Frage von KommstMitSuZuki, 122

MZ ETZ 250 springt manchmal in den Rückwärtsgang - was ist das?

Manchmal gibt es Tage, da denke ich mir, was geht denn jetzt mit meiner Emme?! :o) Ich will im ersten Gang anfahren und was tut sie - sie fährt rückwärts im ersten Gang.

Kennt ihr das Phänomen?

Das kann ja nur am Getriebe liegen, oder?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von geoka, 69

Nein, wohl an der Zündung.

Ich zitiere mal einfachheitshalber aus dieser Seite den Beitrag von "Lothar" (die ersten Beiträge mit "Rückwärtsgang" wegen dem 1. April nicht beachten!: http://mz-forum.com/viewtopic.php?f=3&t=22351

Nicht die Zündzeitpunkteinstellung allein ist für diesen merkwürdigen Effekt verantwortlich,
sondern die Tatsache, dass beim Rückwärtsdrehen der Kurbelwelle ebenfalls am oberen Totpunkt
ein Zündfunken entsteht, der eigentlich bei einer Kontaktzündung nicht entstehen dürfte!
Warum nicht? Weil beim Rückwärtsdrehen keine Öffnung des Kontaktes geschieht, der eine
Stromflussunterbrechung durch die Zündspule mit Induktionsstoß bewirktl, sondern: der Kontakt schließt.

Ursache dafür, dass paradoxerweise doch ein Funken entsteht, ist das Prellen des Kontaktes
im Moment des Schließens. Unter Prellen versteht man, dass die Kontaktgabe nicht 100%ig sofort erfolgt,
sondern in unregelmäßigen Wechseln. Das ist bedingt durch Kontaktverzunderung, mechanische Bewegung
und thermische Effekte. Insofern kommt es zu teilweisen Öffnungen des Kontaktes während
des eigentlichen Schließens.

Bei elektronischen Zündanlagen mit richtungsunabhängigen Gebern tritt beim Vor- und Rückwärtslauf
generell ein Zündfunke auf!

Die Richtungsumkehr des Motors geschieht bei extrem niedriger Drehzahl kurz vor dem Ausgehen des
Motors. Der Kolben versucht ein letztes Mal zu verdichten, kurz vor OT wird ein regulärer Funke ausgelöst,
die Trägheit der Kurbelwelle reicht jedoch nicht mehr aus, gegen den sich schon aufbauenden Verbrennungsdruck
den Kolben noch über OT zu bewegen, er wird zurückgeworfen.
Bei der ersten Rückwärtsdrehung halten dann "illegale" Zündungen die Drehrichtung aufrecht.

Um das Risiko des Rückwärtslaufes zu minimieren, muss also der Kontakt geputzt werden, um
geringe Prellneigung zu erreichen und der Nocken kontrolliert werden, dass nicht durch Unebenheiten
partielle Öffnungen ausgelöst werden. Ist der Unterbrecherabstand (Soll: 0,4mm) viel zu klein eingestellt,
wirkt sich gerade der zuletzt geschilderte Effekt besonders aus.

.

 

 

Kommentar von fritzdacat ,

Hihi, hatte auch so etwas vermutet, war mir aber nicht sicher, ob das Motorradfahrerlatein war :)

Kommentar von Jayjay12 ,

Bin begeistert von dieser Antwort. Da passt alles wie Hammer auf Nagel: Ein gezielter Schlag und Zack => drin ist das Teil. Bravo! ;-)

Kommentar von KommstMitSuZuki ,

Danke nochmal :-)

Kommentar von geoka ,

Gern, hat die Antwort denn wenigstens weitergeholfen bei der Problemlösung?

Antwort
von Nachbrenner, 43

Servus

Du hast zu viel Frühzündung.
Am Motor Schwungrad/ Lima muss eine Markierung OT und der Zündzeitpunkt sein. Exakt an dem Punkt müssen die Kontakte öffnen. Hast Du keine Kontakte mehr, muss eine weitere Markierung vorhanden sein. Ist dem nicht so, musst Du in eine Werkstatt, die sollen mit der Blitzpistole den exakten Zündzeitpunkt einstellen. Es ist auch möglich, das der Kolbenhub z.b. 2,9mm vor OT angegeben ist, das wäre dann der Zündzeitpunkt. Das misst Du dann mit einer Schieblehre.

Ferner kann es sein, dass Du einen Fliehkraft Regler hast, der regelt dann bei einer Drehzahl X den Zündzeitpunkt 30° vor OT, Markierung sollte vorhanden sein. Sind da die Federn ausgeleiert und er geht nicht mehr in den Ausgangspunkt, hast Du zuviel Frühzündung. Was genau die Deine hat, erfährst Du in einem MZ Markenforum und Überprüfen kannst Du das mit einer Blitzpistole. Da wird eine Zange um dein Zündkabel gelegt + und - drann und exakt auf die Markierungen einstellen.

Viel Erfolg

Grüßle


No was, wenn sie Kontakte hat, schau dir die Kontaktflächen genau an. Haben sich Hügel und Krater gebildet, erneuern. Zur Not geht auch abfeilen.

Antwort
von Weinberg, 36

Dass ein Zweitakter gelegentlich rückwärts läuft, ist durchaus möglich. 

In meiner Jugend, als man  noch mit eher antiken Mopeds unterwegs war, kam das sowohl bei meinem Moped (Lohner Sissy mit Sachs-motor) als auch bei meinen Freunden vor, mit Puch- oder auch Sachs--Motoren. 

Da kam es schon vor, dass einer sein Moped mittels der damaligen Tretkurbel antrat, losfuhr (nach hinten) und den hinter ihm stehenden Kumpel rammte.

Grund war vermutlich der Umstand, daß sich der Kolben in einer ungünstigen Stellung am OT befand und beim Antreten die Kurbelwelle in die falsche Richtung bewegt wurde. 

Man konnte dies auch absichtlich herbeizuführen, indem man das Moped rückwärts anschob.... 

Kommentar von Effigies ,

Ich  kenne das von alten NSU und Puch. Zwar nicht daß man sie ankickt, aber man konnte sie rückwärts anschieben (oder ziehen ;o) ) .

Lenker eingeschlagen und gezogen um sie rückwärts zu wenden. Im wenden kurz mal die Kupplung locker gelassen und pufff, plötzlich läuft der Motor.   .....falschrum. 

Antwort
von Floyd, 63

Im MZ Forum wurde das schon besprochen: http://mz-forum.com/viewtopic.php?f=4&t=14772

Gruß Floyd

Kommentar von KommstMitSuZuki ,

Ok - ich bin also kein Einzelfall ;-) Danke fürs Verlinken 👍

Antwort
von Effigies, 55

Wie soll das Getriebe das denn machen ? Meinst dem ist ein neues Zahnradpaar gewachsen ? 

Nene, wenn ein Mopped rückwärts fährt, dann läuft der Motor rückwärts ( was bei Zweitaktern durchaus möglich ist)

Antwort
von fritzdacat, 47

Ist das ein Gespann? Wusste garnicht, dass die MZ ETZ 250 einen Rückwärtsgang hat. Vielleicht läuft ja der Motor rückwärts LOL ... wie ist es denn im 2., 3. etc. Gang?

Kommentar von KommstMitSuZuki ,

Das ist nur im 1. Gang ;-) Frage wurde aber bereits super beantwortet...

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten