Äther und Rizinusöl als Tankzusatz?

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6 Antworten

Äther und Rizinus sind zwei Paar Stiefel und haben primär einmal nichts miteinander zu tun.

Grundsätzlich sollte man sich einmal klarmachen, daß beide Beimischungen aus der Vorkriegszeit stammen und nur verwendet wurden, um die damals miesen Treibstoffe und Öle aufzupeppen. und für die damals noch mieseren Motoren verträglicher zu machen. Heutzutage sind beide Beimengungen überflüssig bis schädlich.

Rizinusöl verursacht diesen typischen Duft (böswillige Zeuitgenossen würden behaupten - Gestank) nach Rennen. Es wurde beigemengt in einer Zeit, als es nur unlegierte Mineralöle gab. Rizinusöl hat die Notlaufeigenschaften verbessert und die Viskositätsstabilität bei hohen Öltemperaturen. Der Nachteil war, daß Rizinusöl stark verkokelt. Die Motoren und Auspuffanlagen verrußten. Daher war Rizinusöl nur für Rennmotoren geeignet, die oft aufgemacht und dabei auch gereinigt wurden. Moderne Öle erfüllen die Anforderungen wesentlich besser ohne die negativen Begleiterscheinungen.

Äther ist ein Alkohol, dh er ist leicht flüchtig, aggressiv und hat einen, im Vergleich zu Benzin, geringeren Energiegehalt. Die Ätherbeimischung hat im Wesentlichen folgende Wirkungen:

1) Äther ist zündfreudiger, dh der Motor startet leichter und wirkt gleich nach dem Start "lebhafter". Die Leistung steigert Äther nicht.

2) Äther erzeugt im Vergleich zu Benzin bei der Verdunstung mehr Kühle. Die Ätherdämpfe entziehen dem Motor mehr Wärme. Das war z.B. bei Bahnrennmotoren nützlich. Wegen der kurzen Strecken konnte man praktisch ohne Kühlrippen und ohne Wasser - und Ölkühlung fahren. Die Innenkühlung durch den verdunstenden Sprit reichte völlig.

3) Durch die Ätherbeimischung und die dadurch bessere Innenkühlung konnte man die Verdichtung erhöhen, ohne daß der Motor gleich den Heldentod durch Überhitzung gestorben ist. Das wiederum hat die Leistung gesteigert.

4) Da Äther sehr leicht entflammbar ist, mußte man sich nicht so streng an das berühmte Lambda 1 halten. Das bedeutet, daß man auch mit überfettem Gemisch noch fahren konnte. Das wiederum hat die Innenkühlung weiter verbessert, die Startfreudigkeit erhöht und in der Folge auch die Leistung geringfügig verbessert.

5) Äther ist zwar durch die schnelle Verdunstung zündfreudig, hat aber einen höheren Entflammpunkt als Benzin, dh die damals chronisch überhitzten Motoren neigten weniger zu Selbstzündung, das sich als Klopfen und Dieseln gezeigt hat.

Fazit:

Beide Beimengungen hatten in einer Notzeit positive Wirkungen. Heutzutage und bei modernen Motoren sind sie völlig überflüssig bis schädlich.

Hallo Helmut! Ich kann mich erinnern, so Ende der 70er. Da war ich mit meinem Vater am Salzburgring. Da fuhren Rennmopeds herum. Ich weiß nicht genau wieviel ccm die hatten es waren auf jedenfall Kleine Motoren da mein Vater von Schnapsglasmotoren sprach. Aber eines weiß ich noch ganz genau, die Abgase haben gestunken das mir beinah schlecht davon wurde, könnte das Äther gewesen sein? lg Romana

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@Mankerl

Nein. Äther aus den Auspuffgasen kann man nicht riechen.

Das war ein Ölzusatz (die kleinen Maschinen waren damals alle Zweitakter, die das Öl mit verbrennen) und es kann sein, daß das Öl Rizinusöl enthalten hat.

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@chapp

Super Antwort!! --- Ich habe damals wie alle Anderen schon eine merkliche Verbesserung bei der Beschleunigung verspürt. Ich hatte es aber nicht so im Detail gewusst. Nun bin ich wieder etwas „klüger“ geworden. Danke Chapp. Ob die Endgeschwindigkeit auch zunahm, daran kann ich mich nicht erinnern. Aber auf jeden Fall haben die Auspuffgase leicht nach Äther gerochen, daran kann ich mich sehr gut erinnern. Ist sogar wirklich der Rennleitung aufgefallen. Wenn wir Äther im Tank hatten und es war irgendwo die Rennleitung zu sehen, sind wir schnell einen anderen Weg gefahren. ;-) Gruß Bonny

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Hi Mankerl. Gerade fällt mir noch was ein. In den Ersatzteilkatalogen meiner Amerikanischen Autos gibt es so Rennzusätze. Ich glaube das erhöht erheblich die Oktanzahl. Das musste ich mal für einen Jungen zum testen für´s Mofa bestellen. Der sagte, daß das Ding " geht wie die Sau". Der hat es dann weitererzählt und ich musste es für einen anderen für einen Golf Gti besorgen. - Gleiche Antwort. Schließlich probierte ich es bei meinem Wagen, der damals eine Limousine und nichts sportliches war aus. Ich würde auch sagen, daß er viel spritziger war. Da ich mich nicht traute, habe ich noch nicht mal die angegebene Menge in den Tank gekippt und trotzdem ein gutes Resultat erzielt.

Bernhard

Servus Mankerl. Als ich 16 Jahre war und eine 50er fuhr, da hab´ich ständig rum experimentiert. Das Mopeed sollte gut gehen und nach Rennbahn stinken. Wir hatten dann im Dorf einen neuen, jungen Apotheker, der ständig auf Sandbahnrennen und anderen vertreten war. Den fragte ich mal nach Äther. Er hat mir strikt davon abgeraten mit einer Geschichte. Als er seine Ausbildung machte als Student, experimentierten sie mit Äther. Als sie fertig waren, sollte einer einen kleinen Rest ( er sagte, es war vielleicht eine Hand voll) ins Depot zurückbringen. Derjenige machte es schneller und kippte es in die Toilette. Später schmiß ein anderer einen Zigarettenstummel da hinein. Es mußte so eine Explosion gewesen sein, daß es die Abflußrohre gleich mit zerstört hat. Der Apotheker warnte mich, sagte: wenn du in die Luft fliegen willst , kannst du es ja machen. Mehr weiß ich dazu nicht. Übrigens hat er mir Methanol gegeben, das kippte ich in den Tank. Das Moped war auf den kleinsten Tritt da und ging wesentlich besser. Rizinusöl hatte ich auch probiert, aber keine Wirkung festgestellt. Vielleicht war es auch nicht die richtige Dosierung.

Gruß nach Wien , Bernhard

Jepp, Methanol aus dem Modellbau s. www.xxl-modellbau.de/Methanol habe ich auch bei meinen Kreidlern in den 70zigern ausprobiert. Das hat nur einen anderen Geruch gebracht aber keine Leistungssteigerung, aber was haben wir nicht alles ausprobiert damit der Bock schneller lief! ;-))) Gruß T.J.

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Ein Schnapsglas Rizinusöl in den Tank und schon riechen die Auspuffgase, als ob du den Motor mit dem legendären Castrol-Öl (RS?) geschmiert hast (den Geruch habe ich noch immer in der Nase). Ob es dem Motor gut bekommt, steht auf einem anderen Blatt. Und das wird wohl das aktuelle "Duft-Öl" sein: http://www.castrolmoto.com/de/products/b353.php

Ned ganz Kostia

Der Duft entströmte vornehmlich Zweitaktern und ich glaube Äther war es. Rizinusöl, wenn das beim Motor eine ähnliche Wirkung entwickelt wie im menschlichen Verdauungstrack, erklärt das die sauschnellen Jungs ;-) zumindes roch es verdammt sportlich.

LG Wolfgang

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@Nachbrenner

Nee, Wolfgang. Ich besass mit meinem Cousin eine Kawa KH 500 und eine Ducati 750 SS. Beide wurden mit Castrol geschmiert und ich wollte gar nicht Moped fahren, sondern nur am Auspuff schnüffeln.

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@deralte

Mag sein, ich setzte in der 50ccm Zeit eher auf sauber eingestellte Zündung und Zuverlässigkeit, darum bin ich auch immer nach Hause gekommen. Meine Spezln waren oft schneller weg, aber mir blieb der Bock fast nie stehen, trotz Experimente. ;-)

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@deralte

Genau. Das RS Öl hatte einen besonderen Geruch. Wie du schreibst, habe ich den auch noch immer in Erinnerung. Ich wollte es mir früher auch kaufen, war mir aber zu teuer. Der Liter kostete immer zwischen 18 und 21 Mark.

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Hallo Romana

Ich habe bei E10 schon meine Zweifel, und andere kippen sich noch Ventilreiniger Kaltlaufverbesserer und Verhinderer ein. Da gibt es die tollsten Versprechungen, Benzinsparzusätze und noch weiteren Blödsinn.

Ein Tipp unter Dieselfahrern ist auch gross in Mode,Zweitaktöl in den Tank als Zugabe für die Einspritzpumpe damit sie geschmiert wird.

Ich bin schon hunderttausende Kilometer gefahren ohne irgentwelche Mittelchen,und Zusätze !!

Ich Bin mal gespannt wann es Duftöle gibt für Verbrennungsmotoren ;-)) muaaa

Kilometerfresser - (Leistungssteigerung, Turbo)

Bei Rizinusöl kann ich nicht mit Erfahrungen dienen, aber mit Äther. In den 60´ern und 70´ern habe ich wie viele "Möchtegern-Agustini" auch mit Äther experimentiert. Unsere kleinen 50 ccm 2-Takt "Eierfeilen" gingen damit richtig ab. Allerdings auch auf Kosten der Haltbarkeit der Motoren. Äther gab es damals frei in den Apotheken zu kaufen. Das "Spannende" war das experimentieren mit der Dosierung. Auf eine Tankfüllung ein "Schnapsglas" war so der "rote Faden". Die Polizei fuhr deshalb immer mit "langer Nase" hinter kleinen Mopeds her. Natürlich roch es nach Äther im Abgas. Nebenbei: Mir wird schlecht wenn ich das Zeug rieche.

Es stimmt, Äther ist hochexplosiv. Es entzündet sich schlagartig mit einer großen Stichflamme. Genau das war der Grund warum es in den Tank kam. Ein-zwei Tropfen angesteckt reichen aus um sich die Haare "heiß" zu kürzen. Ich weiß, wovon ich schreibe(heute grins, damals nicht). Ich hatte damals schulterlange Haare (Hippizeit), aber durch Experimente mit solchen Stoffen hatte ich schon mal eine damals völlig unmoderne Kurzhaarfrisur.

Ausschlaggebend zum sofortigem Aufhören mit dem Blödsinn war, als ich mit einem Freund vor unserer "Stammdisko" mit unseren Motorrädern standen und mal wieder "richtig angeben wollten. Also Äther in unsere BMW´s zum bevorstehendem "Ampelschnellstart". Ricky hatte es "etwas" übertrieben. Als wir am Gas "spielten", gab es einen Knall und bei seiner BMW schoss die rechte Kerze aus dem Zylinder. Ein Glück traf sie niemand. Aber die hatte solch eine Wucht, dass die in einer Autotür stecken blieb. Auch im Motor "schepperte und rasselte es. Fazit: Motor Schrott und Autotür ersetzen, plus Anzeige. Seitdem nahm ich von solchen "Experimenten" die Finger. Anmerkung: Kerosin (Flugzeugbenzin) haben wir auch probiert. Geht nicht. Motor geht aus. Gruß Bonny

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