Haben getrennte Getriebe wie bei alten Triumphs einen technischen Vorteil?

2 Antworten

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Ja - einen fertigungstechnischen. Die Gußteile waren kleiner (Gehäuse), konnten mit kleineren, billigeren und weniger aufwendigen Maschinen gegossen und bearbeitet werden. Außerdem waren die Anforderungen an die Bearbeitungspräzision viel geringer, weil die Primärkette sowohl in axialer als auch in radialer Richtung Ungenauigkeiten geschluckt hat. Motor und Getriebe konnten getrennt bearbeitet werden und man brauchte kein Gußteil und keine Bearbeitungsmaschine, die Motor und Getriebe in Einem Stück genau fertigen konnte. Einen weiteren Vorteil hatte man, weil man ohne große Änderungen verschiedene Motoren und Getriebe miteinander kombinieren und in verschiedene Rahmen bauen konnte. Der Kunde hatte und hat nur Nachteile. Die getrennten Getriebe waren nur aus der Not geboren und dem technischen Unvermögen der Hersteller geschuldet - genau wie bei HD.

hast Du ganz ins Schwarze getroffen, Baukastensystem aus dem americanischen Custom-Bike bereich, da muß man wenig prakmatisch denken und kann seine künstlerische Ader heraushängen. Passt wie Fischertechnik immer irgendwie zusammen.

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In den Anfangszeiten der Motorrad-Industrie wurden von vielen Firmen keine große Fertigungstiefe, sondern bauten nur die Rahmen samt den übrigen Nötigen.

Die Motoren wurden von Motoren-Hersteller zugekauft, z.B. Jap, und ebenso Getriebe von Getriebeerzeugern. Diese Methode ermöglichte eine flexible Modellpolitik, da verschiedene Motoren mit unterschiedlichen Getrieben kombiniert werden konnten.

Als die Motorradhersteller selber Motoren herstellten, wurde das einheitliche Motoren-Getriebe-Gehäuse Standard, nur in England wurden bis in 60er Jahre noch getrennte Bauteile verwendet.

Die BMW-Boxer haben auch heute noch ein separates Getriebe.

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