Schalten die Rennfahrer immer in einem Stück herunter?

4 Antworten

Also ich schallte erst 2x runter, gucke ob's drehzahlmäßig passt, um dann gegebenenfalls noch einen runter zu schalten wenns nicht passt. Aber natürlich nur bei Spitzkehren.

Die Antwort ist ganz einfach: Rossi und Co wissen aus hunderten von Trainings - und Rennrunden sehr genau welchen Gang sie an welcher Stelle benötigen. Otto Normalverbraucher donnert nicht mit Volldampf auf die Kurve zu und schaltet zielgenau am richtigen Punkt in den genau richtigen Gang. Durch schrittweises herunterschalten während der Verzögerung tastet er sich quasi an die richtige Geschwindigkeit und den passenden Gang heran. Dieses Gänge überspringen beim Herunterschalten ist auch für das Getriebe nicht sehr angenehm, weil dadurch die Antriebswelle auf enorme Drehzahlen kommen kann, die der Lebensdauer nicht sehr dienlich sind.

@chapp:

...weil dadurch die Antriebswelle auf enorme Drehzahlen kommen kann,...

Ist das wirklich so?

Auch, wenn ich nicht zwischendurch einkuppele, sondern erst nach dem Runterbremsen unmittelbar am Kurveneingang, wenn ich schon wieder Gas gebe und beschleunigen will?

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@demosthenes

Das ist so! Beim Auskuppeln trennst du die Kurbelwelle von der Antriebswelle. Antriebswelle und Abtriebswelle sind über die Getriebezahnräder miteinander verbunden mit Ausnahme im Leerlauf. Wenn du also im 6.Gang fährst und hast eine entsprechende Geschwindigkeit drauf und schaltest in den 3. dann wird die Drehzahl der Antriebswelle um den Unterschied des Übersetzungsverhältnisses beschleunigt und zwar sehr abrupt. Das ist nicht Schalten sondern ein Akt der Metallverarbeitung.

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@chapp

@chapp:

Das ist ... ein Akt der Metallverarbeitung.

Das klingt ja übel!

Nur schalte ich ja parallel zum Abbremsen herunter, habe also mit Sicherheit zu keinem Zeitpunkt eine Geschwindigkeit drauf, bei der ich den jeweils eingeschalteten Gang nicht ganz normal nutzen könnte.

Ich schenke mir also nur das mehrfache Ein- und Auskuppeln und verkürze die Verzögerungsstrecke vor der Kurve.

Die Antriebswelle erreicht hier also zu keinem Zeitpunkt eine Drehzahl, die sie beim "normalen" Runterschalten mit jeweils Einkuppeln nicht ebenfalls erreichte.

Wird sie hier also ohne das zwischenzeitliche Einkuppeln tatsächlich stärker belastet als mit Einkuppeln?

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@demosthenes

Wird sie hier also ohne das zwischenzeitliche Einkuppeln tatsächlich stärker belastet als mit Einkuppeln?

Definitiv nein.

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@Iceman

Lieber Iceman, das ist definitiv falsch. Wenn du Gang für Gang herunterschaltest, dann sinkt gleichzeitig die Fahrgeschwindigkeit und damit die Drehzahl der Abtriebswelle und damit die Drehzahldifferenz zur Antriebswelle. Außerdem - wie willst du vor einer Kurve, die du vielleicht nicht einmal gut kennst, den genau passenden Gang treffen? Ob dir das gelungen ist merkst du erst, wenn du wieder einkuppelst. Wenn du dich verschätzt hast oder deine Christallkugel schwächelt merkst du dann erst, wenn der Motor in den Roten Bereich hineinheult oder du mit blockierendem hinterrad von der Straße fliegst.

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Auf meiner Hausstrecke mach ichs auch immer so. Also anbremsen, Kupplung ziehen, den benötigten Gang einlegen, wieder einkuppeln und durch. In Verbindung mit Anti-Hopping und Hinterradbremse machts mehr Spaß und lässt sich auch fixer bewerkstelligen als alle Gänge durchzuschalten. Auf unbekannten Strecken nutze ich dann doch lieber jeden Gang, um zu sehen welcher denn am passendsten scheint. Es sei denn, dass man von Anfang an schon sieht, dass es z.B. ne 2. Gang Kehre wird.

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