Wie hoch ist der Leistungsverlust?

...komplette Frage anzeigen

1 Antwort

Pauschal lässt sich das schlecht beantworten, das hängt von so viel ab: Wie viel Durchhang hat die Kette, wie breit (also: wie schwer) ist sie, wie gut ist sie geschmiert, wie groß ist das Radlager, wie gut ist das geschmiert... Außerdem steigen die Verluste mit der Leistung, und zwar nicht linear, sondern überproportional.

Immerhin gibt's eine EU-Richtlinie. Die sagt zwar nichts über die Realität aus, gibt aber eine Rechenanleitung: Für einen geradverzahnen Primärtrieb (was bei Motorrädern mit quer liegender Kurbelwelle die Standard-Bauart ist) ist die Kurbelwellenleistung 2 Prozent über der Kupplungsleistung anzusetzen, also mit 1,02 multiplizieren.

Kardan-Motorräder mit längs liegender Kurbelwelle kommen häufig ohne Verzahnung aus, hier ist die Kupplung direkt an die Kurbelwelle angeflanscht, also gibt's auch keine Verluste. Dafür bleibt beim Kardan wegen der Umlenkung der Drehrichtung deutlich mehr Leistung auf der Strecke, außerdem ist wie Welle schwerer, nämlich schwerer zu beschleunigen als eine Kette.

Eine Hausnummer: Ein maximal-professionell vorbereitetes WM-Superbike mit schmaler Kette und allem Pipapo verliert bei Nenndrehzahl nicht weniger als 3 Prozent zwischen Kupplung und Hinterrad, denke ich. Also 6 PS von 200.

Mit versiffter, ungeschmierter, rumschlabbernder Kette kannst du sicher ein 100-PS-an-der-Kupplung-Motorrad auf 90 Hinterrad-PS drosseln.

Was möchtest Du wissen?