Haben 180er Reifen zwangsweise weniger Grip als 190er Reifen, weil die Auflagefläche kleiner ist?

2 Antworten

ein 180er Reifen hat nicht unbedingt weniger Grip, sondern es hängt von verschiedenen Faktoren ab, Felgenbreite, Kontur, Ausführung z.B. 180/55ZR17 ist entwickelt worden für 5,5x17 Felge, dies bedeutet optimale Ausnutzung der Reifenbreite, z. B. 180/55ZR17 auf einer 6x17 Felge ist zwar nach der Norm noch zulässig, jedoch verschlechtert sich durch die flachere Kontur auf der breiten Felge der Grenzbereich in Schräglage, wobei ein 190/50ZR17 speziell für eine 6x17 Felge entwickelt wurde und auf dieser die optimale Kontur bringt, wobei der Trend bei Sportmotorrädern bereits auf 6x17 mit 190/55ZR17 verlagert, dadurch wird der Reifen spitzer und das Motorrad handlicher in der Kurve.

Der Zusammenhang zwischen Grip und Reifengröße ist komplizierter. 1) die größere Auflagefläche bringt eine geringere Belastung pro cm². Dadurch kann ich eine weichere Mischung fahren und habe deshalb mehr Grip. Eine größere Aufstandsfläche hat zudem den Vorteil dass der Reifen sozusagen beim Festhalten eine größere Auswahl hat. Gerät eine kleinere Reifenfläche auf unsicheren Untergrund kann er futsch sein, wo ein dickerer Reifen noch ein Fleckchen zum Festhalten findet.

Auf trockener Strasse stimmt Deine Vermutung, aber bei Nässe schwimmt der 190er leichter auf, neigt also früher zum Aquaplaning.

ein 180er Reifen (mit z.B. weicherer Gummimischung) kann auch mehr Grip haben, als ein 190er.

Motorradreifen haben im Querschnitt eine ovale, längliche Auflagefläche - Aquaplaning ist daher sehr selten. Im Gegensatz zur Autoreifen, die eine eher quadratische Auflagefläche besitzen.

Aquaplaning bei Motorrädern ist tendenziell eher ein geringes Problem.

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