Wieso optimiert eine digitale Zündanlage an alten Motorrädern den Motorlauf?

4 Antworten

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Eine Unterbrecher - Zündanlage mit Fliehkraftregler passt den Zündzeitpunkt nur sehr ungefähr an die Drehzahl an. Eine digitale Zündanlage regelt den Zündzeitpunkt praktisch von Imdrehung zu Umdrehung angepaßt an die Drehzahl. Der Fliehkraftregler hat praktisch nur 2 Zündzeitpunkte.

1) keine Regelung bei Standgas

2) Ab etwa 1/2 Drehzahl öffnet der Fliehkraftregler und damit muß dann der Motor auskommen, bis zur Höchstdrehzahl. Das bedeutet, daß der Zündzeitpunkt bei etwa 80% des Drehzahlbandes schlicht an der falschen Stelle ist.

Der Zündzeitpunkt bestimmt aber wesentlich Leistung, Verbrauch, Abgasverhalten und Laufkultur.

Außerdem haben die alten Unterbrecherzündungen nur sehr schwache Zündspulen versorgen können, weil sonst der Unterbrecher zu schnell verbrennt.

Das war auch der Grund, warum man dann als Zwischenlösungen Transistor - oder Thyristorzündungen verwendet hat. Bei denen steuert der Unterbrecher nur den Stromfluß zum Transistor und dieser gibt erst den starken Laststrom für die Zündspile frei. Dadurch wurde der Unterbrecher geschont, weil nur mehr der schwache steuerstrom über ihn lief und der Zündzeitpunkt wurde genauer, weil der Steuerstrom nur sehr schwach und für Millisekunden lief. Die eigentliche Ladung der Zündspule lief über die Halbleiter .

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Bin mir nicht sicher, fallen dann nicht Unterbrecher, Verteiler und Fliehkraftregler weg... das allein wäre ja schon ein Riesenvorteil... kann mich aber auch irren

Hallo kutschenfahrer

Die erste Transistorzündung zeigte Bosch uns 1969. da wurde die Basis noch über dem Unterbrecher geschaltet, sonst alles wie gehabt.

Nun mal zum Verständnis.

In den unteren Drehzahlen war der Zündzeitpunkt bei, sagen wir mal 3° vor OT, dann bei, sagen wir mal 3000U/min durch den Fliehkraftregler 30° vor OT. Drückst du jetzt fest auf den Pinsel, regelte die Unterdruckdose den Zündzeitpunkt wieder auf spät, je nach Leistungsanforderung.

Fliehkraftregler war auch nicht bei allen Geräten und Unterdruckregelung schon gar nicht.

Ältere Schätzchen hatten rechts einen Hebel, da wurde der Zündzeitpunkt von Hand verstellt, eigentlich nur zum starten, damit einem der Dampfhammer nicht per Kickstarter auf dem Balkon der Nachbarin beförderte :-)

Bei den ersten voll elektronisch geregelten Zündungen, war die Stellung der Luftklappe und über einem Draht im Ansaugtrakt die Luftmenge für den Zündzeitpunkt von Belang. Dazu noch die Drehzahl und fertig war die bessere Regelung des Zündzeitpunktes.

Heute geht noch viel, viel mehr, z.B. Klopffestigkeitserkennung und was weis ich noch alles. Das ist das schöne an den "schwarzen Boxen", man kann sie schlicht vergessen.

Gruß Nachbrenner

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