Wirkt bei einer Rennmaschine die Verkleidung wie ein Spoiler, der nach unten drückt?

2 Antworten

Die Möglichkeiten bei Motorrädern, einen Abtrieb zu erzeugen, sind naturgemäß begrenzt. Trotzdem versucht man durch die Gestaltung der Verkleidungen, nicht nur den Fahrer vor Wind zu schützen und den CW - Wert zu verbessern, sondern auch den Auftrieb am Vordrrad zu begrenzen. Da Motorräder im Verhältnis zur Länge relativ hoch sind, ist der Windangriffspunkt sehr hoch über der Reifenaufstandsfläche, wodurch die Entlastung des Vorderrades extrem ist. Man versucht also, den größten Teil des Luftwiderstandes so dicht wie möglich über der Straße zu konzentrieren und oberhalb des Vorderrades Abtrieb zu erzeugen. Bei Tempo 300 erzeugt bereits die nach oben angestellte Fläche einer Postkarte einen Abtrieb im Bereich von 20-40 kg. Haltet mal bei 200 kmh euere linke Hand aus dem Fenster und dreht die Handfläche abwechselnd nach unten und oben, dann seht ihr, wie enorm der Winddruck auf schräg angestellte Flächen wirkt. Bei 300 ist dieser Effekt schon gut doppelt so groß.

Bei 200 km/h und mehr schlägt die Aerodynamik voll zu. Ein ungeplanter Auftrieb, und Du hebst ab. Wenn ich das bauen müsste... da ein Motorrad ja nicht nur geradeaus fährt, sondern sich auch noch heftig in die Kurven legt, würde ich die Aerodynamik neutral auslegen, d.h. ich würde mich darauf konzentrieren, keinen Auftrieb zu erzeugen. Abtrieb, wie ihn ein Spoiler am Rennwagen erzeugt, dürfte schwierig zu erzeugen sein, wenn man sich noch in die Kurve legen will.

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