Frage von LukasR6RJ15, 830

Wie kann ich nach einem schweren Unfall meine Eltern überzeugen dass ich wieder Motorrad fahren darf?

Ich hatte im Dezember einen relativ schweren Unfall mit meiner Yamaha R6 (120km/h) den ich mit sehr sehr viel Glück beinahe unbeschadet überstanden habe. Hatte zu dem Zeitpunkt noch relativ wenig Erfahrung (FührerscheinA2 im Juli / im August die yamaha gekauft) und bin halt bei einer Vollbremsung 50 meter durch die luft geschleudert worden und glücklicherweise über den Gegenverkehr und an den Bäumen vorbei gekommen. Ich wurde mit dem heli ins Bundeswehrkrankenhaus geflogen da nicht sicher war ob ich innere Verletzungen hatte. Mittlerweile sind die Verletzungen soweit verheilt, dass ich wieder aufs motorrad steihen kann. Da haben allerdings alle meine Nähsten (Familie) was dagegen da die ja auch eine harte Zeit mit angst um mich durchmachen mussten. Ich merke aber jetzt schon, dass ich ohne Motorrad fahren nicht mehr sein will. Wie bekommen ich meine eltern dazu, mich wieder fahren zu lassen, ohne dass ich ausziehen muss bzw wie kann ich den unfall verarbeiten und wieder aufsteigen?

Antwort
von MopedTunerAT, 684

Du könntest deinen Eltern anbieten, dir zu Anfang keinen Supersportler mehr zuzulegen, sondern ernst mal mit einen Naked Bike oder Sporttourer anzufangen.
Klingt blöd, da sie eh alle 48 PS haben, aber viele haben mehr Angst um das Kind wenn das Moped wie ein Superbike ausschaut.

Des weiteren könntest du Ihnen sagen, dass du dir ein Moped mit ABS oder anderen Hilfsmitteln zulegst, und immer Schutzkleidung trägst.

Wichtig wäre auch, nicht aufdringlich zu werden, sondern alles langsam zu äußern. Aber auch zu sagen, wie wichtig dir das Motorrad fahren ist.

Antwort
von tuckerndeBiene, 564

oh je... ich bin letzte Woche 47 geworden. Ich bin am 4.11.98 das letzte Mal gefahren, weil dann der Bauch zu doll mit dem Tank kollidierte (Schwangerschaft). Schweren Herzens musste ich meine Honda damals verkaufen, weil ich keine Garage hatte. Ich glaube, meiner Mutter sind damit einige Steine vom Herzen gefallen. 

Als ich letzte Woche Geburtstag hatte - und mich schon tierisch auf mein neues Motorrad freute - habe ich beim Essen im Restaurant einfach die Broschüre auf den Tisch geknallt und gesagt: DAS ist mein Geburtstagsgeschenk! Meine Eltern wirkten erst ungläubig und dann fing mein Vater an, etwas herumzukritisieren (obwohl er keine Ahnung hat) und meine Mutter war geschockt. Als ich dann noch sagte, dass wir Kinderklamotten über Second-Hand zusammengekauft hätten, fiel ihr nicht mehr ein, als: WAS? Die Kinder willst Du auch mitnehmen?

Ich wusste es! Das war der Grund, warum ich in MEINEM Alter dennoch meinen Eltern nicht früher reinen Wein einschenkte! Ich finde es so furchtbar, wenn man sich auf etwas freut, aber man genau mit der Reaktion der (in dem Fall) Eltern rechnen muss. Ätzend! Wirklich! Mal sehen, nachher sehen sie die Maschine das erste Mal... 

Fazit: Du wirst sie nicht ändern. Und ehrlich: ich meine.... Du bist ein Mann und vielleicht etwas übereifrig... keine Ahnung, kenne Dich nicht, wäre aber nichts Außergewöhnliches.. muss nur mein Pubertier angucken... ABER: defensiv fahren hilft, aber vor Vollidioten kann man sich nciht schützen! 

Ich werde sicher auch nicht mehr besoffen und hupend die Potsdamer Strasse in Berlin langfahren wie Anfang der 90er ;-) (was für ein Glück, dass da die Polizei nicht zu sehen war)

Und schon garnicht mit Kind hintendrauf! Also: überzeuge sie vielleicht damit, dass Du reumütig erzählst, wie Du aus dem Unfall gelernt hast (warst Du überhaupt Schuld???) und wirklich gesittet fahren wirst. Der Rest liegt nicht mehr in Deinen Händen. Aber ich denke, auch das werden sie nciht wirklich verstehen. 

Antwort
von mausekatz, 558

Schwere Frage. Mein Sohn hatte auch einen Unfall (auf der Rennstrecke mit einer SuMo) und lag ein paar Tage auf der Intensivstation. Für ihn war klar, dass er weiter fahren will. Ich habe das auch, ehrlich gesagt, gehofft.

So unterschiedlich sind Eltern...

Antwort
von Mankalita2, 505

Wenn du selbst deinen Unfall nicht verarbeiten kannst, dann nimm dir dazu fachliche Hilfe. Es gibt kein "Patentrezept" dafür. Jeder Unfall ist anders, jeder Mensch ist anders, jeder geht anders damit um. Solange du das aber nicht weitestgehend hast und dein Gefühl auf dem Motorrad noch kein wirklich gutes ist, gehörst du nicht auf ein Motorrad. Klingt hart, ist aber so.

Ich hatte auch einen schweren, unverschuldeten Unfall. Als ich nach der Not-Op aufgewacht bin, und in den folgenden, sehr schmerzvollen und harten Monaten mit einigen OP's hat sich mir nie die Frage gestellt, ob ich wieder fahren werde, nur "wann" und "wie".

Als es dann, nach 1 Jahr, das erste Mal wieder so weit war, konnte ich's kaum erwarten und bin mit noch mehr Freude auf's Motorrad gestiegen als vorher, weil ich am eigenen Leib erfahren musste, dass nichts, gar nichts selbstverständlich ist. Ich war einfach nur glücklich, dass ich's wieder kann.

Du scheinst noch recht jung zu sein, sonst müsstest du deine Eltern nicht "überzeugen". Das Problem hatte ich nicht, ich bin erwachsen und tu das was ich will und jeder stand auch glücklicher Weise hinter mir. Auch da gibt es kein "Patentrezept", deine Eltern und Familie lieben dich, hatten große Angst um dich und wollen dich nicht verlieren. Auch ihre Angst ist verständlich. Ihr müsst einfach miteinander sprechen. Ehrlich sein.

Gute 2 Jahre später hätte mich beinahe wieder ein bescheuerter Dosenfahrer umgefahren - als Fußgänger auf meinem Parkplatz als ich meine Einkäufe aus dem Kofferraum nahm, er ist mit sattem Tempo über den Gehweg ausgewichen, haben nur ca. 20 cm gefehlt.... ist außer dem Schrecken nichts passiert, aber... vor Fehler anderer ist man nie sicher. Die Alternative ist: nicht mehr vom Sofa aufstehen, aber dann, dann stirbt man vermutlich an nem Herzinfarkt...

Eine Garantie gibt es nicht im Leben! Wer die will, muss sich ne Waschmaschine kaufen...

Kommentar von Kaheiro ,

Das mit der Waschmaschine ist gut,kannte ich noch nicht und werde es mir merken.

Kommentar von Mankalita2 ,

Danke :-)

Standardspruch von mir ;-)))

Kommentar von Nachbrenner ,

Ich werde mal deine Gegend mit der Wünschelrute abgehe, nicht
dass der Deppen-Komet da runter gegangen ist. Übrigens hab ich meiner Dominator heute die Alpen gezeigt, macht Spaß die alte Dame :-)

Liebe Grüße

Kommentar von Mankalita2 ,

Ich glaub... das könnt' bei uns hier nicht schaden....

Hey schööööön! Wie ist die Schneelage in den Alpen??? Wir haben heute das Altmühltal unsicher gemacht :-)))

Kommentar von Nachbrenner ,

Ich habe der alten Dame das Gestein von Unterallgäu aus gezeigt und überlege, sie mal der Probe wegen ins Kaunertal zu fahren. die Wumme kann das ja anstandslos. Die Wumme muss ich ohnehin mal ausführen. Werde mich vom Gerappel wieder auf seidenweichen Motor umstellen müssen und dass jenseits von 120 noch was zieht ;-)

Kommentar von Mankalita2 ,

Ahhh Allgäu :-))) da waren wir.... dies Jahr auch schon zwei mal... nach dem letzten Mal (Ostermontag), erkannte ich mein Moped nicht mehr, die gute war vielleicht eingesaut! Und nicht nur sie *lach*

Kauntertal... ist bei uns schon ne Weile her, wär auch mal wieder schön!

Hehehehe ja ja, bei der Wumme geht bei 120 noch bissel was ;-))) sonst... sonst wär's ja auch keine "Wumme" ;-)))

Antwort
von fritzdacat, 431

Gehe davon aus, du bist mindestens 18, also volljährig, juristisch verbieten können dir deine Eltern das fahren also nicht. Ist vielleicht mal an der Zeit, eine Entscheidung zu treffen und dein Leben auf eigene Füsse zu stellen. Wenn dich deine Eltern rausschmeissen ist das deren Entscheidung, du triffst jedenfalls deine eigenen.

Den Unfall kannst du verarbeiten, indem du jeden Schritt im Kopf rekonstruierst und so lange mental durchspielst bzw.  einzelne Schritte änderst (bremsen, wohin hast du geschaut) , bis du die Situation in deiner Vorstellung ohne Crash überstehen kannst.

Vielleicht ist es aber bei dir schlimmer, habe schon einige Kumpels verunfallen sehen, und danach hatten einige (die, die überlebt haben) einen kleinen "Sprung in der Schüssel", falls dir das auch so geht und du auf das eine oder andere Ereignis auf einmal hyperaktiv oder stark emotional reagierst solltest du dir psychologische Hilfe besorgen, und zwar gleich, nicht erst mit 40, solche Sachen kann man nämlich wirklich bewältigen und verarbeiten.

Nimm nächstes mal ein ABS-Bike.

Antwort
von Ramon1979, 368

Nja in meiner Familie gab auch mal den Fall. Mein Couseng ist ums leben gekommen. Sein kleinerer Sohn will jetzt auch Motorradführerschein machen.

Doch das will die Mutter  auf gark einen fall und hat dem Sohn ein Ultimatum gemacht. Ich denke das du da gar keine Chance haben dürftest, so leid es mir tut. Den seine Kinder ist für die Mutter das ein und alles.

Antwort
von Dante, 367

Nichts für ungut, aber die einzige Erfahrung, die du jetzt mehr hast ist die, wie sich ein 50 m Flug anfühlt. Dass du ohne Motorrad nicht mehr sein kannst, ist wohl etwas sehr weit hergeholt und die Sorge deiner Familie ist vollkommen verständlich. Verarbeiten kannst du den Unfall in dem du wieder mit dem Motorrad fährst, deine Familie wirst du nicht überzeugen können.

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