Ich will eine 125ccm Supersportler?

3 Antworten

Wieso sollte es keinen Sinn machen?

Die meisten Fahrzeugverkäufe in Deutschland sind Privatverkäufe.

Es gibt auch genug Motorradfahrer, die in ihrem Leben noch nie eine neue Maschine besessen haben.

Es gibt einige Sachen, die es beim Privatkauf zu beachten gibt:

Vergleiche Fahrgestellnummer (ist auf der Gabel zu finden) mit der Fahrgestellnummer im Brief.

Suche Motor, Leitungen und dergleichen nach Undichtigkeiten ab. Schau auch mal auf den Boden, ob dort Ölflecken sind.

Ist ein Motorrad super hochglanzpoliert, muss das noch nichts über das Innenleben aussagen, wenn das Motorrad aber richtig dreckig und runtergekommen ist, finger weg, wer sein Motorrad nicht mal zum Verkauf wäscht, der hat sich die komplette Zeit über nicht viel darum gekümmert.

Schau dir Lenkerenden, Verkleidungsteile und eventuelle Sturzbügel an. Kratzer daran zeugen von Umfallern oder Unfällen.

Überprüfe das Lenkkkopflager und beide Radlager. Es sollte nur in die Richtung beweglich sein, in der das auch gewünscht ist. Also kein Rotationsspiel in Richtungen in denen keines da sein sollte und kein horizontales oder vertikales Spiel. Auch sollte das Lenkkopflager auf Rastpunkte überprüft werden. Beide Lenkeranschläge sollten noch vorhanden sein, fehlen diese deutet das oft auf einen harten Umfaller hin, bei dem auch gerne mal Gabeln und Bremsscheiben verzogen werden.

Überprüfe sämtliche Verschleißteile. Dazu gehören Kette und Kettenblatt, Bremsbeläge, Bremsscheiben, Bremsleitungen und Reifen. Alles was dort runter ist muss bald erneuert werden und dann kommen erst mal wieder Kosten auf dich zu.

Überprüfe den Ölstand. Öl wird relativ schnell dunkel und es lässt sich schlecht an der Farbe des Öls erkennen wann der letzte Ölwechsel vorgenommen wurde. Allerdings deutet ein zu niedriger Ölstand auf schlechte Wartung hin und ein zu hoher Ölstand darauf, dass kurzfristig davor erst neues Öl reingekippt wurde.

Bitte den Verkäufer darum, den Motor kalt zu belassen, dadurch kannst du das Startverhalten bei einem Kaltstart überprüfen. Bei Motorrädern die Kaltstartprobleme haben versuchen Verkäufer oft das Motorrad vor der Besichtigung auf Temperatur zu bekommen, sodass es keine Probleme beim Anlassen gibt. Wenn der Motor trotz deiner Bitte warm ist, wird vermutlich etwas kaschiert.

Schau unter der Sitzbank nach ob auch dort alles ordentlich und nicht verdreckt ist und teste das Fahrwerk mit gezogener Vorderradbremse, um zu schauen ob es ordentlich ein- und ausfedert.

ABEs für Umbauten sollten auch vorhanden sein, genauso wie Nachweise für Services und Reparaturen. Das Motorrad ist 2 Jahre alt, da sollte eigentlich in der Zeit jeder Service gemacht sein, wegen der Garantie.

Bei der Probefahrt lass das Visier oben, dass du komische Geräusche und Gerüche feststellen kannst und versuche die Gänge auszufahren. Wenn dir dann nichts auffällt und du dann keine Bedenken hast, greif zu, ansonsten Finger weg.

Man kann auch von Privat kaufen. Der Unterschied zum Händler besteht nur darin, dass der Privatmann keine Garantie gibt und die Gewährleistung ausschließen kann - wenn er will.

Du solltest beim Gebrauchtkauf in folgenden Schritten vorgehen:

(1)Vorbereitung: Informiere dich über das Modell, technische Schwachstellen usw. Es ist wichtig, dass man weiß was man kauft. Such dir ein gutes Angebot aus und lass dich nicht von Fotos oder schicken Umbauteilen blenden.

(2)Optische Begutachtung: Beschädigungen? Kratzer? Gibt es Anzeichen für einen Unfall?

(3)Technische Begutachtung: Verschleißteile? Ölaustritt? Gabelsimmeringe? Lager in Ordnung?Funktioniert alles? Wartung? Kilometerstand glaubhaft? Alter der Batterie? usw.

(4)Begutachtung der Unterlagen: Rechnungen vorhanden? Scheckheft? Vorbesitzer? Kilometerstand glaubhaft? Alles eingetragen? Papiere in Ordnung? Korrekte Bereifung? Handbuch vorhanden?

(5) Einschätzung des Verkäufers: Vertrauenswürdig? Hatte er das Motorrad länger gehabt? Wurde es gepflegt und gewartet? Warmgefahren?

(6) Probefahrt: Eine Probefahrt erfordert ausreichend Zeit und Aufmerksamkeit. Ggf jemanden probefahren lassen, der nicht erst vor kurzem den Führerschein gemacht hat.

(7) Preisverhandlung: Du musst eine realistische Einschätzung haben, was dieses Motorrad wert ist. Bedenke die Kosten die ggf noch auf dich zukommen. Neue Reifen und neuer Kettensatz sind schnell Mal 400€. Eine realistische Preiseinschätzung ergibt sich aus deinen Beobachtungen aus Punkt 1-6.

(8) Kaufvertrag aufsetzen.

Wenn du keinen dieser Schritte auslässt oder halbherzig durchführst, ist der Kauf von Privat immer eine gute und günstige Alternative. Allgemein halte ich es für sinnvoll mindestens zwei vergleichbare Angebote anzuschauen.

Ob das Sinn macht?

Wenn die Maschine in gutem Zustand ist und der Preis gut klar.

Du solltest darauf achten dass er für Umbauten ABE bzw. Eintragung vorweisen kann und dir die Originalteile etvl. mitgibt.

Bei einer Testfahrt kannst du Probleme auch selbst feststellen (bestehe auf die Testfahrt wenn der Verkäufer sich weigert, ansonsten nicht kaufen).

Ebenfalls sollte er Nachweise für Reparaturen und Services vorlegen können es sei denn er hat z.B Ölwechsel selbst gemacht.

Auch immer nach dem Fahrstil fragen und die Reifen anschauen.

Abgefahren und deutliche Vershleißspuren bei " jungen" Reifen könnten z.B auf Burnouts o.ä hindeuten.

Auch auf Beschädigungen gründlich untersuchen, bei vielen Kratzern kannst du den Preis etwas drücken.

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