joshua am 16.12.2007 um 18:27 Uhr
Es gilt ja die Regel : Bei vier (oder zwei) Ventilen sind EInlass- und Auslassventile gleichermaßen vertreten. Wenn jedoch ein 5-Ventilmotor am werkeln ist, sind wie beim Viertventilmotor nur zwei Auslassventile vorhanden ! Kann mir jemand erklären, wie der Motor bei einem Einlassventil mehr und gleich vielen Auslassventilen (die wahrscheinlich noch kleiner sind als beim 4-Ventiler) die gleiche "Auslassarbeit" leisten kann ? Wird da irgendwie mit Druck o.ä. nachgeholfen ? Oder habe ich da komplett was falsch verstanden ? Danke schon einmal !
grip`em, joshua

Moin, das wesentliche Punkt- der wirksame Ventilquerschnitt- wurde ja von palatinobiker schon genannt. Möchte aber noch was ergänzen. Irgendwann hat mal jemand den vierten Takt eines Motors mit "Auschieben" bezeichnet. Seitdem hält sich hartnäckig das Gerücht, dass der Kolben die verbrannten Gase aus dem Zylinder "schiebt". Das ist in der Realität nicht der Fall. Nach dem Arbeitstakt öffnet das Auslaßventil bereits 50 - 60° vor UT dabei ist der Restdruck im Zylinder noch etwa 5-6 bar. Wenn jetzt das Auslaßventil öffnet, "pfeifen" die Abgase mit annähernd Schallgeschwindigkeit durch den geöffneten Ventilquerschnitt.(die Gase werden schlagartig entspannt) Zum "Ausschieben" durch den Kolben bleibt da so gut wie nichts.
Zuerst: Auch beim klassischen Vierventiler (sogar beim Zweiventiler) sind Einlass- und Auslassventile in den seltensten Fällen gleich groß.
Die Anzahl der Ventile ist für deine Fragestellung auch nicht so entscheidend; viel interessanter ist zunächst einmal der freie Ventilquerschnitt. Das ist der zylinderförmige Ringspalt, den jedes Ventil beim Öffnen freigibt, also Ventildurchmesser x 3,14 x Ventilhub.
Dann sind die Ventile ja auch pro 2 Kurbelwellenumdrehungen nur für ein paar Grad offen, damit ist die Größe "Wirksamer freier Ventilquerschnitt" auch noch zeitabhängig.
Für den "Druck", der das verbrannte Gemisch durch die Auslassventile schiebt, sorgt der Kolben auf dem Weg zum oberen Totpunkt recht zuverlässig.