Woran merke ich, ob das Gemisch zu mager ist?

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Deine Maschine hat weder einen Kat noch Einspritzung. Vergiß also die Abgaswerte. Versuche eine möglichst gute Grundeinstellung zu finden. Dabei geht man folgendermaßen vor: Zuerst startest du die Maschine, gibst etwas Gas und ziehst den Kerzenstecker für den hinteren Zylinder ab. Jetzt drehst du die Standgasschraube so weit hinein, daß der Motor gerade so auf einem Zylinder läuft. Jetzt drehst du so lange an der Leerlaufluftschraube, bis der Motor am schnellsten Dreht. Jetzt steckst du den hinteren Kerzenstecker wieder auf und ziehst vorne ab und wiederholst die Prozedur. Wenn beide Zylinder eingestellt sind steckst du wieder beide Kerzenstecker drauf und regulierst das Standgas auf knapp unter 1000 U/min herunter. Zuletzt drehst du die Leerlaufluft am hinteren Zylinder noch etwa 1/4 Umdrehung in Richtung fetter. Jetzt gehst du auf die Piste - freie Fahrt und schaust dir, nachdem du den Motor gut warm gefahren hast, beide Kerzenbilder an. Vorher beim Ausrollen Gas ganz zu und Zündung noch im Ausrollen ausschalten. Ist das Kerzenbild ok, dann kannst du alles lassen wie es ist - wenn nicht, dann hängst du bei zu hellem Bild die Düsennadel eine Kerbe höher, bei zu dunklem bis feuchten, eine Kerbe niedriger. Wenn du die Nadelposition verändert hast, mußt du hinterher die Prozedur mit der Leerlaufluftschraube wiederholen. Viel Spaß und viel Erfolg

Vielen Dank, Chapp. Nachdem Du mir geschildert hast, wie es geht, fiel es mir wieder wie „Schuppen aus den Haaren“ ein. Vor vielen, vielen Jahren hatte ich das mal an meiner Yamaha RD250 so gemacht. Nachdem ich alles planlos verstellt hatte, hatte es mir jemand gezeigt. Jetzt kann ich mich erinnern und weiß was Du meinst. Ich hatte schon vieles früher am Bike gemacht (Motor, Getriebe repariert), aber Vergaser sind bis heute für mich unergründliche Tiefen. Jetzt bin ich neugierig und werde mal „Vergaser-Wissenschaft“ studieren. Mit der Düsennadel „höher oder tiefer“ kann ich noch nicht viel anfangen. Lese erstmal das Werstatthandbuch von meinem Bike. Die Reparaturen am Vergaser sind da auch beschrieben, setzen aber Kenntnisse vorraus, die ich noch nicht habe. Deshalb habe ich da nicht weiter gelesen (Klang für mich wie „Suhahelichinolegisch“. Aber nicht mehr lange). Ein CO-Messgerät werde ich mir warscheinlich noch zulegen. Gruß Bonny

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@Bonny2

Nachtrag: Beim verstellen der Düsennadel muss doch der „Versager“ zerlegt werden? Das heißt auch vorher Dichtungen besorgen? Gruß Bonny

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@Bonny2

Zerlegen ja, aber nicht unbedingt neue Dichtung.

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@chapp

Die Düsennadel ist im Vergaserschieber befestigt und kann dort in ihrer Höhe verstellt werden. Sie ist konisch, das bedeutet, je tiefer sie hängt, desto kleiner ist der Ringspalt, den sie in der Düse offen läßt. Je höher, desto größer und damit mehr Sprit. Beim Gasgeben ziehst du mit dem Schieber die Nadel aus der Düse und der Motor bekommt mehr Sprit.

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