Warum sind Motorradmotoren viel Leistungsstärker als Auto-Aggregate ?

2 Antworten

Das Verhältnis von Drehmoment zu Leistung ist entscheidend. Entweder hohe Leistung oder hohes Drehmoment, beides geht nicht. Einen tollen Spagat schafft der Honda S 2000. 2 Liter und 240 PS ist für einen Automotor ohne Aufladung ein gigantischer Wert.

Dafür halten die Automotoren auch deutlich länger. Trotz aller technologischen Fortschritte, gilt immer noch die Faustregel, daß ein Motor mit einer Literleistung um die 100 PS die Grenze dessen darstellt, was technisch verantwortbar ist unter dem Gesichtspunkt der Lebensdauer. Das würde für einen 1350er Motorradmotor 135 PS bedeuten.

Von einer 1350er mit 200 PS erwartet niemand ernsthaft eine Lebensdauer von 200.000 km und mehr bis zur ersten größeren Reparatur. Von einem Automotor mit 200 PS setzt man das als Selbstverständlichkeit voraus.

Hubraum kostet Gewicht - Leistung über die Drehzahl nicht!

Wenn du in ein Motorrad einen Motor mit 200 PS und der Charakteristik eines handelsüblichen Automotors implantieren möchtest, dann hast du ein Gefährt mit mindestens 400kg Lebendgewicht ( Beispiel Triumph Rocket III). Die Leistung aus einem kleineren Motor über eine hohe Drehzahl zu holen, spart Gewicht, kostet aber Lebensdauer.

Die modernen Turbomotoren verfälschen das Bild etwas. Allerdings erhöhen die diversen Nebenaggregate auch das Gewicht des Turbomotors wieder und außerdem ist er wegen der eingeschränkten Steuerungsfähigkeit für Motorräder nur bedingt geeignet.

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