Frage von haudegen, 47

Eure Erfahrungen beim Verkauf?

Hi

ich habe heuer mein moppetorrad verkauft (endlich nach ca 2 wochen) und frage mich, was ihr so für erfahrungen beim verkauf gemacht hab. Es ist ja nicht das erste motorrad das ich verkaufe (nr. 8 insgesamt) und bin eigentlich froh das sich trotz jahreszeit/saisonende letztenendes ein käufer fand.

Nun das eigentliche: Ich hatte das motorrad auf 2 Plattformen inseriert, bei mobile haben sich über 1700 leute das inserat angesehn, jedoch haben "nur" etwas über 30 leute das motorrad geparkt, bei der andren (ebay kleinanzeigen) waren es vllt 150 aufrufe bei fast gleicher anzahl an interessenten. das allein fand ich ja schon interessant. jedoch bin ich über die dreistigkeit mancher interessenten echt verwundert. es haben sich letztenendes sage und schreibe nur 5 leute dann mal dazu bequemt mich anzurufen oder ne email zu schreiben - besser als nix. Der hammer sind aber die preisvorstellungen die so mancher mir vorschlug. Ich habe den Preis vom motorrad niedrig angesetzt (8000€ um genau zu sein), vergleichbare waren oftmals 1000€ aufwärts teurer. Ein schöness angebot war von einem sog. "motorradservice" der mir 5800 bot, mit der begründung das mein preis zu unrealistisch wäre weil das motorrad kein abs hat. Die unfallmaschine meiner frau (selbes motorrad nur ein bj jünger), bringt bei einem ankäufer 5900€. Der oberhammer waren 5000 €. Ich frage mich, was sich so mancher zeitgenosse denkt, so nach dem motto: man kanns ja mal versuchen.

Lange rede kurzer sinn: was habt ihr so an kuriositäten beim motorradverkauf erlebt ?

Antwort
von mausekatz, 23

Entsprechende Erfahrung habe ich nur beim Autoverkauf. Hatte einen Jahreswagen über die Firma in der ich arbeite, gekauft. 15 Monate alt, 11.000 km, Neupreis 42.000;- und angeboten für nur 20.000,-. Der dreisteste Händler wollte mich zu sich in den Shop locken (ohne mir ein Angebot zu machen) um mir das Auto abzuschwatzen. Ich dann so: "Gehts noch? Ich bin der Verkäufer! Wenn du Interesse hast, musst du dich schon zu mir bemühen!" Dann nach langem hin und her rückte er mit seinem Preis von 13.500,- heraus. Ich habe dann nur noch lachend abgelehnt.

Manche Käufer halten Verkäufer wirklich für blöde...

Antwort
von gaskutscher, 16

Der Preis von einem Produkt ist dann richtig gewählt, wenn er von einem Käufer bezahlt wird.

Bei den diversen Plattformen sind manche Fahrzeuge (egal ob PKW oder Motorrad) teilweise mehrere Monate lang drin. Warum? Weil sie zu teuer inseriert sind.

Geht mir mit meiner GSF 1200 genauso. Habe noch mal ordentlich investiert damit alles erledigt ist (frische HU) und neue Reifen sind ebenfalls drauf. Interesse? Zu gering. Hätte sie wohl für 300 Euro ohne frische HU, ohne frische Reifen und ohne repariertem Sammler wegbekommen - wollte aber mehr.

Ende vom Lied: Gestern habe ich die Batterie ausgebaut, werde wohl auch 2017 mit ihr noch ein wenig herumfahren und sie dann im Frühjahr nochmals inserieren - dann aber billiger.

Oder ich stelle sie ab einem Euro bei iBäh rein - und kann dann vermutlich mit maximal 300 bis 400 Euro rechnen. Auch bzw. gerade weil andere vergleichbare Maschinen mit über 1'600 Euro inserieren. Nur tun sie das schon seit vielen, vielen Monaten...

Ein Motorradschlachter hat mich angeschrieben. Für 300 Euro holt er sie sofort. Hat dafür rund 150 km Anfahrt. Wenn sie wirklich desolat wäre -> kein Thema. Dann wäre der Preis auch angemessen und er verdient an Anbauteilen und Rahmen seine 300 Euro, der Rest ist dann sein Gewinn.

Kommentar von Notaus ,

Das kann ich nur bestätigen -- die Preisvorstellungen vieler Verkäufer finde ich auch sehr utopisch. Wenn z.B. für eine 20 Jahre alte Maschine mit 80.000km und Dellen im Tank noch 50% des Neupreises (!!!) aufgerufen werden -- da schreib ich gar nicht erst hin. Auch wenn sie um die Ecke steht und ich das Modell gerne als Zweit/Wintermaschine hätte. 

(Bei dem beschriebenen Eimer geht es um eine Africa Twin. Steht auch schon seit nem halben Jahr auf mobile.de, der Verkäufer ist offenbar merkbefreit.)

Könnte noch viele andere Beispiele für absurde Preisvorstellungen nennen... ZB "3 Jahre alt, 50.000km, 90% vom damaligen Neupreis". Ich denk mir nur, warum so bescheiden, versuch doch gleich, noch 20% Gewinn rauszuholen. 

Antwort
von RoadRunner2015, 23

Hi All,

ich kann meinen Vorrednern da nur zustimmen. Ein Motorrad zu verkaufen empfinde ich immer etwas "persönlicher" als ein Auto. Entsprechend fällt es mir schwerer und grade dann will man es in gute Hände geben.

IMO ->Bei den möglichen Käufern muss man immer grob unterscheiden. Es gibt die Händler, also die die möglichst günstig einkaufen wollen, um dann möglichst viel Geld mit dem Bike zu verdienen, klar will jeder und die wirklichen Interessenten, die persönlich am Bike interessiert sind und faire Preise zahlen.

Unter beiden Gruppen gibt es dann noch, ich nenne sie mal, schwarzen Schafe. Händler die einen abzocken wollen und unterirdische Angebote machen und Käufer die nach der Geiz-ist-Geil Mentalität leben und verhandeln.

Leider werden die in den letzteren Gruppen immer mehr, sodass man teilweise geduldig bleiben muss um die wirklichen Interessente für sein Bike herauszusieben. So bei meinem letzten PKW, bei dem ich fast 7 Monate lang gewartet habe...Wichtig für einem selber ist es zu wissen, was das Bike real wert ist und was man dafür tatsächlich haben möchte, also auch realistisch zu bleiben selbst wenn es das größte für einem selbst ist. Ein Käufer findet sich dann fast immer.

Antwort
von maxxit, 19

nun, wie heisst es so schön? Der Gewinn liegt im Einkauf...:-) Ein Motorradhändler wird dir nie den vollen Preis zahlen, den Du haben willst, aber hier gibt es wirklich auch jede Menge Abzocker.

Ist wie mit dem Autoverkauf.

Ich habe auch vor kurzem ein Motorrad verkauft. Aber ich bin da schon rigoros...Wenn einer mit "was dem letzte Preis?" am Telefon ankommt, ohne das Motorad gesehen zu haben, lege ich auf.

Oder das Argument dass der Käufer ja 400 km weit fahren muss und dass da mindestens noch 1000 EUR im Preis runtergegangen müsse damit sich das lohnt...Mein Gegenargument: "Dann bleiben Sie zuhause.."

Vonn über 50 "Interessenten" war einer dabei, der nicht am Telefon einen Preis verhandelt hat und sympathisch war. Er hat nur gefragt ob der Preis Verhandlungsbasis ist, was ich bejahte. Der hat dann mein Motorrad bekommen und alle waren glücklich.

Vielleicht braucht man als Verkäufer ein wenig Durchhaltevermögen, aber im Endeffekt bekommt man seinen Wunschpreis (sofern der realistisch ist).

Antwort
von Bonny2, 16

Ich habe darüber nie geredet oder sogar geschrieben. Es war der emotionalste Motorradverkauf meines Lebens. Haute kann man darüber reden.
Wer das nicht verstehen kann, hat nie "eine echte  Beziehung" zu seinem Bike aufgebaut: Es war mein erstes "großes Motorrad" (als RD 250 gekauft, umgebaut dann als RD 350) mit Führerschein und zugelassen auf mich. Natürlich auf Kredit gekauft, aber jeden Pfennig wert. Die RD habe ich geliebt und gepflegt, da kommt nur noch meine jetzige Intruder mit. Die schönste Zeit meines Lebens habe ich mit ihr verbracht und einige der sich damaligen Freundschaften halten noch bis Heute.

Leider verlor ich einige Freunde und Bekannte, die mit dem Motorrad tödlich verunglückt waren. Aber der schwierigste Grund war, das meine Eltern "live" dabei waren wie ihr Nachbarssohn direkt vor ihrem Fenster verunglückte und verblutete, weil ihm ein Bein abgerissen wurde. Er hatte keine Schuld, denn ein betrunkener Autofahrer hatte ich "hingerichtet." Er wurde grade mal 19 Jahre alt. Das haben meine Eltern, besonders meine Mutter, nie überwunden. Wenn ich nachts unterwegs war, hatte sie nie geschlafen. Bei jedem Telefongebimmel bekam sie Angstzustände. Sie hätte es mir niemals ausreden wollen, aber ich kenne meine Eltern. Obwohl ich ein leidenschaftlicher Motorradfahrer war, waren mir meine Eltern viel lieber und das Wichtigste in meinem Leben. Sie hätten einen Unfall niemals überwunden. Natürlich hatte ich auch meine Stürze, davon haben sie aber nie etwas erfahren.

Dann kam der Tag des Verkaufes. Der Käufer war noch beim Führerschein. Also fuhr ich das Motorrad zu ihm hin. Bei der Fahrt sind mir die ganze Zeit die Tränen über die Wange gelaufen. Als wir angekommen waren (er fuhr im Auto vor mir) übergab ich ihm die Schlüssel und drehte mich schnell um und verschwand. Vorher hatteich im unter Zeugen darauf hingewiesen, dass wenn ich das Motorrad jemals ineinem heruntergekommenen Zustand sehen würde, ihn quer durch ganz Berlin prügeln würde. Er hatte es bemerkt, dass ich es wirklich ernst meinte.

Es  verging ca. ein Jahr. Mit meiner damaligen Frau saßen wir mit offenem Fenster im Auto an einerroten Ampel. Ohne mich umzudrehen fragte ich sie ob das Motorrad neben mir meine ehemalige RD (Yamaha) ist. Sie bestätigte es. Den Klang verwechsle ich nie. Darauf wollte ich wissen wie der Zustand des Motorrades ist. Sie meinte, sie machte ein sehr saubereren und gepflegten Eindruck. Ich habe mich nicht umgedreht, es hätte mir das Herz
gebrochen. Seit dem Verkauf habe ich sie nie mehr gesehen (nur an der Ampel gehört). Jetzt war ich beruhigt und genieße die Erinnerungen. Deshalb meine leise "Oldiemusik" beim Motorrad fahren.

Ich weiß, einige denken der hat vielleicht eine Macke. Na klar, die habe ich und bin stolz darauf. Ich besitze etwas, was mir niemand
mehr nehmen kann und was viele niemals erfahren können. Gruß Bonny   

 

Kommentar von BMWF650GS ,

Ohne Scheiß, das hat mich zutiefst gerührt. Danke, dass Du das mit uns geteilt hast!

Kommentar von Bonny2 ,

Beim Schreiben sind bei mir die Gefühle doch schon ziemich hoch gekommen. Deshalb habe ich hier schon oft geraten, dass man die Zeit mit dem ersten Motorrad genießen soll. Ist meist die schönste Zeit, die sogar "Prägen" kann. Muss nicht unbedingt ein Motorrad sein. An das erste Auto, Boot, Haus oder die erste große Liebe erinnert man sich immer. Auch die Freunschaften halten meist länger als alles was hinterher kommt. ;-)  Gruß Bonny

Kommentar von BMWF650GS ,

Ich kann mich noch erinnern wie ich geweint und meinen Vater "gehasst" habe als er das Auto, in dem ich 10 Jahre meiner Kindheit verbrachte, verkauft hat.

Kommentar von mausekatz ,

Das ging meinen Kindern auch so, als ich das Auto verkaufte, mit dem sie fast 20 Jahre mitfahren und dann auch selbst fahren durften. Leider trennte uns die rote Umweltplakette. Danke Merkel!

Antwort
von fritzdacat, 10

Kaufe eigentlich nur beim Händler (auch gebraucht) und gebe dort auch mein Bike in Zahlung, auf diesen ganzen Hickhack bei Ebay kann ich verzichten. Wenn man sich so anschaut, was hier für Fragen auflaufen, muss man eigentlich mit dem Klammerbeutel gepudert sein, wenn man direkt von Privat kauft (es sei denn man weiss, wie der andere mit dem Bike umgegangen ist). Und auf diese ganzen "ich soffortt kaufen karamba mir kocht der Blutt"-A-Löcher kann ich beim Verkauf sowieso verzichten.

 

Antwort
von haudegen, 11

Der verkauf von der harley war ja noch relativ unproblematisch. Einen "ich komme dann extra aus... und muss erst ma nen anhänger mieten, komm mir mal etwas entgegen" war auch dabei. Schön sind aber auch anbieter die Tauschgeschäfte vorschlagen (hatte ich auch schon - roller oder hifianlage) oder irgendwelche fehler finden die ich verschwiegen haben soll. Derjenige welcher nicht am telefon direkt nach preisnachlass gefragt hat, hat sie dann auch gekauft

Antwort
von geoka, 12

Leider normales "Geschäftsgebaren" der entsprechenden Personenkreise.

Ein paar O-Töne:

Was is letzte Preis

Tu überweisen, hole Motorrad morgen abend (nacht)

Western Union, ok für Sie

Hole heute, nach Prüfung zahle

Probe fahren möglich , habe kein Führerschein?

Kaution oder Ausweis für eine Probefahrt hinterlassen? Was bist du denn fürn Arsch?

Die ist kaputt, fährt keine 220. Zahl 300 Ocken  (bei 50 PS?)

Da sind ja überall Steinschläge (komisch bei einem Motorrad mit 40tkm)

Die Kette ist ja total versifft (nur wenn man diese mit Fett schmiert)

Ja wie, das sind keine Seitenkoffer dabei? (Wenn man vorher das Inserat gelesen und Bilder angesehen hätte)

Ich fahr 500km zu Dir, das Bike darf dann aber nur die Hälfte kosten.

Ratenzahlung möglich, so 20 Euro jeden Monat? (Also 200 Monate abbezahlen?)

 

usw.

 

 

 

Kommentar von mausekatz ,

Bei "letzte Preis" sage ich immer, dass er sich seinen letzten Preis in den Ar... schieben kann, wenn der Anrufer offensichtlich Angehöriger der bunten Vielfalt ist. Habe mit dieser Spezies schon so viel ausnahmslos schlechte Erfahrung gemacht, dass ich nur noch an Deutsche verkaufe. Man mag mir Rassismus vorwerfen, aber die Erfahrung hat mich gelehrt, dass selbst noch nach dem reibungslosen Verkauf an Pigmentierte, die Probleme, fiktive Fehlerentdeckungen und Nachverhandlungen weiter gehen.

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