Wieso haben Boxer-Zweizylinder weniger Leistung als V2 ?

2 Antworten

Je kleiner die einzelnen bewegten Massenteile sind, desto drehzahlfester sind sie. Je höher die Drehzahl, desto mehr Leistung kann abverlangt werden. Auch wenn die innere Reibung bei Vierzylindern deutlich höher ist, wiegt dies den Vorteil von Vielzylindern bei weitem nicht auf.

Die Grenzen liegen auch im begrenztem Raum. Die Zylindergehäuse u vorallem die Köpfe, sind beim Boxer nicht so zu gestalten wie beim V. Das würde zu Voluminös ausfallen. Konstruktiv ragt ja der "Motor" quasi aus dem Fahrwerk herraus. Leistung geht vorallem über Drehzahl und die wird vom Ventiltrieb abhängig gemacht.

Nach meinem Verständnis kann das wohl nur an dem Gesamtkonzept (Geometrie, Wandstärken, Kühlung,...) der verglichenen Motoren liegen, nicht an der Frage Boxer oder V-Motor.

Ich tippe auch auf die fehlende Wasserkühlung. Das wär noch was! ;-)

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@Endurist

Ok, und wollen die Bayern keine Wasserkühlung für ihre Boxer oder geht das aus irgendwelchen Gründen nicht ? Komisch in der heutigen Zeit :)

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Die Leistungsdefizite beim BMW Boxer sind nicht im Boxermotor begründet sondern wie richtig vermutet in der Breite. Die Ansaugwege sind beim Motorradboxer um ca 135° im bogen geführt, bei einem V2 wie auch bei anderen Motoren sind die Ansaugwege fast gerade und haben einen Bogen von 0° bis maximal 90°. Gruß Michael

Wenn man die Antwort kurz halten will, liegt es an zwei Dingen: Erstens Luftkühlung und zweitens der mangelnde Wille des Herstellers, ein Fahrzeug mit hoher Spitzenleistung zu bauen, was allerdings auch mit der Lärm- und Abgasproblematik bei luftgekühlten Motoren zusammen hängt.

Die HP2S als serienmäßig stärkster Boxer mit 133 PS aus 1170 ccm erreicht durch die Bemühungen einer guten Tuner- und Racer-Szene mittlerweile Leistungen von knapp 160 PS standfest (1240ccm) und das "normale" Schwestermodell R1200S (noch ohne DOHC-Köpfe !) mit 122 Serien-PS aus ebenfalls serienmäßig 1170 ccm erreicht ebenfalls mittlerweile über 150 PS (1216ccm). Das ganze mit gewaltigen Drehmomenten von jeweils um die oder über 140 Nm bei moderaten 6000 U/min.

Sollte man mal gefahren haben. Die Möglichkeiten, bei denen man mehr Leistung halbwegs sinnvoll einsetzen kann, sind auf Rennstrecken und Autobahn (wer es mag) begrenzt und natürlich auf einen sehr kleinen Kreis von Fahrern, die dazu imstande sind. Wer sich mal anschaut, welche Zeiten bei den Hobby-Boxercups selbst auf schnellen Strecken wie Brünn gefahren werden, wird wohl kaum noch behaupten, das Boxer grundsätzlich einen "Altherren-Charakter" hätten. Diesen Charakter haben vielleicht etliche der Serien-Boxer. Aber Hand aufs Herz: Die allermeisten Typen, die einem mittlerweile auf einem Motorrad begegnen, SIND alte Herren.

Hehe, sehr schön geschrieben, und mit viel Humor, Klasse! Kollege / Kollegin melde Dich doch an. Deinen Beitrag würde ich gerne bewerten :-)

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