Bringen zwei Zündkerzen in einem Brennraum wirklich einen Vorteil?

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Doppelzündung macht nur Sinn, bei Motoren mit relativ großer Bohrung. Benzin verbrennt relativ langsam. Durch diese langsame Verbrennung frißt sich von der Kerze weg die sogenannte Flammfront quer durch den Brennraum, bis alles Benzin/Luft - Gemisch entzündet ist. Bei großen Bohrungen dauert das zeimlich lange. Das Benzin muß voll entflammt sein, spätestens wenn der Kolben den OT erreicht hat (in der Praxis etwas früher). Sind nun die Wege sehr lang, muß man sehr viel Frühzündung geben, damit das Benzin genügend Zeit zum Verbrennen hat. Ab einem gewissen Bohrungsdurchmesser kann man nicht mehr genug Frühzündung geben (liegt bei hochdrehenden Motoren bei ca. 80-90 mm). Da kommt die Doppelzündung ins Spiel. Eine 2.Kerze verkürzt die Flammwege um mehr als die Hälfte. Das heißt, man kann auch bei großen Bohrungen über 100mm eine moderate Zündeinstellung wählen, weil die Zeit wieder für die Verbrennung ausreicht. Dadurch läuft der Motor weicher, kühler und ökonomischer. Ein Problem entstand für die Doppelzündung durch die Einführung der 4-Ventiltechnik auf breiter Front. Bei dieser Bauweise bietet sich eine Kerze im Zentrum zwischen den Ventilen an. Eine 2.Kerze zu platzieren ist schwierig, weil die Ventile im Weg sind. Anders bei 2-Ventilmotoren, bei denen sich 2 Kerzen problemlos platzieren lassen. Der Not und den Abgasbestimmungen gehorchend installiert man trotz der 4 Ventile wieder zusehens Doppelzündungen. Eine Übergangstechnologie waren 3-Ventilmotoren (1x Einlaß, 2x Auslaß) und Doppelzündung. Hier sind die geometrischen Probleme leichter zu lösen als beim 4-Ventiler.

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Wie immer perfekt erklärt

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Puh, wie immer eine Hammer-Antwort!

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