Wieso muß ein polierter Rahmen vom TÜV abgenommen werden ?

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3 Antworten

Normalerweise wird Polieren als Oberflächenveredelung angesehen. U. a. wird die Entstehung von Haarrissen vermindert. Wenn es richtig gemacht wird, werden ja auch nur die "Erhebungen" abgetragen, die sowieso keinerlei Funktion haben. Bei Laien besteht natürlich die Gefahr, dass sie zuviel abtragen, wie my666 schon geschrieben hat. Aber wie will der TÜV das mitten an einem langen Rahmenzug messen? Geht nicht, außer durch vorheriges Zersägen. Die Kontrolle durch "Augenschein" ist also auch nichts wert.

Und zu den Schweißnähten: auch die können normalerweise geglättet und mit poliert werden. Die Schweißnaht selbst ist keine Schwachstelle, eher die direkte Umgebung. Aber auch hier hat der TÜV sicherlich Angst vor schlechten Schweißnähten, die von Haus aus mangelhaft sind, nicht geröntgt wurden und bei denen dann auch noch ein Amateur Hand angelegt hat.

Irgendwie verständlich, aber der deutsche Kontrollwahn schlägt auch hier wieder zu. Selbst in der technisch hochzivilisierten Schweiz ist meines Wissens das Polieren von Felgen, Schwinge und Rahmen erlaubt.

Natürlich ändert sich am Rahmen etwas! Durch das Polieren wird die Oberfläche abgetragen, das Rahmenmaterial dünner. Es gibt außerdem Hobbypolierer, die mal eben die Schweißnähte mit wegpolieren oder zumindest entscheidend schwächen.

Du glaubst gar nicht, mit wie wenig Ahnung sich manche Leute über sicherheitsrelevante Teile hermachen...

Bikerman 26.02.2009, 20:13

Ups, darauf wär ich nie gekommen. Vielen Dank. Hab immer nur an Optik gedacht, nie an das Rahmenmaterial oder die Schweißnähte.

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Auch wenn sich durchs Polieren die Materialstärke nur minimal ändert, gibt es Prüfer bei denen das Polieren von Nähten ein Dorn im Auge ist. Ich kenne Fälle wo dennoch ein polierter Rahmen abgenommen wurde, aber nur weil dort die Schweissnähte nicht poliert wurden, denn diese sind meist die Schwachpunkte bei einer Konstruktion.

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