Frage von nagelpilzotto, 116

Wer von euch hat ein Sturzbügel und hat es mal gebraucht um schlimmers zu vermeiden?

Wie ihr seht, habe ich ein wenig Zeit über dies und jenes nachzudenken oder mir ein paar Youtube Videos anzuschauen. Habe gerade ein Video angeschaut wie jemand im Regen auf einer Kawasaki W800 ausgerutscht ist und glücklicherweise einen Sturzbügel hatte. Nun dachte ich, ich fahre ja kaum im Regen, aber es könnte mich auch mal überraschen. Daher habe ich mir heute ein Sturzbügel für meine Bonny bestellt. Ich denke das Montieren sollte einfach sein, darüber wird also keine Frage kommen. Aber wie oft braucht man schon einen Sturzbügel? Ich bin der Meinung, wenn mans mal braucht, dann hat sich die Anschaffung über 110€ schon gelohnt. Was haltet ihr von Sturzbügel? Schon mal gebraucht?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von FrauElster, 48

Ich habe an meiner Maschine Sturzpads; die waren händlerseitig von Anfang an als Zubehör montiert.

Einmal an den Achsen, wobei die hinteren Pads gleichzeitig die Aufnahme für einen Montageheber bilden (den ich viel nutze).

Und ein Bolzen, der praktisch einmal den Rahmen an einem der beiden tiefsten Punkte quer verbindet und irgendwo zwischen den beiden Zylindern durchläuft.

Durch deine Frage hab ich mich erstmals mal etwas genauer durch die Herstellerwerbung meiner Pads gelesen. Hier mal das, was die versprechen:

Abgerundete, große Kunststoffpuffer an beiden Enden des Bolzens sollen stoßabsorbierend (angegeben für 130kg) und beim Rutschen auf Asphalt bremsend auf das Motorrad wirken; ob das tatsächlich was bringt, kann ich aber nicht aus eigener Erfahrung beurteilen.

"Sollbruchstelle" in irgendeiner Form, damit das Pad bei Bordsteinkontakt nachgibt. Wie das im Detail gelöst ist, hab ich für meine Pads jetzt nicht genau rauslesen können. Irgendwie löst sich dann bei zu hoher Belastung der dicke Kunststoffteil vom eigentlich tragenden Bolzen.

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Meine eigene Erfahrung ist bis jetzt ein Umkipper wegen "schlecht geparkt".

Dem Motorrad ist nix passiert. Obwohl das Pad im Motorbereich doch relativ hoch angebracht ist, haben weder Motor noch Tank irgendwas abbekommen. Dieses Pad ragt aber auch relativ weit an den Seiten heraus (geschätzt jetzt 10 - 15cm), das Motorrad ist eher schmal gebaut.

Das Lenkerende war etwas angedetscht (hab ich rauspolieren können; Aluminium); Spiegel ist weggeklappt und schadenfrei geblieben; Kupplungshebel und alles andere ebenso.

Fazit: hat mir einmal geholfen; gedacht war es auch eher für Umkipper, als für extreme Unfälle. Da ist mir nämlich relativ wurscht, was mit dem Motorrad passiert, meinen Pelz rettet so ein Pad leider nicht :-(

Kommentar von geoka ,

...(angegeben für 130kg)

 

 

Diese Angabe lässt drauf schliessen, dass diese Pads allenfalls einen Umkipper schadfrei absorbieren können, da das Bike nur langsam kippt bzw. Stichwort: Dynamische Last

In Abhängigkeit der Geschwindigkeit in Verbindung mit einer gewissen Kraft können leicht mehrere hundert Kilogramm an Belastung auftreten um es mal stark vereinfacht auszudrücken.

Kommentar von FrauElster ,

Genau. Die Gummipuffer dämpfen beim Aufprall ca. 130kg der aufkommenden Kraft ab laut Herstellervorgaben. Sie geben diese 130 also im Idealfall nicht an das Motorrad weiter.

Alles darüber kommt dann am Rahmen an. Für mich ist das dennoch die etwas günstigere Lösung im Vergleich zu Voll-Metallpads, die direkt den ganzen Aufschlag ans Motorrad weitergeben und nebenbei nach einem Umkipper optisch und evtl. auch technisch Schrott sind. Die Gummiteile kann ich beliebig austauschen zu rel. geringen Kosten.

Kommentar von mausekatz ,

Die Plastikpuffer sind wirklich so gut. Und im Falle eines Falles werden bloß die ausgetauscht. 

Antwort
von MopedTunerAT, 82

Nope, noch nicht gebraucht - sehe aber täglich in der Werkstatt welche die anscheinend eine gute Anschaffung waren - das Teil rettet dir das Moped zwar im seltensten Falle vor Kratzern etc. aber es kann eben doch sehr viel ausmachen, obs nun ein Oberflächlicher Schaden ist, oder ob "der Gerät" selbst beschädigt wurde.

Wenn man z.B einen kleinen Rutscher mit dem Teil hatte, dann wirds bei uns übrigens auch einfach demontiert, mit schwarzen Auspufflack wieder schick gemacht, und man sieht nach 20 Minuten Arbeit nichts mehr, außer man achtet genau auf Details wie die Lenkerenden etc.

Auch Sturzpads sind eine tolle Anschaffung, hatten heute ne RSV4 von nen Hobby-Ring-Piloten drüben, den es gelegt hat. Die Seitenverkleidung war hinüber, und auch die teure Akrapovic Anlage war schrottreif, aber dank des Sturzpads hat es der Kupplungsdeckel überlebt. Er war komplett abgerieben, als wäre man da 5h mit ner Feile drüber, aber er war noch Funktionstüchtig, und die Technik is heile geblieben.

Natürlich sollte ein solcher Sturzbügel auch modisch sein, wie es bei der Yamaha YBR 125 zum Beispiel jedoch nicht der Fall ist, jedoch bei manchen Cruisern/Choppern passt er ganz gut.

Kommentar von nagelpilzotto ,

Habe mir für die Triumph Bonneville Newchurch heute einen Sturzbügel in chrome bestellt. Der Motor von der Bonneville ist aber  schwarz. Hoffe das paßt. In schwarz gab es den Bügel nicht. 

Kommentar von MopedTunerAT ,

Schick doch mal nen Link, damit man das Teil auch begutachten kann! schickes Moped übrigens, ich liebe die Bonnys.

Und jo, also bei nen Verchromten bzw. Chrom-farbenen Sturzbügel wäre es tatsächlich nicht gerade der Bringer in Schwarz zu lackieren, aber viele Reiseenduros werden mit dem genannten Teil eben in Schwarz bestückt, da klappt das prima, Beispiel Honda Transalp.

Kommentar von Bonny2 ,

"ich liebe die Bonnys" ----- Danke, Gruß Bonny ;-))

Kommentar von mausekatz ,

Wer liebt unseren Bonny denn nicht? :-)))

Es kann aber nur einen geben!

Antwort
von mausekatz, 37

Ich selbst habe Sturzbügel nie gebraucht - Glück gehabt. Als aber mein Bruder mit seiner Bandit von hinten gerammt wurde, haben Sturzpads größere Schäden am Motor verhindert, als das Mopped anschließend seinen Weg auf den Asphalt fand. Seitdem habe ich an meiner MT01 auch Sturzpads montiert. Hier schützen sie die ausladenden und sehr teuren Krümmer auf der einen Seite, auf der anderen den Öltank.

Antwort
von 19ht47, 60

Hallo Liborio,

ich habe an meiner GS schon immer Sturzbügel dran. Die haben sich schon oft bewährt, weil sie mir schon zwei Mal umgefallen ist. Beim ersten Mal ist mir das Vorderrad auf einem Feldweg abgerutscht, beim zweiten Mal war mein rechtes Bein zu kurz und sie ist mir jedes Mal gekippt. Letztes Jahr hatte ich sie mehrmals an meinen jüngeren Sohn ausgeliehen und er hatte einen Sturz.

Jedes Mal haben die Sturzbügel größere Schäden verhindert und die Sturzbügel konnte ich auch jedes Mal selbst wieder schweißen und ausrichten. Daher hast Du höchstwahrscheinlich keinen Fehlkauf getätigt.

Gruß, Fritz

Antwort
von geoka, 37

Wie oft man diesen braucht? Idealerweise nie, aber meist nur einmal.

Ein Sturzbügel kann bei einem Umfaller Schäden mindern, evtl auch bei einem kleinen Rutscher. Es kommt aber natürlich darauf an, wie dieser befestigt wird und ob bei einem Rutscher evtl. eine Kante getroffen wird.

Dann kann ein Schutzbügel sogar von Nachteil sein. Abhängig von der Anbringungsart, habe ich schon Fotos gesehen, die herausgerissene Befestigungen am Rahmen oder Motorblock zeigen, was dann ein Totalschaden wäre.

U.U. wäre ohne Sturzbügel kein Totalschaden entstanden, aber wer weiß das schon vorher?

Ich habe auch Sturzbügel dran, noch vom Vorbesitzer. Sieht nett aus, dient mir manchmal während der Fahrt als Beinablage und schützt vieleicht mal irgendwann. Wer weiß?

Antwort
von Bonny2, 41

Meine "Trude" ist zweimal im Stand umgefallen und einmal bei 60 Km/h auf der Ölspur über 60m gerutscht. Den letzten "Umfaller" auf der Rückfahrt aus Zegasttal zähle ich nicht, da lag ich ja drunter (grins und Aua).

Ich habe auf der Trude einen anderen Tank. Eine Spezialanfertigung und auch mit dem 7-Schichten-Metallic-Lack. Der war sehr teuer und den bekomme
ich sicherlich so nie wieder. Jedes Mal haben der breite Hochlenker und die
Packtaschen das Motorrad geschützt. Außer Lenkerenden, Fußrasten und
Packtaschen blieb alles ganz.

Du machst mit den Sturzbügeln nichts verkehrt. Oft gibt es dem Motorrad auch eine "persönliche Note", die noch gut aussieht. Hast Du richtig gemacht. Ich wünsche Dir aber, dass Du die niemals testen musst. Gruß Bonny

Antwort
von gaskutscher, 49

Meine GSF 1200 ist im Stand (nach dem Abstellen) umgekippt. Das Topcase (!) hat den Sturz gemindert - der Lenkerendenblinker musste trotzdem dran glauben.

Meine R 1150 GS kam mit Sturzbügeln. 2x gebraucht: 1x auf einen Parkplatz gefahren. Muss neu angelegt gewesen sein -> Fuß abgestellt, rutscht auf feinem Sand weg. Dann lässt man die 250 kg eben möglichst sanft auf den Bügel sinken.

Dito noch einmal an einer Ampel, damals war's dann wohl Öl und/oder Klimaanlagenkondensatz unter der Stiefelsohle. Da ich erst nach einiger Zeit langsam mit dem Fuß weggerutscht bin und das Gewicht schon voll auf dem linken Bein hatte -> gleiches wieder: Sanft dem Wunsch von Physik und Maschine folgen und sie auf dem Bügel absetzen.

Danach wieder aufheben, weiterfahren. Im ersten Fall alleine, im zweiten Fall war sofort ein PKW-Fahrer da, welcher sich mit »Ich bin auch Motorradfahrer« vorgestellt hat. :)

Ohne die Bügel wäre sie eben auf dem Motor aufgesessen. Dank Kunststoffschutz an eben dieser Stelle nicht dramatisch, der Bügel bietet aber eben mehr Schutz und sie »liegt nicht ganz auf der Seite«.

Antwort
von haudegen, 38

Ich selbst habe (nich) keinen und hatte noch nie einen. An der harley meiner frau ist einer dean und der hat sich schon 2 mal bezahlt gemacht. Einmal beim abstellen wo sie das gleichgewicht verlor und das motorrad dann langsam darüber abrollen konnte - keine schäden, und dann vor ziemlich genau 2 Wochen als sie jemand beim spurwechsel geschnitten hat worauf hin die stark bremsen musste und leider das vorderrad wegrutschte bei 50kmh. Ergebnis : "nur" nen kaputten spiegel, kaputter blinker,  deckel vom bremsflüssigkeitsbehälter verkratzt, endkappe vom auspuff verkratzt und schutzbügel verbogen. Der rest von der rechten seite ( tank, motordeckel etc.) hat zum glück nix

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