Wird die café Racer Szene immer größer?

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Gerade in der MO wurde in letzter Zeit diesem Thema sehr viel Aufmerksamkeit gewidmet.

Die allgemeine Tendenz, die ich feststelle, geht insgesamt in die Richtung Motorräder länger zu behalten und diese entsprechend auch mit viel Freude am Detail individuell umzubauen. Das ist nicht nur bei den typischen Custombikes so. Die Fighterszene hat auch ihren festen Stellenwert bekommen.... Geschmack hin oder her...

Sportmoppeds werden auch gerne umgebaut bzw. angepasst. Die Cafe Racer sind ein Teil der Motorradgeschichte und ursprünglich vielleicht sogar als Initial der privaten Sportszene zu betrachten. Im Handel sind mittlerweile ganz tolle Bücher zum Thema erschienen. Dort wird die Geschichte bis heute aufgezeigt. Ein schönes Buch zum Beispiel: Café Racer - Von den Anfängen zum Superbike

von Stephan H. Schneider (Autor), Katharina Klimpke (Autor), Carsten Heil (Autor), Dirk Mangartz (Autor)

So gesehen lebt die Szene. Ob es einen Trend zum typischen Cafe Racer gibt will ich gar nicht einmal behaupten. Das Thema findet aber auch jetzt von der Stange Einzug in die Verkaufsräume der Händler

Hier fallen mir die Triumph Thruxton und auch die Buell CR ein.

Aber auch die Maniac Benelli TNT 1183 geht für meinen Geschmack durchaus in die Richtung. www.maniacmotors.de

Ich mag die Art dieser Moppeds. Hatte früher auch ne XS 650 als Cafe Racer Umbau... hat mir viel Freude gemacht.... und es ist schön, daß die Szene lebt.

Im eigenen Freundeskreis sind Projekte auf TR1 bzw. TRX-Basis zum Umbau bereits umgesetzt oder geplant.

Und trotzdem hat die Bezeichnung CafèRacer einen leicht abwertenden Touch. Ich mag das Wort nicht, auch wenn die Moppeds spitze sind.

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@badboybike

Der Begriff ist für so wunderschöne Motorräder irgendwie wirklich schlecht gewählt. Es hört sich so ein wenig nach "alte Damen fahren zum Kaffeekränzchen" an :-)

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@frschilling

Zum Kaffekränzchen kann man damit ja auch sehr gut fahren.... und wir werden ja auch nicht jünger :-)

Wenn man aber den Ursprung (AceCafe) im Hinterkopf hat... da habe ich dann wahrhaftig kein Problem mit dem Begriff.

Die damaligen Bückeisen sind nach heutigen Massstäben ja auch eher besonnen motorsierte Moppeds.

Mir geht jedesmal das Herz auf wenn ich die Mecatwin Racer 800 sehe. Eine franz. Firma, die sich insbesondere dem stilvollen Umbau von Triumphmoppeds verschrieben hat. www.mecatwin.com

Der Racer 800 verkörpert heute eher die genussvolle Freude am knackigen und stilvollem Landstrassenfahren als das Heizerimage vergangener Tage. die Ton schafft er natürlich pflichtgemäß. So ein Mopped würde mir voll und ganz reichen ... es ist keine Waffe die immer die Hand am Abzug danach giert abgefeuert zu werden. Dennoch hat der Fan dieser Art von Motorrädern völlig ausreichende Leistung und recht moderne Technik ... wenn man sie nicht fährt kann man sich auch genauso gut einen Abend in der Garage vorstellen... ein nettes Glas Wein in der Hand und immer um sie herumschreitend jeden Blickwinkel genussvoll auskostent. Ich fange an zu träumen... vieleicht sollte ich ne Bank überfallen und mir die Mopete endlich in die Garage ... oder doch besser ins Wohnzimmer?... stellen.

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Der Begriff "Cafe Racer" hat in Deutschland tatsächlich einen "nicht ernsthaften touch".

Und ein Cafe Racer in D ist - oder war zumindest in der Vergangenheit, eher ein "wannabee racer", mit dem vor der Eisdiele posiert wird.

Unabhängig davon, dass so ziemlich jeder Fahrer sein Mopped toll findet und sich gerne damit sehen lässt, ist der Ursprungsbegriff "Cafe Racer" ohne die Szene, aus der er hervorging, nur schwer und manchmal unverständlich erklärbar.

Entstanden sind "Cafe Racer" zuerst ab ca. Mitte der 50er Jahre am "Ace Cafe" an der North Circular Road in London.

Damals gab´s gab´s kaum was Nettes für Jugendliche. Kein Musik-TV, keine Play-Station, nicht jede Woche ein Mehga-Event, stattdessen konformistische Zwänge, prüde Umgangsformen, viel Arbeit, wenig Geld. und von Letzterem ne Menge.

Mit dem Aufkommen des Rock n Roll änderte sich die Sache. Besonders für Motorradfahrer. Die sahen ihr Fahrzeug nicht mehr vornehmlich als Transportmittel von A nach B, sondern als "Spaß- und Fluchtmaschine" aus dem langweiligen Alltag.

Die Fahrer wurden zuerst als "Coffee Bar Cowboys" verschrien, dann als "Ton Up Boys" (do the ton = 160 km/h, damals rasend flott), dann als Black Leather Rebels und als Rockers (mit "s"!).

Die Szene traf sich an weingen Plätzen in ganz UK und begann, die Maschinen nach eigenen Vorstellungen umzubauen (Norvin, TRiton, Nobsa, etc.) Berühmt waren das Ace Cafe, das Busy Bee und Läden in Blackpool und Eddinburgh.

Genau hier macht die Bezeichnung "Cafe Racer" dann auch den ursprünglichen Sinn- auf eine eigens hergerichtete Maschine setzen, vorzugsweise mit Clip On´s, rear sets, megaphones und alles Überflüssige weglassen, und dann mit ein paar Jungs die 400 Meilen von London nach Edinburgh. Dort Kaffee oder Tee reinschütten, auf die Kiste und zurück.

Ein typischer, englischer "Ride Out". Also nix mit Eisdilen-Hopping, Schwarzwälder Kirsch und gegenseitig KFZ-Schein Eintragungen vorlesen.

Viele berühmte Rennfahrer haben in den 50´s beim "Record Race am Ace Cafe" (Münze in die Jukebox, North Circular Road hoch bis zum Hangar Lane Rounabot und zurück am Ace sein, bevor die Platte zuende war) ihre Karrieren gestarten. Dazu noch Rock n Roll (der zuerst nur auf Jahrmärkten und Jukeboxes, nicht aber im Radio gespielt wurde).

Das Orginal Ace Cafe wurde 2001 (nach Schließung 1969 und verschiedenen Verwendungen)im Original-Gebäude an der agestammten Location wieder eröffnet.

Cafe Racer waren schon da, als es noch keine Nischen im kaum vorhandenen Marketing gab. Keine "Biker", keine "Biker-Hotels", "Mogos" oder was sich heute nicht überall finden lässt.

Ein auf das Wesentliche, das Fahren reduzierte Motorrad. Vorzugsweise sportlich.

Sowas wird alle Jahrzehnte mal modern oder unmodern. Fernab jeglicher "modischen Strömung" kann ma aber sicher beobachten, wie viele Leute nicht mehr nur nach der Höchstgeschwindigkeit, dem fettesten Reifen, der dicksten Chromschicht oder sonstigen "hypes" hinterher renne, sondern einen guten Kompromiss für maximalen Fahrspaß immer interessanter finden.

Und hierfür kann man in der Cafe Racer Szene - ob als Anregung für einen modernen Umbau oder Kauf eines Originals aus den 50s oder 60s - bestens fündig werden.

Mittlerweile haben sich weltweit "Ton Up Clubs" gegründet, das Jahresevent von Ace Cafe London - die Ace Cafe Reunion - zieht über 100.000 Motorradfahrer zum Orginalschauplatz nach London und auf den MAdeira Drive nach Brighton (Quadrophenia lässt grüßen).

Insofern stößt die Szene tatsächlich auf ein deutlich größer gewordenes Interesse.

Wenn also demnächst ein "echter Biker" zwischen "Ducati-Schnitzel, Biker-Kaffee und frittiertem "Racer-Kringel" vermeintliches Wissen zum Thema von seiner mit elektrischem Rückwärtsgang, Navi und Fahrerdraufsitzkontrolle ausgerüsteten Kiste herunter pastoralt, sollte man ihm eine Chance geben. Und eine Zettel mit einer webadresse: www.acecafelondon.de

MfG

Freddy

Hi Freddy, prima Info und Link, danke! :-) Gruß T.J.

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