Ein Zylinder, aber zwei Vergaser???

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Zwei Vergaser an einem Topf sind ein alter Hut. Das gab es bei Maico an der 480er schon in den 70ern.

Der Grund war ganz einfach, weil es keinen Vergaser gab, der groß genug gewesen wäre. Die hatten schon 48er Vergaser und die genügten noch nicht.

Bei Viertaktern mit 2 Eilassventilen wären 2 getrennte Vergaser, oder Einspritzsysteme mit getrennten Drosselklappen wigentlich das technisch Sinnvolle und wären Standard, wenn bei Mehrzylindermotoren genügend Platz wäre. Bei Singles geht das ohne Probleme.

Der Grund für die Vorteile liegt in 2 Punkten:

1) Wenn man mit einem Vergaser auf 2 Einlassventile geht hat man einen sogenannten Gabeleinlass. Der Luftstrom muss an einer Gabelung in 2 Teile geteilt werden. Das ist strömungstechnisch nicht optimal zu lösen. Viele Wirbel, großer Strömungswiderstand und eine kalte Zone mit turbulenter Strömung können sogar eine Entmischung hervorrufen - dh Luft und Benzin trennen sich und der Motor magert ab. Wenn man nun für jedes Einlasventil einen einzelnen, durchgängigen Einlasskanal hat, lässt sich all das wesentlich besser lösen.

2) Große Singles brauchen auch große Vergaser. Je größer der Vergaserquerschnitt, desto schwieriger ist die Gemischbildung. Außerdem haben große Vergaser wegen der tieferen Schiebertaschen und der ungünstigeren Strömungsverhältnisse an der Schieberunterseite bei Halbgas generell schlechtere Strömungsverhältnisse.

Außerdem sind 2 kleinere Vergaser billiger als so ein Ofenrohr. In Einzelfällen lässt sich durch unterschiedliche Abstimmung der beiden Vergaser sogar das Leistungsband günstig beeinflussen.

Ich bin es gerade anders herum am probieren...... Die Trine hat 2 Stück 40er Hitachivergaserfabriken, die recht anfällig im Betrieb sind. Passende Originalteile sind nur noch schwer zu bekommen. Daher bin ich gerade die Köpfe der XV 750 am überarbeiten, da hier kleinere Ventile verbaut sind. Zusammen mit dem geringeren dachförmigen Brennraum kommt ein Plus an Verdichtung zustande. Die kleineren Ventile begünstigen die Füllung, wo die großen Vergaser dann an die Grenze stoßen, kann ein einzelner Vergaser mit den kleineren Ventilen, eine bessere Füllung produzieren. Ein Manifold / Ansaugstuzten für 2 Zylinder auf 1 Vergaseranschluß hab ich mir von einer Harley umgearbeitet.

Hab jetzt sogar ein Manifold gefunden um Einspritzdüsen zu montieren :-))

http://www.rbracing-rsr.com/calcmanifold.html

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Der Motor der Pegso hat einen fünfventiligen Zylinderkopf, zwei Einlass- und drei Auslassventile. Hinter dem Eintopf ist Platz für einen Doppelvergaser (mit einer gemeinsamen Schwimmerkammer). Durch zwei Einlassventile kann der Brennraum auch doppelt mit Benzin-Luftgemisch versorgt werden. Simpler Grund: Leistungssteigerung. Nachteil: Der Motor ist kein Kostverächter. Bis zu 8 L / 100 km soll er verbrauchen.

Kann man Vergaser nur mit einem Abgastester einfach selber einstellen?

Ich habe in meiner 45 Motorradzeit alle Reparaturen /Servicearbeiten selber gemacht. Motor / Getriebe zerlegt und vieles Andere. Vergaser habe ich auch zerlegt und überholt. Allerdings nur bei Motorrädern, die nur einen Vergaser hatten. Auch diese nach der "Bauchmethode" eingestellt und war jedes Mal überrascht, dass die Motorräder sogar liefen. Von mehreren Vergasern habe ich die Finger gelassen, da reichen meine Erfahrung und das Wissen nicht aus. Ich würde sicher mehr Schaden machen als Nutzen.

Meine "Trude" hat nun zwei dieser Dinger und ich denke darüber nach, mich an die Einstellungen zu wagen. Einstellen lassen (habe mich schon erkundigt) ist ziemlich teuer und wenn man es selber macht, weiß man, was man gemacht hat. Bei "normaler" Fahrweise verbrauche ich bei einem 800 ccm / knapp 70 PS "starken" Bike zwischen 7,2 bis 7,5 Liter Sprit. Kann auch schon mal über 8 Litern liegen, aber noch nie unter 7 Litern. Den "Fettgehalt" hatte ich mal einstellen lassen, hat aber nichts gebracht. Nun meine Frage:

Wenn ich mir ein Abgastestgerät besorge, kann ich damit ja für jeden Zylinder das Gemisch einstellen. Wenn beide gleich sind, ist dann auch die Synchronisation eingestellt? Bringt es etwas, sich solch einen Tester zu kaufen oder zu leihen? Ich gehe davon aus, dass wenn das Motorrad gut läuft die Vergaser in Ordnung sind. Bei den Einstellungen kann ich sicher den Spritverbrauch senken und möglicherweise die Vergaser optimieren. Reicht dazu ein Abgastester aus, oder wird es komplizierter? Falls ich preiswerte Flachschiebervergaser bekomme, müssen die doch auch noch eingestellt werden. Reicht dazu auch nur der Abgastester? Muss man noch einen Synchrontester haben, oder reicht es über den Abgastester, wenn beide Vergaser den gleichen "Dreck" in die Umwelt pusten? Gruß Bonny

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