Bringt ein Sechsganggetriebe bei einem Motorrad eine Benzinersparnis ?

4 Antworten

6-Gang Getriebe sind heute ein Marketing - Must und werden deshalb auch in Maschinen eingebaut, die objektiv keine 6 Gänge benötigen (z.B. Harley).

Die nötige Anzahl der Gänge ermittelt man mit Hilfe der Drehmomentkurve, der Leistungskurve und des Fahrtwiderstandsdiagramms. Zuerst wird die erwünschte und erreichbare Höchstgeschwindigkeit festgelegt. Dazu benötigt man das Fahrtwiderstandsdiagramm und die Maximalleistung. Jeder Gang wird so platziert, daß er kurz vor dem Beginn des Drehmomentmaximums beginnt und kurz hinter der Nenndrehzahl endet. Damit das Motorrad kein "Loch" beim Beschleunigen bekommt, müssen sich diese Bereiche leicht überlappen. D.h. wenn ich z.B. im 3.Gang bis kurz über die Nenndrehzahl ausdrehe, dann muß der Motor im 4.Gang kurz vor dem Drehmomentmaximum eingreifen. Diese Funktion kann man im Gangdiagramm graphisch darstellen. Wenn ich nun den Bereich von 0 bis zur Höchstgeschwindigkeit durch diese Bereiche aufteile, dann ergibt sich daraus die Anzahl der benötigten Gänge. Habe ich einen Motor mit einer geringen Spreitzung (geringer Abstand zwischen Drehmoment - und Leistungsmaximum - also einen spitzen Motor) dann muß ich diesen Geschwindigkeitsbereich oft unterteilen, brauche also viele Gänge. Bei einem Motor mit großer Spreitzung (= Motor mit großem Abstand zwischen Drehmoment - und Leistungsmaximum) dann kann ich diesen Geschwindigkeitsbereich mit wenigen Gängen überspannen.

Von Spritersparnis im 6.Gang kann ich nicht sprechen,wenn ich den 6.Gang voll ausfahre,sind 10-11 Liter futsch...ist so!

Je mehr Gänge ein Motorrad hat um so besser und enger können die einzelnen Fahrstufen auf einander abgestuft werden um das relativ schmale, sinnvoll nutzbare Drehzahlband des Verbrennungsmotors allen Geschwindigkeitsbereichen zur Verfügung zu stellen.

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