Wie geht das mit dem Druck ???

2 Antworten

Beim 2 Takter ist die Auspufflänge ( Resonanzlänge ) wichtig . Prinzip 2 Takt wurde super erklärt . Das aus dem Auslass strömende Gas zieht Frischgas nach , und strömt bis zum Gegenkonus . Dort prallt es zurück ( in einfachen Ausführungen ist es nur ein Prallblech ) . Durch das Zurückdrücken schiebt es das unverbrannte Frischgas wieder in den Zylinder , dadurch kommt es zu einem Aufladeeffekt . Insgesamt funktiniert ein Resonanzauspuff nur in einer bestimmten Drehzahl . Grob ; kurzer Auspuff - hohe Drehzahl , langer Auspuff - geht unten raus besser . Beim 2 Takter kann bis zu 45% Leistungssteigerung durch den Auspuff erreicht werden . Das ganze ist dann noch von dem Auslaßwinkel und dem Überströmwinkel abhängig . Und auch von den Querschnitten . Bei der Abstimmung des Schalldämpfers immer eine andere Drehzahl als die Resonanzdrehzahl wählen .

Heutige 2-Takt Motoren arbeiten nach der sogenannten Schnürle Umkehrspülung. Dies bedeutet, dass die angesaugten Frischgase nicht direkt in den Brennraum fließen wie beim 4-Takter, sondern über den Einlaßkanal ins Kurbelgehäuse. Wenn sich der Kolben aufwärts bewegt, entsteht an seiner Unterseite ein Unterdruck, gleichzeitig gibt das Kolbenhemd den Einlaßkanal frei - das Frischgas strömt ins Kurbelhaus. Bewegt sich der Kolben wieder abwärts, schließt das Kolbenhemd den Einlaßkanal wieder und komprimiert die Gase im Kurbelhaus. Dies geht so lange, bis die Kolbenoberkante die Überströmkanäle freigibt. In disem Moment schießt die vorkomprimierte Luft aus dem Kurbelhaus vorbei am Kolben auf die Kolbenoberseite und damit in den Brennraum.Nun beginnt das Drama. 2-Takter haben keine Ventile sondern nur starre Kanäle, die wechselweise durch die Kolbenoberkante geöffnet und geschlossen werden. Es läßt sich also nicht vermeiden, dass Überströmer(Einlaß) und Auslaß gleichzeitig geöffnet sind, wobei der Auslaß etwas höher als die Überströmer liegt. Die Frischgase strömen mit hoher Geschwindigkeit aus den Überströmern und schießen zum Teil direkt in den Auspuff. Pure Energieverschwendung - wenn nicht..... Die Auspuffgase des vorhergehenden Arbeitstaktes sind noch im Auspuff. Schnell strömende Gassäulen verhalten sich nicht wie Flüssigkeiten, sondern wie eine Stahlfeder. Sie schießen mit hoher Geschwindigkeit aus dem Flammrohr in den Auspufftoff(teilweise mit fast Schallgeschwindigkeit)und treffen dort auf eine Resonanzfläche, den Endkonus. Sie können dort durch das enge Endrohr nicht schnell genug entweichen und werden durch die eigene kinetische Energie zusammengepreßt. Nun schlägt die Feder zurück. Ein Teil der Auspuffgase schießt zurück in Richtung Zylinder und preßt die Frischgase, die voreilig durch den Auspuff entweichen wollten, wieder zurück in den Brennraum. Die Überströmer sind in der Zwischenzeit wieder geschlossen und damit die Frischgase gefangen. Durch die eingeströmten, und wieder zurückgepreßten Frischgase befindet sich im Idealfall jetzt mehr Frischgas im Zylinder als es seinem theoretischen Hubvolumen entspricht. Durch diesen Überladeeffekt steigt die Leistung wie bei einem Turbomotor. Diese Abläufe verlangen ein sehr exaktes Timing, weshalb 2-Takt Hochleistungsauspuffe wahre Kunstwerke sind und dieses Timing funktioniert nur in einem sehr engen Drehzahlbereich, weshalb diese Motoren ein sehr enges nutzbares Drehzahlband haben. Strecken läßt sich das etwas durch Menbraneinläße und Walzenschieber im Auspuff.

Manoman, so kompliziert wollt ich das gar nicht erklären, damit es jeder versteht, aber du hast das sehr plausibel gemacht, was da vor sich geht,

Chapp der Zweitaktprofessor!

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@user5432

Deine Erklärung war auch nicht ohne. Kurz, prägnant und das Wesentliche erklärt. Ich wollte den Jungs nur einmal zeigen, dass in einem Motor mehr abläuft, als man am Firmenzeichen und am Schalthebel erkennen kann.

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@chapp

Kompliment, das hätte ich als alter 2 Takt Tuner nicht besser erklären können.

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astrein beantwortet, klasse das einer endlich mal das richtig formuliert. gruß aus franken

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