Stoppi -> Überschlag Warum?

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Stoppi - Überschläge nach vorne sind ein Ergebnis des modernen Motorradbaus. Die Maschinen haben sehr giftige Bremsen, kurze Radstände, kurze Tanks mit einem weit vorne platzierten Fahrersitz (um Wheelies zu verhindern) und lange Federwege(dadurch einen hohen Schwerpunkt) und insbesondere sehr lange Negativfederwege. Der lange Federweg vorne lässt die Maschinen tief eintauchen (anti Dive hat nicht funktioniert) , der lange Negativfederweg hinten hebt das Heck zusätzlich an.

Das alles ist dem Komfort und dem Handling geschuldet. Man kann das etwas abmildern, indem man vorne etwas härtere, lineare Federn einbaut, hinten die Dämpfer - Zugstufe härter einstellt, den Negativfederweg hinten verkürzt und das Heck etwas tiefer legt. Verkürzte Negativfederwege haben aber wieder den Nachteil, daß die Maschine dann in Schräglage auf Kuppen leichter abhebt - es gibt eben nichts umsonst.

Ich vergaß, eine möglichst hohe Körperspannung, die verhindert, daß der Fahrer wie ein nasser Sack beim Bremsen nach vorne rutscht, ist auch sehr hilfreich.

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Willst du damit sagen dass alle moderneren Motorräder sich bei einer Vollbremsung nach vorne überschlagen? Unter dem Aspekt dürfte ABS und der Umgang den man den Fahrern beibringt (Maschine gerade und dann voll reingreifen) wohl nicht gerade sicherheitsfördernd sein?

Natürlich sagt schon die Physik dass bei Ausreichender Verzögerung alles nach vorne kippen muss doch ich hätte nie gedacht dass diese Grenze mit normalen Straßenreifen(MPR2) und eher schwachen Bremsen (die FZ6 ist sicher kein Paradebeispiel) so leicht passiert.

Die Bremse habe ich tatsächlich sehr schnell gezogen was ich sonst nicht mache - Schrecksituation eben - allerdings hätte ich dabei auch eher mit einem blockierenden VR gerechneter als mit einem Überschlag. Währe mir das durch progressives Bremsen erspart geblieben?

Was genau ist AntiDive?

lg Alex

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@PacMan88

Zumindest die Tendenz zum Überschlag ist bei moderneren Maschinen größer als bei den klassischen Motorrädern. Das ergibt sich ganz klar aus den Daten der Fahrphysik.

Voll reingreifen ist Unsinn. Eine Doppelscheibe mit mehr als 280mm und intakte Beläge bringt fast jede Maschine zum Aufsteigen. Außerdem darf man nicht vergessen, daß moderne Niederquerschnitt - Vorderreifen einen enormen Grip aufbauen und nicht mehr so ohne Weiteres wegrutschen. Dazu braucht man heute nicht mehr unbedingt einen Rennreifen. Das ist einer der beiden Nachteile moderner Reifentechnologie: Überschläge und Highsider.

In einer Notsituationb wie du sie erlebt hast, ist alle Theorie grau. Man zieht einfach die Bremse und basta. progressives Bremsen halte ich für absoluten Blödsinn und hoch gefährlich. Beim langsamen Anziehen verlierst du so viel Bremsweg, daß es hinten raus sehr leicht zu eng werden kann. Einmal verlorenen Bremsweg gibt dir keine Macht der Erde wieder zurück.

Anti Dive ist eine technische Maßnahme, die beim harten Bremsen mit der Vorderbremse das Eintauchen der Gabel verhindern oder zumindest verzögern sollte. Es gab verschiedene Systeme, hydraulische und mechanische. Funktioniert hat keines wirklich. Deshalb hat man sowohl bei den Serienmaschinen als auch auf der Rennstrecke sehr bald wieder darauf verzichtet. Als Beispiel für die Funktion: Man hat die Ventile für die Dämpferdruckstufe mit der Bremshydraulik verbunden. Beim harten Bremsen wurde die Gabekl dadurch plötzich versteift und am Eintauchen gehindert. Die dann bocksteife Gabel begann auf welliger Straße unkontrolliert zu springen.

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bei notsituationen stark bremsen is kalr mann hat ja auch nicht viel zeit um zu reagieren. allso weniger stark vorne bremsen die hinterbremse auch mitei´nbeziehen hielft da auch denn ein bischen bremskraft hat die ja auch. bei gefahrensituationen is das halt so das man sogar alles richtigmachen kann und es geht trotzdem in (sprichwörtlich) in die hose. ich hoffe das dir nicht alzuviel passiert ist und du den spass am fahren noch hast.

Moin Moin,

weil hier einige der Meinung waren, dass ein ABS einen solchen Sturz nicht verhindert hätte:

Das ist richtig, ältere Antiblockier-Systeme haben diese Variable noch nicht mit eingerechnet. Denn damit man bei einer Vollbremsung einen Überschlag macht muss das Rad sehr wohl und nur sehr kurz nahezu blockieren. Allerdings blockiert es nicht im Sinne von das Rad rollt nicht mehr auf der Straße, sondern viel eher bleiben die Bremsbacken fast an der gleichen Position an der Bremsscheibe, dadurch wird das Heck gehoben und man macht einen weniger eleganten und sehr gefährlichen Abgang, bei dem man die Gefahrenstelle möglichst schnell verlassen sollte, damit man nicht vom Motorrad oder von Trümmern des Motorrades erschlagen wird.

Neuere Antiblockier-Systeme arbeiten nun aber so, dass die Drehzahlen der beiden Räder in jeder Sekunde bis zu 3000 mal ( je nach Geschwindigkeit ) überprüft werden und die Bremswirkung an dem Rad mit weniger Drehzahl verringert wird. Da bei einem bevorstehenden Stoppi die Bremsbacken kurzzeitig an fast der selben Position an den Bremsscheiben stagnieren und die Drehzahlmesser an einer festen Position des Rahmens angebracht sind, sinkt die Drehzahl des Vorderrades kurzzeitig extrem ab und dadurch wird die Bremskraft, die am Vorderrad anliegt, wiederrum vermindert.

Quelle: Wikipedia

Mit freundlichen Grüßen, lost1994

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