Im Winter den Reifendruck im Fahrbetrieb verringern?

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Christine hat schon fast alles gesagt, was es dazu zu sagen gibt und zwar richtig. Nur eines möchte ich etwas "anpassen". Die Reifenaufstandsfläche vergößert sich ganz wesentlich, wenn man die Luft auch nur wenig herausläßt. Andererseits vergrößert sich die Wärmeabstrahlfläche. Der Wärmegewinn hält sicvh daher in Grenzen.

Anders sind die Verhältnisse bei Trialreifen. Sie sind extrem weich und haben sehr elastische Stollen. Die erwärmen sich bei niedrigem Luftdruck extrem.

Allerdings rate ich beim Luftablassen generell zur Vorsicht, weil sich bei zu geringem Luftdruck der Reifen beim Beschleunigen und Bremsen auf der Felge drehen kann. Speziell bei Schlauchreifen ist das extrem gefährlich, weil dabei das Ventil aus dem Schlauch gerissen werden kann und der Reifen schlagartig den Luftdruck verliert. Wenn ihr das also plant, dann solltet ihr vorher Reifenhalter einbauen.

Wann bitte verändert sich Wärmeabstrahlfläche und wodurch? Helmut, wir sprechen von einem Motorradreifen und nicht von einem Luftballon.

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@deralte

Über die Reifenaufstandsfläche gibt der Reifen den größten Teil seiner Wärme an den kalten Boden ab, viel mehr als an die Luft über die sonstige Reifenoberfläche. Luft ist ein schlechter Wärmeleiter. Durch den niedrigeren Luftdruck vergrößert sich die Reifenaufstandsfläche und die Wärmeabfuhr wird vermehrt. Das ist der Grund, warum unsere Reifen immer breiter werden. Dies gilt aber nur bei trockener Straße.

Bei Dauerschlupf auf Eis und Schnee oder bei stehendem Wasser erhitzt sich der Reifen durch die Reibung und durch die Wasserverdrängung enorm. Stell mal deine Kiste mit dem Hinterreifen auf eine Eisfläche und laß´ihn durchdrehen. Schon nach wenigen Sekunden wird der Reifen glühend heiß und das Eis verdampft.

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@chapp

> Durch den niedrigeren Luftdruck vergrößert sich die Reifenaufstandsfläche und die Wärmeabfuhr wird vermehrt. Das ist der Grund, warum unsere Reifen immer breiter werden.

Das ist schon richtig so, ich möchte aber anfügen, dass die Hersteller den Effekt der besseren Abkühlung aus dem Grund nutzen, da

durch die größere Kontaktfläche (d.h. weniger Druck / Fläche) der Reifen weniger belastet wird. Dadurch kann eine weichere Gummimischung verwendet werden, welche wiederum bessere Hafteigenschaften mit sich bringt.

Außerdem ist duch eine bessere Wärmeableitung das Fenster des Reifens in dem er optimale Haftung aufbringt größer. Somit fängt er nicht so leicht zu schmieren an bzw. blockiert beim Bremsen nicht so schnell, da die Haftreibung durch die geringere Erhitzung ( bessere Wärmeableitung ) erst später in Gleitreibung übergeht.

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@colin

Lieber Colin, das ist schon so richtig, trifft aber in erster Linie auf Rennreifen im Renneinsatz zu. Wir aber diskutieren über normale Straßenreifen, deren Haftung auf kaltem, glattem Untergrund bei moderaten Geschwindigkeiten verbessert werden soll, wenn möglich.

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@chapp

Hallo Chapp, ist schon klar, ich wollte lediglich die Gründe für die breiteren Reifen nochmal klarlegen. Für die Haftung auf kalten Strassen bei vorsichtiger Fahrweise sind breitere Reifen durch die bessere Abkühlung eher schlecht.

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Moin Detlef,

fahre doch mal zur nächsten Tankstelle und senke den Luftdruck beider Reifen um 0,4 Bar ab, ausgehend von dem für deine Reifen vorgeschriebenen Wert. Dann fährst du eine Acht auf dem Grundstück und wirst feststellen, dass du kein Moped, sondern einen japanischen Wackelpudding fährst.

Wenn du den Reifendruck derart absenken würdest, dass die Aufstandsfläche sich tatsächlich vergrössert, ist das Moped praktisch nicht mehr fahrbar.

Belasse den Luftdruck wie vorgeschrieben und alles ist gut.

Ich bin ein Freund von japanischem Wackelpudding ;-) , fahre vorne 0.3 und hinten 0.4 bar weniger als im Handbuch. Mit 2.5 und 2.9 (also Standardluftdruck) bei kaltem Wetter zu fahren halte ich für fahrlässig, auf jeden Fall, wenn man gerne Schräglagen fährt. Ab 20 Grad Celsius und darunter wird es gefährlich.

Beim Michelin (PIPO2CT) wird bei Solobetrieb übrigens dazu geraten, den Luftdruck auf 2.2 und 2.5 (v/h) zu verändern.

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