Frage von muchogrande, 106

Wird es jemals wieder das gleiche sein?

Hallo zusammen! Vor gut 4 Monaten hatte ich leider einen Motorradunfall im Schwarzwald, wobei ich mir das Schlüsselbein 5 mal und 4 Rippen gebrochen habe. Gehirnerschütterung und diverse Prellungen durften natürlich nicht fehlen. Kurz nach dem Unfall wusste ich einige Wochen nicht was passiert war und da es leider auch keine Zeugen gab, konnte mir niemand so recht sagen was passiert war ausser, das ich selbst Schuld bin. Ich musste Tag für Tag an den Unfall Denken. Eines Tages als ich wiedermal meine Gedanken kurz vor dem Sturz hatte, kahm mir alles wieder in den Sinn. Während ich zulange auf den Tacho schaute (warum auch immer) sah ich eine Kurve natürlich nicht auf mich zukommen und bin, wie es auch nicht anderst kommen konnte, von der Strasse abgekommen. Dabei prallte das Motorrad in einen Abwasserschacht (weiss leider nicht was es genau war) und ich absolvierte einen grandiosen Kunstflug zurück auf die Strasse. Das ich nur über die Strasse gerutscht bin und nirgends reingedonnert bin, war glaube ich das grösste Glück, welches ich jemals hatte. (Motorrad Totalschaden)

Vor dem Unfall bin ich mit der grössten Leidenschaft, Motorrad gefahren. Wann ich nur konnte setzte ich mich auf meine Maschine, es gab für mich nichts schöneres. Nach dem Unfall kahm für mich natürlich die grosse Frage aller Fragen, wirst du wieder fahren? Nur zu gerne würde ich wieder aufs Motorrad steigen, aber ich stelle mir Tag für Tag die Frage ob es jemals das gleiche sein wird, wie vor dem Unfall. und vorallem ob die Angst mitfahren wird oder ob ich diese wieder verlieren werde. Die Tatsache das mir natürlich alle in meiner Familie und im Freundeskreis sagten wie gefährlich das Motorradfahren sei, macht es mir nicht viel leichter. Ich bin froh das ich einen super Chirurgen erwischt habe, welcher fast alles wieder so hinbekommen hat, wie die Natur das einmal gedacht hatte. Leider bin ich da es jetzt Winter ist, nichtmehr dazu gekommen einmal eine Runde zu drehen. Es nimmt mich wirklich brennend Wunder, wie es sein wird, dass erste mal wieder auf einem Motorrad zu sitzen. Aber das muss wohl bis nächstes Jahr warten.

Ich hoffe jemand kann mir von seinen Erfahrungen mit einem Unfall erzählen und mir hoffentlich, mit ein paar Tipps, einwenig Mut machen.

Antwort
von mausekatz, 16

Ich kann von der Erfahrung meines Sohnes berichten: aus Dummheit ist er auf der Rennstrecke zu schnell ans Limit (mit kalten Reifen) und hat sich bei einem Highsider beim Sturz mit dem eigenen Ellenbogen die Niere so getroffen, dass sie gerissen ist. 

Meine erste Frage an ihn im Krankenhaus war: "wie geht es dir?" und die Zweite: " ich hoffe du fährst wieder weiter?".

Was ich sagen will: Angst ist ein schlechter Ratgeber! Zuerst analysiert man was man verkehrt gemacht hat und setzt genau dort an! Ich weiß, dass es Leute gibt, die man nach einem Sturz regelrecht durch die Kurven tragen muss, weil sie nur noch Angst haben, aber dadurch ändert sich die Haftung des Reifens nicht! Nur die eigenen Fehler gilt es auszumerzen.

Mein Kleiner fährt zumindest jetzt noch besser als vorher - auch vielleicht, weil ich ihn sanft auf diese Problembewältigung hingewiesen habe und wir das monatelang durchgekaut haben, solange er im Krankenhaus lag. Wieder zuhause konnte es ihm dann nicht schnell genug gehen mit dem Motorradfahren.

Antwort
von geoka, 65

Pauschal lässt sich das nicht sagen, jeder verarbeitet derartige Erlebnisse anders.

Probier es in der nächsten Saison aus, vielleicht findest du sofort wieder Gefallen an dem Hobby.

Weiterhin Gute Besserung!

Antwort
von fritzdacat, 64

So ganz das gleiche wohl nie, aber der Spass am Fahren wird definitiv zurückkehren. Die grösste Gefahr ist (nach eigenen Erfahrungen) eine gewisse Apathie, in die man verfällt, und in ein hineinsteigern in Gedankenketten (was hätte passieren können wenn nicht dies und das wäre). Hell is called "thinking". Bei Kollegen, die gestürzt waren, habe ich eine gewisse Übersensibilisierung und Hyperaktivität beobachten können (im Gegensatz zu meiner Apathie), die fingen dann an, richtig neurotisch zu werden, aber so etwas kann ich zwischen deinen Zeilen nicht herauslesen.

Das Zauberwort heisst "Aktivität"  und nicht immer lang rumdenken sondern einfach Sachen unternehmen, selbst eine Sackgasse führt einen manchmal an Orte, an denen man einfach mal hat sein müssen. Halt die Ohren steif.

Antwort
von hondaVFR1200F, 3

Oh, das hört sich wirklich hart an. Ein Kumpel von mir hatte auch schon einmal einen schweren Unfall mit seinem Bike. Er konnte zunächst ein halbes Jahr nicht mehr auf sein Motorrad steigen. Jetzt hat er aber wieder richtig Freunde am Fahren. Also verliere nicht den Mut! :)

Antwort
von chapp, 55

Deine Fragen wird dir wohl keiner beantworten können, weil da jeder anders reagiert. Deine Fragen habe ich mir so nicht gestellt.

Ich saß mehr als 2 Jahre im Rollstuhl. 1 1/2 Jahre nach dem Unfall bin ich auf 2 Krücken zu meiner ehemaligen Unfallmaschine gehumpelt, die der Käufer wieder fahrbereit gemacht hatte und bin eine Runde gefahren.

Angst hatte ich keine und habe sie bis heute nicht, aber der Spaß ist auch nicht der der er einmal war.

Die einzige psychische Folge ist, dass ich auch im Auto nervös werde, wenn mir von hinten jemand zu nahe auffährt. Da ich von hinten angefahren wurde, scheint das eine Folge zu sein.

Heute kann ich mit jeder Maschine fahren, ohne nervös zu werden oder gar Angst zu haben aber der Spaß ist nicht mehr in dem Maß zurückgekehrt.

Kann dir nur eines raten - einfach ausprobieren und das so bald wie möglich. Denk nicht zu viel darüber nach, probiers einfach. Zieh dich warm an und leih dir eine Maschine. Das wird dir deine Fragen beantworten.

Kommentar von fritzdacat ,

Hallo Chapp, du warst übrigens nicht gemeint mit "neurotisch" (in meiner Antwort), hatte mich da auf Kollegen in meiner Jugendzeit bezogen, nur für's Protokoll :)

Kommentar von chapp ,

Habe ich garnicht gedacht. Kein Problem.

Antwort
von BMWF650GS, 73

Hier gibt es leider viele Kollegen die solche Erfahrungen gemacht haben.

Ich kann dir nur gute Besserung wünschen und dass du so schnell wie möglich deine Leidenschaft wiederfindest!

Kommentar von Effigies ,

Was für Erfahrungen? Daß man sich das Schlüsselbein brechen kann wenn man hin fällt?

Hat meine Schwester schon als Baby hin bekommen. Laufen gelernt hat sich dann aber trotzdem, obwohl es offensichtlich gefährlich ist auf 2 Beinen zu gehen ;o)

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