Konnte man früher so einfach eine 250er zu einer 350er umbauen?

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3 Antworten

Ja, da Yamaha ein Baukastenprinzip verfolgte, waren viele Teile bei einigen Modellen konstruktiv gleich gestaltet, um die Kosten gering zu halten. Das war von der 125 - zur 200er RD so, und bei der 250-350 RD, sowohl Luft-, wie Wassergekühlt ebenso.

Ich fahre eine TR1, und eine XS 750 SE, da war es genauso. Die TR1 basierte auf der XV 750, und die nachfolgenden Viragomodelle waren bis auf den Kardanantrieb ebenfalls nach dem Baukastenprinzip gebaut. Sogar die Kardanantriebe einiger Maschinen waren bis auf die Übersetzung vom Gehäuse her gleich. Die DT und RD 80ccm / 125ccm waren baugleich. Und so ähnlich ist es bei anderen Herstellern auch. Die V35 und V50 von Guzzi, und die 750-850-1000er Modelle hatten immer das selbe Motorgehäuse.

Die Motoren unterscheideten sich meist nur in der Zylinderbohrung. Natürlich konnte man den kleineren Kopf lassen, und hatte dadurch sogar noch mehr Kompression, aber das ging nur mit anpassen der Kolbenfreiheit, durch Unterlegen von mehreren Fußdichtungen :-)

Auch andere Ausstattungsteile waren Baugeich, wie Armaturen, Schalter, Räder, Bremsen und anderes.

Ich bin heute froh darüber, den ich kann mich daher der Teile von jüngeren Maschinen für den Aufbau meiner Oldies bedienen. Aktuell bin ich eine BT1100 Kurbelwelle in meinen TR1 Umbau am einbauen. Natürlich bedarf es einiger Umbauarbeiten, aber was nicht passt, wird passend gemacht :-)

user5432 18.05.2013, 20:42

Nachtrag: Hab die IX ES 250 und die 400er ganz vergessen, da konnte man noch mehr tunen, ganze 150 ccm mehr Hubraum, und die 400er ging mit der dicken Nockenwelle der Zwofuffziger schon ganz ordentlich, weil die noch schärfer war, als die der offenen 400er :-) Ich hatte an meiner aufgebohrten 360er IX-ES sogar ne Yoshimura Auspuffanlage dran, da ging ohne Öhrstöpsel im Nahfeld nichts mehr :-)

Ja, die wilden Jahre.......

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Die Honda C250 aus den 70ern (die alte mit 30 PS) konnte man einfach mit neuen Kolben und Zylindern (aufgebohrt oder neu) auf 350 ccm (eigentlich waren es nur 325 ccm) aufmotzen.

Da werden Erinnerungen wach. ---- Meine RD 250 wurde damals natürlich auch umgebaut. War wirklich nicht schwer. Wie turboklaus schon beschrieben hat sind die RD250 /RD350 nach dem Baukastensystem gebaut worden. Anderer Zylinder, andere Köpfe (musste aber nicht) und andere Kolben. Schon hatte man "einige" PS mehr. Hatten fast alle meiner Freunde damals so gemacht. Da waren einige überrascht, was eine "kleine 250´er" so drauf hat.

Von außen war (fast) nichts zu erkennen. Bald lernte die Rennleitung aber woran man es erkennen konnte. --- Der 350´er Kopf hatte eine Kühlrippe mehr. Dann haben die die Kühlrippen abgezählt. Wir lernten aber auch: Wie Klaus beschrieben hat, wurde der 250´er Kopf benutzt und dafür mehrere Dichtungen gesetzt. Das fiel auch bald auf. Dann wurde der Originalkopf zum ausfräsen gebracht. Nun sah man nichts mehr.

Daher wurden auf Verdacht die Motorräder zur technischen Untersuchung zur Polizei gebracht. Dort kamen die auf den Leistungsprüfstand und wurden dann "ausgelitert". Nun kam alles raus. --- Hä, hä, --- Mich hat man nie erwischt. Das war wirklich eine schöne Zeit damals. Ich denke noch oft daran. ;-) Gruß Bonny

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