Woran erkannt man, mit wie viel Drehmoment Bolzen angezogen werden dürfen?

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7 Antworten

Hallo achimP, auf dem Schraubenkopf sollte eine Bezeichnung/Festigkeitsklasse angegeben sein. Also z. B. 8.8 oder 10.9 oder 12.9 (es gibt noch andere, aber die sieht man am häufigsten). Diese Zahl gibt u. a. an, mit welchem Drehmoment die Schraube maximal angezogen werden kann. Abhängig ist das noch vom Durchmesser, also beispielsweise M6 oder M8. Das Material der Schraube ist natürlich berücksichtigt. Das hat mal einer mit einer GS500 toll zusammengestellt (http://www.gs-500.info/index.php?title=Anzugsdrehmomente_von_Schrauben). In der letzten Tabelle ganz unten geben die linken Werte das max. Anzugsmoment in Nm an. Steht keine Bezeichnung auf einer Schraube, sollte man von geringster Festigkeit ausgehen.

Da das alles aber noch von einigen anderen Faktoren abhängt (stell dir vor, du drehst eine hochwertige 12.9er Schraube in Kunststoff), sind die Angaben im Werkstatthandbuch immer erste Wahl.

Und noch etwas: wenn einer Schraube noch nicht der Kopf abreißt, heißt das nicht, dass sie nicht viel zu fest angezogen ist. Evtl. ist sie überdehnt und hat ihre Festigkeit verloren. Dann reißt sie halt etwas später ab.

Wenn du lange Stehbolzen meinst, gilt oft noch eine besondere Regel. Anziehen mit einem bestimmten Drehmoment und dann wieder um einen bestimmten Betrag lockern (sonst wäre er auf Dauer verdreht). Also def. nicht auf die Angaben auf den Schraubenköpfen verlassen.

Bei rel. "unwichtigen" Schrauben (z. B. irgendeine Innenverkleidung, Nummernschild, ...), lieber ganz schwach und auch mal nach Gefühl. "Wichtige" Schrauben (Bremsen, Fahrwerk, Motorhalterung, Hilfsrahmen, ...) am besten immer mit Drehmomentschlüssel nach den Angaben des Herstellers.

Hallo achimP, wenn Du mit Bolzen sogenannte Stehbolzen meinst, sollte es eine Angabe für den Drehmoment geben. Die Stehbolzen sind meist aus einem Werkstoff der Schraubengüte 10.9 oder besser gefertigt und unter Umständen noch zusätzlich Oberflächenvergütet, je nachdem was diese Bolzen halten sollen. Wenn Du keine Angaben über das Anzugsmoment hast, solltest Du zumindest wissen, welche Güte die Bolzen haben, dann kannst Du aus der allgemeinen Tabelle für Anzugsmomente das passende heraussuchen. Die Gewindegröße und Güte sind hierbei entscheidend. Gruß hojo.

Ich kann da nur schreiben wie es bei uns in der Firma ist.Da steht erst einmal auf der Verpackung drauf welche DIN Norm die Schrauben haben.Weiterhin steht auch auf der Schraube eine Zahl drauf,aber mit der kannst Du nicht viel anfangen wenn Du vom Fach bist. Da gibt es Tabellen wo Du es raus lesen kannst was die Zahl aussagt.Im Internet einfach mal nach schauen,da findest genug über die DIN-Normen von Schrauben.VG Frank

ich weiß nicht, ob es heute noch so ist aber, früher hing das von der Bezeichnung der Schrauben ab. Da stand auf dem Schraubenkopf z. B. 6 G.

Normalerweise kannst Du davon ausgehen, das wenn nichts drauf steht es auch keinen üblichen Anzugsmoment gibt. Also nach Gefühl anziehen. Daher auf die Regen "Nach fest kommt ab".Meistens bezeichnen Drehmoment-Angaben die Werte die Du gerne zu fest anziehst. Beispiel Achse bei mir mit 5 KG und die Sicherung (2 kleine Schrauben unten an der Gabel) mit 2 KG. Dosenräder mit 11-13 KG. LKW 60 KG

Äääähm-KG ist meines Wissens nach die Einheit für das Gewicht und nicht für Drehmoment...

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@Alpen

Fast, gemeint war wohl "kg" (statt KG wie Kommanditgesellschaft...), und "g" für Gramm ist die Masse.

Drehmoment wird in Newtonmeter (Nm) angegeben. Früher waren das wohl kgm, das käme auch etwa mit den genannten Zahlen hin, z.B. werden Dosenräder mit ca. 110 Nm fest gezogen.

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Wenn das Werkstatthandbuch nix hergibt gilt näherungsweise:

http://kuerzer.de/uJl5RrOzx

Diese Tabelle kann aber die Erfahrung nicht ersetzen weil das Drehmoment auch davon abhängt wo die Schraube eingedreht wird(Stahl,Alu...)

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