Frage von hzwei, 73

Wird ein kleiner Regler von einer grossen Lichtmaschine zerstört?

Wollte mal fragen ob das so ist oder ob das egal ist. Bspw. ein Regler von einem 125iger an einer 1000er. Umgekehrt kann ich mir nicht vorstellen, dass es ein Problem wäre oder?

Es geht mir darum die Technik zu verstehen und nicht darum ob man es machen sollte oder nicht.

Kennt evtl. jemand Links wo genau erklärt wird wie Lichmaschine und Regler funktionieren? Danke!

Antwort
von Nachbrenner, 51

Servus

Kommt auf dem Typ des Generators an.

Es gibt Wechselstromgeneratoren, da regelt die Beleuchtung die Leistung, vornehmlich in 50ern. Meine Zündapp Combinette hat so einen.

Es gibt Drehstromgeneratoren, sie laufen in Öl, deren Ladestrom wird von ihren Reglern "abgewürgt". Deshalb haben deren Regler Kühlrippen und der Rotor ist ein Dauermagnet, gleich einem Fahrraddynamo. Diesen Typ findet man oft an Motorrädern. Der Regler muss der Leistung des Generators angepasst sein. Meine Honda Dominator hat so einen.

Daneben gibt es Drehstromgeneratoren, die werden von einer Spule im Rotor erregt und der Regler regelt das Magnetfeld der Spule und nimmt Energie von der Spule und er kann das auch an größeren Generatoren. Meine Yamaha XJR 1300 hat so einen.

An alten Schätzchen gibt es Gleichstromgeneratoren, die regeln neben der Spannung auch den Ladestrom, der mindestens über den Rückstromschalter komplett durch den Regler fließt. Auch hier muss der Regler den Ladestrom abkönnen. So einen hat meine 250er Jawa.

Grüßle

Kommentar von hzwei ,

Hallo Nachbrenner

Vielen Dank für die ausführlichen Antworten!

Erstmal Kompliment an deinen Fuhrpark, da ist ja so einiges am Start ;-)

Ich hab dann wohl den zweiten Typ, also die abgewürgte Version, in meiner RC24. Heisst das, dass sobald das Bordnetz weniger Strom braucht als die Lima erzeugt, der Regler den Rest einfach in Wärme umsetzt? Dann wäre mir auch klar wiso die immer so heiss werden...ziemlich ineffizient.

Da scheint mir die Version deiner XJR 1300 um einiges schlauer. Wenns mich nicht täuscht ist das in etwa das, was in den heutigen  PKWs verbaut ist? Bis jetzt hab ich immer gedacht, dass nur soviel von der Lima genommen wird wie auch gebraucht wird, sprich einfach die Spannung gehalten wird. Und je nach dem braucht die Lima auch weniger Leistung vom Motor um gedreht zu werden. Das scheint aber nicht bei jeder Version so zu sein...

Noch ne Frage: Kann es sein, dass die Kühlrippenregler bei Übertemperatur sich quasi von der Lima abkoppeln und dadurch vorübergehend die Batterie den ganzen Strom liefern muss? Ich hab das schon so beobachtet..und dann wurde ein Lüfter auf den Regler gebaut um dem entgegenzuwirken.

Kommentar von Nachbrenner ,

Die Combinette gibts nicht mehr, aber an der hab ich so einiges gelernt

Tja, das "abwürgen", da werden gerne mal Kabel und Stecker warm. Ob die auch mal abschalten? Möglich.

Die XJR Version ist so ähnlich wie in unseren PKW´s, nur drei Dioden mehr und statt direkt + nach Zündschloss ne Ladekontrollleuchte, die dazu benutzt wird ein geringes Magnetfeld im Rotor zu erzeugen, außerdem kann man einen Diodenschaden erkennen.

Kommentar von Nachbrenner ,

noch was

Als Bosch die Drehstrom Technik einführte, hatten alle den gleichen mechanischen! Regler, ein reiner Spannungsregler.

Antwort
von fritzdacat, 51

Würde sagen nein (wird also nicht zerstört). Kommt weniger auf den Hubraum als auf die potentiellen elektrischen Verbraucher an. Auch braucht eine 1000er mit allen möglichen Elektronik-Gimmiks vielleicht eine exaktere, gleichmässigere Spannungsversorgung (durch den Regler) als z.B. ein 125er 2-Takter.

Es ist letzten Endes technisch egal, ob eine Lichtmaschine so gross wie ein Eisenbahnwaggon ist und ein Regler die Grösse einer Streichholzschachtel hat, wieviel Strom fliesst regelt der Regler durch seinen Widerstand. Der Regler muss natürlich auf den möglichen Spannungsbereich der LIMA ausgelegt sein, was aber ebenfalls nichts mit dem Hubraum des Motorrads (oder der Grösse der LIMA) zu tun hat. Wenn der Regler aber die Verbraucher "aushält" ohne z.B. durchzuschmoren sollte alles OK sein.

Kommentar von Nachbrenner ,

Einspruch e.E.

Sobald der Ladestrom durch den Regler fließt, muss dieser dem Generator angepasst sein.

Kommentar von fritzdacat ,

ja, aber nur Spannungs-mässig, hat nichts mit der Grösse zu tun. Hatte das aber auch geschrieben : "Der Regler muss natürlich auf den möglichen Spannungsbereich der LIMA ausgelegt sein"

Kommentar von Nachbrenner ,

Limas, die in Öl laufen, haben einen Dauermagneten und je schneller der Magnet rotiert, desto höher ist die abgegebene Spannung. Das Gleichrichter / Reglerteil würgt die Spannung via "Kurzschluss" auf die Bordspannung runter. Die vernichtete Energie wird in Wärme umgesetzt, darum die Kühlrippen. Der ganze Strom fließt durch den Regler.

Die Lima, die über eine rotierende Spule die Spannung erzeugt, regelt die stärke des Magnetfeldes und das wird analog zur Drehzahl geschwächt. Der Regler schaut aus wie ein Farbklecks auf dem Bürstenhalter. Die Gleichrichter Dioden sitzen am Generator auf Kühlbleche. Der Regler "fühlt" nur die Spannung.

Kommentar von fritzdacat ,

Wenn der Regler einen höheren Widerstand hat (also weniger Strom abnimmt) verringert sich nur der Bewegungs-Widerstand der LIMA zum Motor, eine zusätzliche Wärme sollte eigentlich nicht entstehen.

Antwort
von Nachbrenner, 39

Hier mal Prinzipschaltungen. Die Spulen der Drehstromgeneratoren sind sternförmig geschalten.

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