folgendes passiert: entweder fangen die Ventile an zu "schnattern", weil die Federn sie so schnell nicht wieder zu bekommen, oder es passiert noch Schlimmeres. Es könnte durch die Belastungen ein Ventil oder ein Pleuel brechen oder der Ölfilm irgendwo reißen, dann wird es wirklich übel. So, jetzt mal den umgekehrten Weg. Ist aber ein bisschen utopisch. Wenn du dich verschaltest, dürfte durch die Belastung und den Drehimpuls der Motor nicht so schnell so weit hochdrehen können. Also wird wahrscheinlich das H-Rad blockieren. Und wenn nicht, passiert einer der obigen Fälle oder etwas anderes. Ich werde es nicht probieren! Also schädlich für den Motor? JA! Evtl. für dich auch.

greenday 27.06.2009, 00:27

Super Antwort, danke dir!

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Hallo turboklaus, dein „Nene“ irritiert mich. Du hast genau die Punkte aufgezählt, die wir schon genannt hatten (Ventilschaden, Pleuelbruch, Ölfilm). Du meinst aber, dass das tatsächlich automatisch passiert, wenn man extrem falsch runterschaltet. Dass zuerst ein Schaden eintritt und dann das H-Rad blockiert? Wenn du bei 10.000/min vom Vierten in den Zweiten schaltest, musst du zuerst die Kupplung ziehen. Sofort wird das Moped etwas langsamer. Dann musst du noch den Gang reinkriegen, auch nicht so einfach. Wenn du anschließend die Kupplung kommen lässt, bremst das auch noch ab. Der Motor muss ja dann erst mal zu so überhohen Drehzahlen gezwungen werden. Das bremst auch wieder ab. Alles weitere hängt vom Moped ab. Eine schwere Fuhre mit rel. kleinem Motor und einem griffigen H-Reifen überdreht dann sicher wirklich den Motor. Ein „normales“ Moped wird eher zuerst hinten blockieren ... und vielleicht zusätzlich noch überdrehen mit einem der genannten Schäden. Das ist aber nicht zwangsläufig der Fall.

Dass ein Drehzahlbegrenzer dabei überhaupt nichts zur Sache tut, ist klar. Und so, wie man beim Burnout mit der Kupplung das H-Rad zum durchdrehen bekommt (umgekehrte Form des Blockierens), so würde das hier auch klappen. Um den Motor mit geschlossenen Drosselklappen „gegen seinen Willen“ zu überdrehen, braucht man extreme Kraft. Das schafft das H-Rad und die Kupplung nicht so leicht. Wenn ich dich falsch verstanden habe, sorry.

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