Wie geht ihr damit um, wenn in eurem Umfeld ein Motorradunfall geschieht?

7 Antworten

Habe einmal einen sehr guten Freund durch einen Motorradunfall verloren, meine Trauer geht/ging allerdings mehr in die Richtung "Freund verloren" als "Motorrad ist schuld" .... man verarbeitet es irgendwann.... so eigernmassen. Auf meine Motorradfahrerei hat sich die Sache nie ausgewirkt, was heldenhafter klingt als es gemeint ist... wenn ich an dem Unfallort vorbeifahre, überkommt mich immer noch ein tiefes Gefühl der Trauer... auch nach über 20 Jahren.

Ich bin mir der Gefahr beim Mopedfahren schon bewußt und richte mich auch danach.Wie in jedem Jahr hat sich auch in diesem Jahr ein tödlicher Mopedunfall in meiner näheren Umgebung ergeben,ich fahre jeden Tag am Kreuz und den Kerzen vorbei,aber deswegen fahre ich immer noch Moped.Wie in jedem Jahr hat es auch hier tödliche Autounfälle gegeben,ich würde nie auf die Idee kommen deshalb mit dem Autofahren aufzuhören...Ihr etwa???

So isch ...

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Ja, das kann bei unserem Hobby jederzeit passieren, daß man verunfallt. Habe auch schon einige Freunde durch Unfall verloren. Habe auch schon "schnelle", schwer zu beherrschende Bikes dadurch einfach verkauft. Am besten jedoch ist, gleich nach einem solchen Ereignis auf das Bike zu steigen und zu fahren. Machst Du das nicht und überlegst lange herum - fährst Du nicht mehr. Das Schicksal hat es so gewollt - da kann man nichts machen. Bin durch die Ereignisse schon viel ruhiger geworden - und fahre heute viel mehr mit dem nötigen Respekt. Gruß hj

Ich habe das große Glück, daß ich bisher jeden Motorradunfall in meinem persönlichen Umfeld relativ rational erklären konnte - und das wiederum macht es mir einfacher, das Thema nicht zu emotional anzugehen. OK, ein Fall im vergangenen Jahr war heftiger und ist mir schon sehr nahegegangen, aber das hat mich nicht vom Motorradfahren abgehalten.

Ganz im Gegenteil denke ich, daß die emotionale oder rationale Auseinandersetzung mit Unfällen uns (als der Gesamtheit der Motorradfahrer) hilft, insgesamt besser zu fahren. Sei es, daß man eigene Fahrgewohnheiten oder -fehler wieder hinterfragt, sei es, daß man bestimmte Verhaltensweisen anderer Verkehrsteilnehmer kritischer beäugt oder einfach nur noch mehr für Fehler anderer Platz einräumt.

Motorradfahren ist ein sehr emotionales Hobby - wenn ich dabei Angst hätte, dann müßte und würde ich es aufgeben. So habe ich es auch mit dem Reiten gehalten - ich bin zu oft abgeflogen, habe dadurch inzwischen Angst aufzusteigen, also sitze ich verspannt und mache noch mehr Fehler - also nix mehr mit Reiten.

Ich bin da eher Fatalist und sehe das sportlich. In meinem unmittelbaren Umfeld gab es etliche folgenschwere Unfälle. 2x ist es mir passiert, daß die unmittelbar vor mir fahrenden Freunde in scharfen Kurven abgeflogen sind und im Gegenverkehr landeten (zum Glück nur Knochenbrüche). Mein eigener Bruder hat 2 Unfälle gehabt und unter Anderem einen steifen Knöchel zurückbehalten. Ans Aufhören habe ich deswegen nicht eine Sekunde gedacht.

Von meiner alten Moped - und Motorradclique (an die 80 Mitglieder) lebt mehr als 1/3 nicht mehr. Wir treffen uns alle 5 Jahre. Bei unserem letzten Treffen haben wir beschlossen, uns in Zukunft alle 2 Jahre zu treffen, weil sonst beim Nächstenmak nur noch ein paar Typen herumsitzen werden. Gestorben sind sie an Krankheiten, Alkohol, Drogen, Selbstmord, unerträglichen Ehepartnern und Autounfällen oder wurden Mordopfer. Nur einer hatte einen tödlichen Motorradunfall. Freu dich, wenn du am morgen in einem Stück aufstehen kannst und laß das Grübeln. Letztendlich ist es scheißegal, woran du stirbst und sei froh, daß dieses Ereignis unausweichlich ist - was würde sonst aus der Menschheit und der Welt?

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